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 published: 2009-05-05

Mit wehender Fahne, schmerzenden Füßen und glücklichen Gesichtern

Am Samstag liefen neunzehn Pilger vom Allerheiligenberg zum Urheiligtum

 

Fußpilger: Schönstatt in Sicht, im Hintergrund erkennt man den Berg Sion mit dem Haus der Schönstatt Patres

Caminata a Schoenstatt: la primera vista de Schoenstatt – Monte Sión

Walking to Schoenstatt: the first view of Schoenstatt, Mount Sion

Fußpilger: Schönstatt in Sicht, im Hintergrund erkennt man den Berg Sion mit dem Haus der Schönstatt Patres

 

Ein letzter Blick auf die Karte und es kann losgehen

Importante: la mapa...

Looking at the map...

Ein letzter Blick auf die Karte und es kann losgehen

 
17km auf dem Rheinsteig geht es entlang  

17 km en el camino „Rheinsteig“

17 km on the “Rheinsteig”

17km auf dem Rheinsteig geht es entlang

 
Am Rhein angekommen, jetzt muss nur noch ein guter Rastplatz gefunden werden  

A las orillas del Rin...

At the shores of the River Rhine ...

Am Rhein angekommen, jetzt muss nur noch ein guter Rastplatz gefunden werden

 
Die wehende Schönstattfahne am Rucksack begleitet die Pilger den ganzen Weg  

Nunca sin la bandera...

Never without the flag

Die wehende Schönstattfahne am Rucksack begleitet die Pilger den ganzen Weg

 
Pfarrer Treutlein hat sich für die Treppen entschieden, das Mikro bleibt da allerdings aus  

El Padre Treutlein en la escalera rumbo al Castillo Ehrenbreitstein

Father Treutlein climbing the stairs up to the Ehrenbreitstein Castle

Pfarrer Treutlein hat sich für die Treppen entschieden, das Mikro bleibt da allerdings aus

 
Im Laufen liest der Pfarrer Treutlein Impulse vor und stimmt Lieder an

Motivación: P. Josef Treutlein

Motivation: Fr. Josef Treutlein

Im Laufen liest der Pfarrer Treutlein Impulse vor und stimmt Lieder an

Fotos: Kathrin Frentzen © 2009

 

 

 

SCHÖNSTATT, Kathrin Frentzen. Die Glocken des Urheiligtums läuten kräftig, eine Gruppe mit vielleicht 20 Kindern steht vor dem Kapellchen, gespannt schauen sie in Richtung Pilgerparkplatz. Und da kommen die ersten erschöpften Pilger durch die kleine Rundöffnung in der Mauer, die die Straße von der Wiese hinter dem Heiligtum trennt. Vorne weg läuft Schw. Anne-Maike, die Schönstatt Fahne in ihrer Hand weht – sie sind angekommen!

Am Samstag den 2.Mai um 8.00 Uhr morgens war es noch recht frisch auf dem Parkplatz der Pilgerzentrale, die Wolken bedeckten den Himmel und Jacken, die eigentlich im Auto bleiben sollten, wurden doch wieder herausgeholt. Langsam versammelten sich die Teilnehmer für die Pilgertour und packten sich im Pilgerheim ihre Lunchpakete für die 17 Kilometer Rheinsteig, die noch vor ihnen lagen. Als dann Wasserflaschen, Trinkpäckchen, Brot und Obst im Rucksack verstaut waren, verteilten sich die Teilnehmer auf zwei Kleinbusse und ein Auto. Los ging die Fahrt zum Allerheiligenberg, Ausgangspunkt für die Pilgerwallfahrt, die die Pilgerzentrale in diesem Jahr zum ersten Mal organisiert hat.

Auf der Spitze des Berges steht das Kloster der Oblaten und die dazugehörigen Allerheiligen-Kapelle. Bevor nun der Fußmarsch losgehen sollte, hielt Pfarrer Treutlein noch die heilige Messe in der rheinischen spätgotischen Kapelle. Die Statue Marias, die über dem Altarraum hängt, schaute auf die Teilnehmer herab, sie sollte den langen Weg zurück nach Schönstatt mit ihnen gehen.

In der Allerheiligen-Kapelle wurde in den Fürbitten der Heiligen wie zum Beispiel dem Ordensgründer der Oblaten dem heiligen Eugen von Mazenod oder der heiligen Edith Stein, die Vorbilder für die Christen sind, gedacht.

Die Schönstatt-Fahne vorne weg

Als die neunzehn Pilger langsam aus der Kapelle traten, war es immer noch frisch und auch die Sonne hatte sich noch nicht blicken lassen. Doch trotzdem ging es fröhlich los, Schw. Anne-Maike mit der Schönstatt Fahne vorne weg.

Pfarrer Treutlein, Würzburg, der Initiator des Fränkischen Marienweges, hatte neben seinem Weltjugendtagsrucksack auch noch das Mikro und den Lautsprecher zu tragen, denn er war auf der ganzen Pilgerstrecke für die geistlichen Impulse zu ständig. Es wurde gemeinsam ein Rosenkranz gebetet, an die sieben Freuden Marias gedacht und viele Lieder gesungen. Bei all zu starken Anstiegen wurde das Beten aber auch mal für eine Zeit unterbrochen, denn da brauchten alle ihre Luft zum Laufen. Aber in der Stille des Waldes kamen viele durch die Impulsfragen zum Nachdenken: "Wann habe ich das letzte Mal Trost gespendet?" oder "Nehme ich die Feiertage der katholischen Kirche bewusst wahr?"

Aber immer wieder blieb auch Zeit für Pausen, für Gespräche und für Stille.

Rhein in Sicht

Zur Mittagszeit endete dann plötzlich der Wald und die ersten Häuser kamen wieder in Sicht. "Zivilisation", sagte ein Teilnehmer. Wenige Straßen weiter fiel der Blick dann auf den Rhein, der ansonsten immer durch die Bäume verdeckt gewesen war. Die Glocken der Kirchturmuhr schlugen zur Mittagsstunde und so wurde nicht lange überlegt, hier am Rhein war der perfekte Platz zum Pause-Machen. Auf den Bänken und den Steinen machten es sich alle bequem und jeder holte seine Lunchpakete hervor. Und auch die Sonne hatte sich entschlossen, ab jetzt mit zu wandern und suchte sich ihren Weg langsam durch die Wolken. Schw. Anne-Maike hatte mit gedacht: "Will jemand Sonnenmilch?", fragte sie in die Runde, doch alle lehnten dankend ab, so ein bisschen Sonne!

Als alle satt und ausgeruht waren, ging es wieder auf die Füße und weiter, ein Stück am Rhein entlang. Das nächste Ziel war die Burg Ehrenbreitstein. Dort teilte sich die Gruppe zum ersten Mal, denn die einen entschieden sich für die bequeme Gondelfahrt, die anderen für die steilen, steinigen Treppenstufen, die Besucher hinaufführen. Auf der Burg und der Umgebung wird im Moment vieles für die Bundesgartenschau 2011 umgebaut und renoviert, so zierten viele Gerüste die alten Burgmauern. Doch der Blick auf Rhein, Mosel, deutsches Eck und Koblenz war so frei wie immer. Die Sonne hatte viele andere Touristen angezogen und alle standen am Geländer und schauten hinab auf den Punkt an dem Rhein und Mosel sich treffen und sich langsam die verschiedenfarbigen Wasser vermischen.

Mit Pater Kentenich die letzten Kilometer

Doch Zeit für einen Kaffe blieb nicht, denn um 15.30Uhr war Ankunft im Kapellchen geplant. "Um 16Uhr beginnt eine Andacht, dann können wir da nicht mehr stören", erklärte Pfarrer Treutlein. Also geht es weiter, auch mit Gebeten und geistlichen Impulsen. Gemeinsam beten alle Gebete von Pater Kentenich, die er in Dachau geschrieben hat, "damit hat er vielen Menschen geholfen", sagt Pfarrer Treutlein.

Auch hier auf dem Pilgerweg helfen sie wieder, denn die letzten Kilometer waren angebrochen und die Kräfte ließen langsam nach.

In weiter Ferne erblickt man ein gelb blühendes Rapsfeld, das sich aus der grünen Umgebung absetzt und gleich links davon "sieht man nun auch zum ersten Mal Schönstatt", erklärt Schw. Anne-Maike, die stehen geblieben ist, "Das ist der Berg Sion mit dem Vaterhaus".

Die Landluft war an dieser Stelle besonders gesund, denn ein Misthaufen ziert hier die Landschaft; damit aber auch die letzten aufschließen können und noch einmal Kräfte für die letzten Kilometer zu sammeln, beschließen alle, hinter dem Misthaufen eine kleine Rast zu machen.

"Wer will einen Müsliriegel?", fragt Schw. Anne-Maike in die Runde, die letzten Proviantreste werden aufgegessen oder verteilt, die Pilgerstrecke geht dem Ende zu.

Noch eine Kurve und dann…

An einem kleinen Fluss entlang, durch ein Wohngebiet, am Freibad vorbei, dann noch ein paar Kuhwiesen und ein wenig Wald, noch um die Kurve… und… dann erblickt man auch schon die ersten Autos vom Pilgerparkplatz.

Die Glocken des Kapellchens läuten zur Begrüßung, Kinder stehen davor und warten gespannt auf den Einzug der erschöpften, aber stolzen Teilnehmer. Pünktlich um 15.30Uhr haben sie es geschafft, 17 Kilometer Rheinsteig mit der Gottesmutter im Gepäck überwunden. "Es war sooo toll", schwärmt Angela, durch die Sonne und die Freude ist ihr Gesicht gerötet, "ich hätte nicht gedacht, dass ich so gut mithalte."

Auch die Gesichter der anderen, die sich auf die Bänke des Kapellchens gesetzt haben, sehen glücklich aus.

Im Kapellchen hält Pfarrer Treutlein das Abschlussgebet, gemeinsam erneuern alle das Liebesbündnis. Und auch die Hoffnung Pfarrer Treutleins, dass das "Pilgern nach Schönstatt" vielleicht zu einer größeren Bewegung wird, ist ein Stück näher gekommen. "Dass wir von so vielen Kindern hier empfangen wurden, macht mir Mut, dass auch die nächste Generation das Kapellchen als Gnadenort aufsuchen wird.", sagt er.

 


 

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Last Update: 05.05.2009