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 published: 2009-05-08

Hinter jeder Ecke wartet Gott

Fahrradpilgerfahrt von Münster nach Schönstatt vom 25.04. bis 03.05.2009

 

Unterwegs - mit Marienbild vorne am Lenker

Peregriación en bicicleta a Schoenstatt – con la Peregrina

Bikeride Pilgrimage to Schoenstatt – with the Pilgrim MTA

Unterwegs  - mit Marienbild vorne am Lenker

 

Mittagslob: Am Kreuzgarten

Oración en una ermita en el camino

Praying at a wayside shrine

Mittagslob: Am Kreuzgarten

 
St. Alderkus Kapelle  

Capilla de San Alderkus

St. Alderkus Chapel

St. Alderkus Kapelle

 
Abschied morgens in Maria Rast  

Despedida en Maria Rast

Farewell in Maria Rast

Abschied morgens in Maria Rast

 
Fehlende Brücke an der Rur  

¿Dónde quedó la puente?

Once upon a time, there was a bridge...

Fehlende Brücke an der Rur

 
Pater Kenntenich erwartet die Pilger  

El Padre Kentenich espera a los peregrinos

Fr. Kentenich waiting for the pilgrims

Pater Kenntenich erwartet die Pilger

 Fotos: Adrian © 2009

 
 

DEUTSCHLAND, Franz-Josef Adrian. "Vierhundert Kilometer für den den da oben?" – Ein vielleicht 15-jähriger sah mich ungläubig an und deutete auf den Flyer, den er im Radkartenhalter gesehen hatte. Es war in den Osterferien. Wir standen gleichzeitig in der Fahrradwerkstatt und warteten auf unsere Räder, die wir zur Durchsicht abgegeben hatten. "Ja," antwortete ich, "400 Kilometer mit dem Thema: Hinter jeder Ecke wartet Gott!" "Hä – ? Für so was strampelst’e dich ab?" Und dann: "Hinter jeder Ecke? Hast’e denn immer Bock auf Gott?" Obwohl mir sein Gesicht diese Frage vorher schon verraten hatte, wurde ich nachdenklich. Habe ich immer Lust auf Gott? "Nein," gab ich ehrlich zu, und ich versuchte, es ihm in seiner Sprache zu erklären, "immer Bock auf Gott habe ich auch nicht, aber ich glaube fest, Gott hat immer Bock auf mich!" "Hä – ? Dann kann es ja auch noch mit mir was werden," sagte er, zahlte, schwang sich auf sein Mountain-Bike und düste um die nächste Ecke. "Gute Fahrt" wünschte ich ihm noch, aber er hörte mich nicht mehr....

Hinter jeder Ecke wartet Gott: unter diesem Motto begaben sich am 25.04.2009 siebzehn Frauen und Männer unter der Leitung von Schwester Juttamaria (Haus Mariengrund, MS-Gievenbeck) auf die große Radpilgertour von Münster nach Schönstatt.

Wir fuhren bei herrlichem Wetter auf landschaftlich sehr schönen Radwegen durch das Münsterland, den Niederrhein, die Hinsbecker Schweiz, radelten durch das Nette-Tal, an der Schwalm und an der Rur entlang, dann ein Stück durch die Eifel, und kamen hinab ins Ahrtal. Der Anblick der Weinberge an Ahr und Rhein kündete allen das nahende Ende unserer Fahrt an. In Schönstatt angekommen, blieb ausreichend Zeit, für die Suche der Spuren, die die Gottesmutter für Pater Kenntenich an diesem Ort gelegt hatte.

Übernachtet haben wir in den jeweiligen Schönstatt-Zentren Borken, Oermter Berg, Puffendorf und Maria Rast. An der Ahr wurden wir von den Ursulinen freundlich aufgenommen. In Schönstatt hatten wir Quartier in der Marienau.

Unterwegs in Gottes Welt

Jeder Tag hatte einen bestimmten Rahmen. Morgens vor dem Frühstück trafen wir uns zum gemeinsamen Morgenlob. Danach ging’s los. Kleinere Pausen unterwegs und die längere Mittagspause lockerten die Runde auf und gaben Zeit, Gedanken miteinander auszutauschen. Eine Pilgerin sagte: "Gespräche, aber auch Stille und Ruhe, um während der Fahrt in sich hineinzuhören, taten mir sehr gut. Gleichzeitig Gottes schöne Welt, die Landschaften, Berge und Täler zu er – fahren, gaben mir den Glauben: Gott wartet tatsächlich hinter jeder Ecke – und sogar auch auf mich!"

In der Mittagspause wurden wir stets in gastlichen Pfarrheimen aufgenommen und konnten in Ruhe unser Lunchpaket verzehren. Nach einem kurzen religiösen Impuls schwangen wir uns wieder auf die Räder. "Ich freue mich jetzt schon auf das Glöckchen, wenn wir heute Abend nach Hause kommen", sagte mir ein Teilnehmer, der zum ersten Male mitfuhr. "So etwas habe ich noch nie gespürt, das muss man selbst erlebt haben! Wenn mir das ein anderer erzählt hätte, hätte ich den Ruf der Gottesmutter nie verstanden! Besonders schön finde ich, wenn der Herr Pastor in der abendlichen HL. Messe in einer kurzen Ansprache den Tag noch einmal in unserer Erinnerung Revue passieren lässt."

"Für mich ist die Erfahrung, dass für alle Pilger in unserer Gruppe die Gemeinschaft sehr wichtig ist, sehr beeindruckend," sagte eine Pilgerin, "wir sind ja wie eine kleine Gruppe – eine Zelle – die nach der Schönstatt–Idee Voraussetzung ist, um zu einer gemeinsamen großen Familie zu werden."

Das Brückenerlebnis

Dabei waren die Anforderungen an die Pilger an den einzelnen Tagen nicht immer gleich. Die größte Überraschung stand uns auf dem Weg zwischen Doveren und Brachelen bevor. Der Radweg sollte uns zu einer kleine Brücke über die Rur führen. Doch diese Brück war abgebaut. Die Gesichter der Pilger, die schon öfter mitgefahren waren, sprachen Bände. Durch Wiese, Feld und auf Pfaden, die auch noch schlammig waren, musste die Gruppe Ruraufwärts über Hilfrath einen kleinen Umweg in Kauf nehmen.

Glücklich, gemeinsam diese Strapaze überwunden zu haben, sagte ein Teilnehmer abends: "Aber schön wars doch!"

Eine Teilnehmerin zog aus diesem Tag für sich die Erkenntnis: "Mein Mann und ich sind oft mit dem Rad unterwegs – aber wehe es kommt ein Sandweg oder mein Fahrrad ‚hoppelt’ länger als 100 Meter über Feldwege, dann bin ich sauer! Bei dieser Fahrt ging es vor allem nach dem ‚Brückenerlebnis’ über einen sehr holprigen Wiesenweg, der immer schmaler wurde, bis wir durch Gebüsch, und Dornen quer übers Feld mussten und wir plötzlich auf eine Straße mit Brücke über den Fluss kamen – so, wie auch im Leben! Oftmals ist der grade, elegante Weg versperrt, und man wird durch unwegsames Gelände geleitet, bis dann doch die Brücke zur Weiterfahrt auf dem Lebensweg auftaucht. Gut nur, dass ich nicht mit meinem Mann alleine diesen Weg machen musste, ich hätte ihm die ganze Zeit die Ohren vollgenörgelt! Die Erkenntnis für mich an diesem Tag: Also bitteschön, nicht gleich meckern!"

In Schönstatt schon erwartet

Am Ende der Tour kamen wir müde, aber überglücklich am Ursprungsort der Schönstattbewegung an. Im Urheiligtum jubelten wir unseren Dank mit ‚Großer Gott, wir loben dich’ zum Himmel.

Eine Pilgerin legte ihre mitgebrachte Last im Urheiligtum ab: "Mein tiefgehendes Erlebnis

auf unserer Pilgerfahrt mit vielen frohmachenden Gemeinschaftserlebnissen war das Ankommen im Urheiligtum – und die Feier der HL. Messe dort. Hier konnte ich ganz besonders meinen mit Dank, Bitten und Vorsätzen gefüllten Rucksack öffnen und alles unserm Vater im Himmel und der Gottesmutter sagen."

Für mich, als Wegführer, war die Erfahrung, dass Gott hinter jeder Ecke auf uns wartete und die Gottesmutter ihre Hand auf dem ganzen Weg über uns gehalten hat, einmal ganz besonders intensiv. Es war in der engen Kurve auf dem abschüssigen Weg von Kirchsahr nach Kreuzberg, in der sich beinahe zwei entgegenkommende Fahrzeuge in zu schneller Fahrt gerammt hätten. Es wäre nicht auszudenken gewesen, wenn sie sich berührt hätten und in unsere Radgruppe geschleudert wären.

 


 

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Last Update: 08.05.2009