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 published: 2009-02-17

Wohin führt Gott unseren Zukunftsprozess?

Zukunftsforum II der deutschen Schönstatt-Bewegung – Zwischen "schon" und "noch nicht" ein Moment der Verdichtung

 

Foro de Futuro del Movimiento de Schoenstatt de Alemania, con unos 180 delegados

Future Forum of the German Schoenstatt Movement, with some 180 delegates

Zukunftsforum II der deutschen Schönstatt-Bewegung, mit etwa 180 Teilnehmern

 

P. Dr. Lothar Penners, Director del Movimiento en Alemania

Fr. Dr. Lothar Penners, Movement Director in Germany

P. Dr. Lothar Penners, Leiter der Schönstatt-Bewegung in Deutschland

 
 

Un aporte desde el Padre Kentenich: P. Günther Boll

A contribution from the perspective of Fr. Kentenich – Fr. Günther Boll

Ein Beitrag aus der Perspektive Pater Kentenichs – P. Günther Boll

 
 

Bernhard Maas, moderador y conferencista

Bernhard Maas, modertor and speaker

Bernhard Maas war einer der beiden Moderatoren, schlüpfte aber auch in die Rolle des Referenten

 
 

Momentos de encuentro

Socialization

An den Abenden gab es viele Möglichkeit zum geselligen Austausch in großer Runde

 
 

Christine Gold, iniciadora del proyecto de arte

Christine Gold initiated an art Project

Christine Gold hatte die Idee und Initiative zum Zu-Kunst-Forum

 

Encuentor con el Padre Kentenich

Moments with Fr. Kentenich

Eine Begegnung mit Pater Kentenich, die nachwirkte

 

Fotos: POS, Brehm© 2009

 

DEUTSCHLAND/ZUKUNFTSFORUM, mkf. Schon zu Ende? Noch gar nicht richtig angefangen? Noch im Rückblick auf das Zukunftsforum I, schon im Vorausschauen auf das Zukunftsforum III? Zwischen Zukunftsforum I und III lag dieses Zukunfstforum II als ein Zwischenschritt auf dem Weg der deutschen Schönstattfamilie in ihrem Prozess der Neuidentifizierung und Neugestaltung in ihrem Miteinander, ihrem apostolischen Anspruch, ihrer Generationen- und Zukunftsfrage und der starken Fokussierung auf ihre Außenwirkung.

Das Paulusjahr und darin das Bild, das die Schönstatt-Bewegung seit der Eröffnung des Paulusjahres begleitet – der Schritt des Völkerapostels ans Ufer Europas – prägt auch dieses Zukunftsforum II: visuell durch das Bild, das groß an der Vorderfront des Konferenzsaales hängt, verbal durch die Eröffnungsrede des Bewegungsleiters, Dr. Lothar Penners. Er stellt in seinem Impulsvortrag die Beziehung her zum Zukunfstforum I, betont das, was seitdem gewachsen ist: der Wunsch nach mehr Miteinander, das Drängen nach Weiterarbeit, die Freude an Schönstatt und an einem Neuanfang, der hier anvisiert wird. Aus den vielen Arbeitskreisen, die beim ersten Zukunftsforum entstanden und von denen einige weitergegangen sind, präsentieren drei ihre Ergebnisse: "Miteinander", "Schoenstatt 2.0" und "Junge Erwachsene".

Der Arbeitskreis Miteinander präsentiert nach einem Einstiegsimpuls von Pater Kentenich als Grundlage eine neue Grundhaltung aus dem Geist des Liebesbündnisses, dann eine Anzahl von bereits bestehenden und anzugehenden Projekten (große Zustimmung beim Stichwort "Schönstatt-Kneipe"), und dann als Vision ein Liebesbündnis untereinander, vielleicht auf das Jahr 2014 hin. Sogar ein konkreter Gebetsvorschlag für die ganze deutsche Schönstattbewegung ist entstanden.

Um eine Professionalisierung und Ausweitung im Bereich von Ästethik, Inhalt und Strategie geht es dem Arbeitskreis, der unter der Bezeichnung "Schönstatt 2.0" firmiert. Stichworte, die aufhorchen lassen, sind Menschenorientierung und Corporate Identity.

Der Arbeitskreis "Junge Erwachsene" macht deutlich, dass es um mehr geht als einen Arbeitskreis. Strömung ist das Stichwort, und es geht darum, dass junge Erwachsene zwischen 25 und 35, zwischen Jugendgliederungen und (vielleicht) Erwachsenengliederungen sich zusammenschließen und vor allem aktiv mitarbeiten möchten in Schönstatt. Dass in dieser Richtung schon einiges gelaufen ist, wird deutlich, ebenso das Bemühen um Vernetzung mit anderen in dieser Altersgruppe oder Generation angesiedelten Initiativen.

Mit einem vierseitigen Leitlinien-Papier wurden die Teilnehmer dann in nach dem Zufallsprinzip generierte Arbeitsgruppen entlassen mit der Aufgabe, Entwicklungsspitzen des Zukunfstprozesses zu besprechen. Die Zeit im anschließenden Plenum, in dem spontane Äußerungen dazu eingeholt wurden, ohne diese jedoch zu strukturieren, gab es Meldungen aus dem ganzen Spektrum des Prozesses. Nicht auf die Zahlen allein schauen, sondern dafür sorgen, kultur- und kirchenrelevant zu werden, war eine davon, der Wunsch nach Verbindung von Vision und konkreten Schritten dahin, eine andere.

Eine Vision

Vision: das war das große Stichwort dieses Zukunftsforum II, auch schon im Vorfeld. Unter diesem Begriff bündelte sich ein breites Spektrum von Erwartungen und Vorstellungen – von dem schlichten Wunsch, das in großer Breite Gesammelte zu bündeln bis hin zur Beschäftigung mit Pater Kentenichs Zukunfstvision Schönstatts. Der Samstagvormittag galt in diesem Sinn zunächst einem starken Input durch die beiden Referenten Pater Günther Boll und Bernhard Maas – letzterer dieses Jahr neben Sr. Vernita Weiß auch Moderator des Zukunfstforums.

Pater Günther Boll knüpft in seiner Darstellung an seine letzte Begegnung mit Pater Kentenich an, wenige Wochen vor dessen Tod, in dem dieser seine Sorge um die Zukunft Schönstatts ausdrückte: Wie geht es weiter mit den großen Zielgestalten? Wer hat das verstanden? Wenn wir nicht auf die Realtität des Liebesbündnisses mit der Gottesmutter bauen könnten, müssten wir alle Hoffnungen fahren lassen, so damals Pater Kentenich. Aber dieses Liebesbündnis ist Realität...

Bernhard Maas provoziert in seinem Statement zur Zielgestalt des Apostolischen Weltverbandes mit der Frage, warum der Name Schönstatts "Apostolische Schönstatt-Bewegung" in Deutschland sich nicht so recht durchgesetzt habe, im Gegensatz zu anderen Ländern. Er fordert gemeinsames Engagement in apostolischen Projekten und eine Stärkung des apostolischen Gepräges Schönstatts und eine Rundumerneuerung in seiner Präsentation nach außen.

Dann geht es in kürzeren Statements um Erfahrungen und Anliegen im konkreten Einsatz: im Miteinander am Ort Schönstatt, bei der Nacht des Heiligtums, bei der Gestaltung des Ortes und mit dem Projekt abrufbaren Schönstatt-Wissens (Internet). Am Nachmittag gibt es zu diesen und weiteren Themen (Pädagogik, Sing mir Schönstatt, Elemente einer Zukunftsvision u.a.) Arbeitskreise, deren Ergebnisse in schriftlicher Form weitergegeben werden.

Sind wir unserer Vision näher gekommen?

Stehen wir ein wenig im Nebel?, so Bernhard Maas am Sonntagmorgen. Sind wir unserer Vision näher gekommen? So stellt Pater Dr. Lothar Penners am Sonntagmorgen in seinem Abschlussvortrag den Teilnehmern die selbe Frage, etwas anders formuliert. Schönstatt zeige sich mit neuem Gesicht und neuen Gesichtern in diesem Zukunfstforum, feiere miteinander schöne Liturgien, erlebe sich versammelt in diesem "Haus des Vaters", wie schon im letzten Jahr, frage sich aber aber auch nach den Verdichtungsmomenten. In welcher Weise sollten und könnten diese gefasst werden, so die Frage: in einer Art "Konzilsdokument", einer "Botschaft", einem "Leitbild"? Ist es schon so weit? Oder müsste nicht genau der dafür erforderliche Bündelungsvorgang mit allen geschehen? Fehlt nicht noch die gemeinsame Straffung? Welche Botschaft haben wir für die Menschen in unserem Land? Eine breite Mehrheit spricht sich aus für einen Leitbildprozess, der in großer Transparenz vonstatten gehen und in das Zukunftsforum III eingehen soll. Dass es in diesem Prozess auch zu Spannungen und Momenten der Unzufriedenheit kommen wird und muss, muss man aushalten, so ein Beitrag, aus dem Erfahrung spricht.

Andererseits ist es schon konkret geworden: Jede Menge toller Ideen schreien jetzt gerade danach, angepackt zu werden, so eine Stimme. Pater Lothar Herter erinnert daran, dass die Menschen Schönstatt brauchen. Geht es nicht bei der Suche nach einer Vision letztlich um die Stärkung des gläubigen Bewusstseins, dass Schönstatt eine Antwort ist für die Menschen heute – konkretisiert in Initiativen wie dem Fackellauf oder den Misiones, die dieses Jahr auch in Deutschland beginnen? Mit mehr Fragen als Antworten und zwischen Aufbruchs- und Nachdenkstimmung geht das Plenum zu Ende und die Teilnehmerschaft zum Schlussgottesdienst und einem schlichten Abschluss am Urheiligtum.

Wohin führt uns Gott in diesem Zukunftsprozess? Die Frage geht mit – und wird hineingehen in das Zukunftsforum III im Jahr 2010.

Irgendwo dazwischen

"Irgendwo dazwischen": So charakterisiert das Zukunfstforum II einer der diesmal besonders zahlreich vertretenen Jungen Erwachsenen, und weist mit einem Augenzwinkern hin auf die Wandgestaltung. "Zwischen Professionalität und Handarbeit": oben prangt ein gedrucktes Banner mit dem bekannten Schriftzug "Zukunftsforum", unten zusammengeklebte DinA4-Blätter mit dem Wort "In die neueste Zeit", Handschrift von Pater Kentenich, original, mit Foto, Handarbeit die Gestaltung. Gelächter rundum, gut beobachtet, sympathisch und wohlwollend kommentiert. Sympathisch und wohlwollend, so ist die Atmosphäre im großen Rund des Konferenzsaales im Pater-Kentenich-Haus. Wie schon beim Zukunfstforum I im vergangenen Jahr. Sympathisch und wohlwollend, so charakterisieren Teilnehmer immer wieder die Begegnungen, die Gespräche, den Austausch. "Nicht das, worüber wir hier reden, sondern dass wir es überhaupt tun, und in dieser Offenheit und diesem Interesse", sei das eigentlich Wichtige an diesem Zukunftsforum, so ein Teilnehmer in einem der Plenarien, die allen immer viel zu kurz vorkommen. Mehr Miteinander "auf dem kleinen Dienstweg", Kooperation zwischen Garderobe und Kaffeetheke, Kennenlernen, Reden, gegenseitiges Interesse erleben und bekunden: die Momente "zwischen" den eigentlichen Veranstaltungen des Zukunfstforums sind ungeheuer wichtig. Irgendwo dazwischen ist es auch, wo eine Vertreterinnen der Berufstätigen Frauen klar macht: "Schon nur lebendiges Interesse aneinander kostet Zeit. Aber wir haben keine Zeit übrig. Etwas mehr Zeit miteinander muss heißen, etwas weniger Zeit für Eigenes, ist uns das klar?" Und das Gespräch darüber wird richtig gut, einfach zwischendrin.

Zwischen Liturgie, Kunst und Kultur

Angenehm und positiv wird die Tagungskultur von ihrem äußeren Setting wie auch von den Zwischenmomenten liturgischer, künstlerischer und geselliger Art von den meisten Teilnehmern erlebt. Das Pater-Kentenich-Haus erscheint wieder als guter Tagungsort für Veranstaltungen der Größenordnung bis 200 Personen; die musikalische Einstimmung zu Beginn der Versammlungen im Pater-Kentenich-Haus ist ansprechend, die Gestaltung der heiligen Messen und der liturgischen Zeiten – vor allem der Anbetungszeit am Samstag – mit einem ad hoc zusammengestellten Chor samt Instrumentalgruppe wird von allen als Bereicherung erlebt. Da kommt einfach Freude auf, bei aller Unterschiedlichkeit von Stil und Vorlieben: ein großer Reichtum an Talenten und an Bereitschaft, diese einzubringen, ist einfach da!

Freude und Stolz auch beim Kulturabend am Freitag an der Vernissage im Konferenzsaal und den dargebotenen Liedern und Musikbreiträgen. Die Initiative eines "Zu-Kunst-Forums", die Christine Gold mit großem Einsatz vorangetrieben hat, hat viele Früchte und reiches Potential in der Schönstatt-Bewegung zu Tage gefördert.

Am Samstagabend gibt es einen "Horizonte" überschriebenen Abend, an dem es um die Begegnung mit dem internationalen Schönstatt geht. Zunächst werden Auslandszeit und Fackellauf nach Rom im Kontext internationaler Begegnung vorgestellt, dann bringen Vertreter der deutschen Delegation (Ehepaar Jehle, Sr. Johanna-Maria, P. Widmaier, Anna Rutzmoser) bei der Konferenz 2014 aus zeitlichen Gründen sehr knapp, aber engagiert das Erlebnis und die Ergebnisse der Konferenz 2014 ins Zukunftsforum hinein mit dem Hinweis auf die Botschaft der Konferenz, die alle Teilnehmer auch in ihren Arbeitsmappen gefunden haben.

Das Zukunftsforum III wird sicher spannend...

 


 

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Last Update: 20.02.2009