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 published: 2009-01-21

Ich danke meinem Gott jedes Mal, wenn ich an euch denke

Paulus: kein zufälliger Deckname für Pater Kentenich im KZ - 20. Januar im Licht des Paulusjahres

 

20. Januar: Heilige Messe der ganzen Schönstattfamilie in der Anbetungskirche

20 de enero: Misa de la familia de Schoenstatt en la Iglesia de la Adoración

20th January: Holy Mass of the Schoenstatt Family in the Adoration Church

20. Januar: Heilige Messe der ganzen Schönstattfamilie in der Anbetungskirche

 

Am frühen Morgen im Urheiligtum: P. Kuller und P. Matheus Bernardes (re.)

En la madrugada en el Santuario Original: el P. Kuller y el P. Matheus Bernardes (der.)

Morning Mass in the Original Shrine: Fr. Kuller and Fr. Matheus Bernardes (l.)

Am frühen Morgen im Urheiligtum: P. Kuller und P. Matheus Bernardes (li.)

 
   

Santa Misa, en unión con el Padre

Holy Mass, united with Father Kentenich

Heilige Messe in innerer Verbundenheit mit der Messe Pater Kentenichs am 20. Januar 1942Heilige Messe in innerer Verbundenheit mit der Messe Pater Kentenichs am 20. Januar 1942

 
Beeindruckender Einzug der Priester  

Entrada de los sacerdotes

Entrance procession of the priests

Beeindruckender Einzug der Priester

 
Familie des Vaters  

Familia del Padre

Family of the Father

Familie des Vaters

 
Mons. Dr. Peter Wolf  

Mons. Dr. Peter Wolf

Mons. Dr. Peter Wolf

Mons. Dr. Peter Wolf

Fotos: Cássio Leal/K. Fischer © 2009

 
 

SCHÖNSTATT, mkf. "Wir stehen mitten im Paulusjahr, zu dem der Heilige Vater uns eingeladen hat. Viele von uns haben seine Einladung angenommen und sich innerlich auf den Weg gemacht, Paulus mehr Aufmerksamkeit zu schenken und mit ihm ins Gespräch zu kommen. Manche haben in der ersten Hälfte des Paulusjahres sich bereits vergewissert, wie stark unser Vater und Gründer bei Paulus in die Schule gegangen ist. Heute Abend möchte ich Sie einladen, im Kontext des 20. Januars wahrzunehmen, wie unser Gründer das Geschick der Gefangenschaft von Paulus her gesehen und verstanden hat", so beginnt Mons. Dr. Peter Wolf seine Predigt am Abend des 20. Januar 2009 in der vollbesetzten Anbetungskirche auf Berg Schönstatt. Er zeigt den zahlreichen Gottesdienstteilnehmern, was der Philipperbrief für Pater Kentenich in seiner Gefängniszeit in Koblenz bedeutete, in dem er durch die Worte des Völkerapostels seiner Familie sagen wollte: Ich danke meinem Gott jedes Mal, wenn ich an euch denke." Auch heute.

20. Januar, Achse der Schönstattgeschichte. Ein Festtag für die ganze Schönstatt-Bewegung, so hat es Pater Kentenich selbst angeregt. In einem eigenen Brief zu diesem Tag schreibt der Leiter der Schönstatt-Bewegung in Argentinien, Pater Javier Arteaga: "Der Gründer war wegen seiner eisernen Ablehnung des Nazi-Regimes, das er als unmenschlich und dämönisch brandmarkte, gefangen genommen worden. Er uns seine Bewegung erschienen den Diktatoren gefährlich wegen der Erziehung eines Menschentyps, der sich nicht einfach den wechselnden Ideologien beugte. An Weihnachten 1941 schrieb Pater Kentenich: Ich schenke dem lieben Gott von Herzen gern diesen Verlust (der Freiheit) und bin bereit, ihn bis zum Ende meines Lebens in allen erdenklichen Formen zu ertragen - wenn ich Ihnen und der ganzen Familie damit bis zum Emde der Zeiten Fortbestand, Fruchtbarkeit und Heiligkeit erkaufen kann... Wer die Familie liebt, schätzt sich darum glücklich, alles hergeben zu dürfen für sie. Tage später, in der Morgenfrühe des 20. Januar, während er in der Zelle heimlich die heilige Messe feiert, beschließt Pater Kentenich, den Antrag auf erneute medizinische Untersuchung nicht zu unterschreiben, und bietet seine Freiheit an für die innere Freiheit seiner Familie. Im März wird er ins KZ Dachau eingeliefert, wo er unter unmenschlichen Bedingungen dreieinhalb Jahre bleibt. Es ist der Todessprung des göttlichen Vertrauens: tief vereint mit Christus und seinem Beispiel folgend, nahm er das Kreuz auf sich, damit die Seinen Leben in Fülle haben; sein Leben für unser Leben. Mit Christus möchte unser Gründer den Willen Gottes erfüllen.

Es ist meine Familie

Dieses tiefe und ganzheitliche Erleben des Liebesbündnisses bei Pater Kentenich weckt in seiner Familie eine starke Strömung der Solidarität mit ihm und eine tiefe geschwisterliche Verbundenheit untereinander. Diese Solidarität hat den Familiencharakter der Schönstatt-Bewegung begründet und vertieft. Der 20. Januar wird so zur Achse der Schönstattgeschichte mit einer dreifachen Frucht:

  • Bestätigung des übernatürlichen Charakters des Werkes: Familie Gottes
  • Bestätigung der Schicksalsgemeinschaft von Gründer und Familie: Familie des Vaters
  • Bestätigung der Schicksalsgemeinschaft der Geschwister untereinander: Familie von Brüdern und Schwestern

In den Zeitungen ist das damals nicht erschienen; aber es hat das Leben von Tausenden von Männern und Frauen damals und heute tief geprägt."

Familienerlebnis in den Morgenstunden des 20. Januar

Es ist wirklich eine sehr schöne Erfahrung, an diesem Tag in Schönstatt zu sein, so Cassio Leal aus der SMJ (Schönstatt-Mannesjugend) von Brasilien und zur Zeit als Voluntär an der Pilgerzentrale. "Vor einem Jahr waren Pater Matheus und ich an diesem Tag zusammen im Heiligtum von Jaraguá beim Liebesbündnis einer Gruppe der SMJ, und jetzt, ein Jahr später, sind wir wieder zusammen, diesmal im Urheiligtum - das sind doch einfach Realitäten!" Für Pater Matheus Bernardes, für die Vorbereitung der Konferenz 2014 nach Schönstatt angereist, war es seine erste heilige Messe als Priester im Urheiligtum; als er vor sechs Jahren zuletzt in Schönstatt war, war er noch Student.

Auch für Cecilia Tre aus der Mädchenjugend von Argentinien, die am 18. Januar angereist war, war es ein besonderer Tag: erster Besuch im Urheiligtum am Bündnistag, erster Besuch am Grab Pater Kentenichs am 19., und nun am 20. Januar zusammen mit zwei Freundinnen aus der Mädchenjugend von Deutschland das Erlebnis der ganzen Schönstattfamilie - als Familie mit vielen Priestern verbunden in der Feier der heiligen Messe. Sehr viele Schönstattpatres und -priester konzelebrierten, Marienschwestern, Jugendliche und Vertreter aller Institute und Bünde bildeten eine große Festgemeinde, die ihr Familie-Sein feierte - und die dieses familienhafte Begegnen nach der Messe vor der Kirche fortsetzte.

Familie des Vaters

Wie schon am 18. Januar bei der Bündnismesse war das Thema "Familie" sein weit über die rein soziologische Dimension hinaus, eine zentrale Botschaft an diesem 20.Januar. Monsignore Dr. Peter Wolf zeigte auf, wie Pater Kentenich in diesem Sinn damals - und heute - in den Worten des heiligen Paulus zu seiner Familie spricht: "Auf einmal füllen sich die fast 2000 Jahre alten Worte mit Blut und Leben. Sie gewinnen ihre ursprüngliche Kraft und sie bringen ins Wort, was unser Vater seinen Schwestern, seiner Gefolgschaft sagen möchte. Sie sollen beim Lesen nach und nach entdecken, was Paulus damals und ihr Gründer heute sagen will. So verstehe ich den Hinweis unseres Vaters in einem anderen Brief aus dieser Zeit an die damalige Generaloberin der Marienschwestern: "Im Dezember können Sie statt meines Briefes am Anfang der Betrachtungszeit das 1. Kapitel des Philipperbriefes vorlesen lassen." Einen ganzen Monat lang hatten sie also Zeit zu ahnen, was unser Vater in den Worten des Apostels ihnen sagen wollte. Paulus wird zum Dolmetscher. Er bringt ins Wort, was der Vater und Gründer aus der Gefangenschaft den Seinen sagen wollte. Mehr als in jeder Predigt und jedem Vortrag zuvor konnte und durfte jetzt etwas sichtbar werden von der tiefen Verbindung und herzlichen Liebe, die über die Jahre der Gründung gewachsen war."

Pater Kentenich ist heute nicht gefangen, jedenfalls nicht in einem Gestapogefängnis. Und doch kann und will er wohl auch heute durch die Worte des heiligen Paulus seiner Familie sagen: "Ich danke meinem Gott jedes Mal, wenn ich an euch denke..."

 


 

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Last Update: 23.01.2009