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 published: 2008-11-18

Eine zerbrochene Marienstatue und ein blühender Rosenstrauch

Spuren des Anfangs – Wallfahrt nach Straßburg und Haguenau

 

Straßburg, Garten des Hauses, in dem Josef Kentenich als Kind mehrere Monate gelebt hat: eine zerbrochene Marienstatue und ein Rosenstrauch...

Estrasburgo, jardín de la casa donde vivió José Kentenich en su niñez durante varios meses: una estatua derrotada de la Virgen, y un rosal...

Strassburg, garden of the house where Joseph  Kentenich lived as a child for several months: a broken statue of Mary, and a rosebush…

Straßburg, Garten des Hauses, in dem Josef Kentenich als Kind mehrere Monate gelebt hat: eine zerbrochene Marienstatue und ein Rosenstrauch...

 

Pilger auf den “Spuren des Anfangs”

Peregrinos caminando por „las huellas del inicio“

Pilgrims “on the track of the beginning”

Pilger auf den “Spuren des Anfangs”

 
Es waren 50 Teilnehmer aus verschiedenen Gemeinschaften dabei  

Participaron unos 50 personas de todas las comunidades

Some 50 participants, from different Schoenstatt communities

Es waren 50 Teilnehmer aus verschiedenen Gemeinschaften dabei

 
Im Gespräch  

Encuentro

Sharing

Im Gespräch

 
Eine tiefe Pilgererfahrung für alle  

Una experiencia profunda para todos

A deep experience for all

Eine tiefe Pilgererfahrung für alle

Fotos: Szameitat © 2008

 
   

DEUTSCHLAND/FRANKREICH, Anette Szameitat. Straßburg. Rue de Marechal du Juin, Ecke Rue Pierre Montet. Die Wallfahrer stehen vor dem Haus, in dem Pater Kentenich als 6-jähriger Junge für einige Monate gewohnt hat, und betrachten die großflächige Bemalung der Stirnfassade am Haus Nr. 7 der ehemaligen Sonnengasse. Ein rätselhaftes weibliches Antlitz zieht die Blicke der Passanten förmlich an sich. Dann ein diskreter Blick in den Garten des Hauses, wo zwischen allerhand Gartenabfällen eine lebensgroße, gekrönte Marienstatue steht! Bei der halb zerbrochenen Kunststoffstatue fehlt das Kind, das diese Mutter einmal getragen hat. Und noch etwas völlig unerwartetes: aus dem Inneren der Statue wächst ein blühender Rosenstrauch... "Das ist ja wie ein Gruß aus einer anderen Welt" sagt Anette S., sichtlich berührt.

Etwa 50 Wallfahrer aus der Erzdiözese Freiburg haben sich am frühen Morgen zur Statio im Heiligtum des Wallfahrtsortes Oberkirch eingefunden. Von da aus brechen sie per Bus auf zu Stationen aus der Kindheit Pater Kentenichs in Straßburg und der Jugendzeit von Josef Engling in Haguenau und in Marienthal. Sie wollen der Gottesmutter diesen Tag schenken in Vorbereitung des bevorstehenden goldenen Jubiläums des Diözesanheiligtums in Oberkirch und um die Gnade eines Neuaufbruchs bitten. Der Besuch in der Straßburger Region hat daneben auch einen konkreten Bezug zur Sendung des Heiligtums: "Das christliche Erbe des Abendlandes" soll aufgegriffen und in die kommende Zeit hinübergerettet werden, "zumal im Raum unserer Erzdiözese und unserer Nachbarländer". Und genau mit Blick auf das Nachbarland Frankreich ist die Mariensäule ausgerichtet, die hoch über dem Heiligtum von Oberkirch steht.

Die ersten Vorstellungen und Eindrücke sind richtunggebend für das ganze Leben eines Kindes

"Die ersten Vorstellungen und Eindrücke sind richtunggebend für das ganze Leben eines Kindes". Rektor Dr. Rainer Birkenmaier versteht es ausgezeichnet, diese Aussage von Pater Kentenich mit Leben zu füllen durch viele Informationen über die Situation und das Umfeld des Kindes Josef. Fast neun Monate lebte Josef mit seiner Mutter im Haus des Onkels und dessen 3 Kindern und durfte in dieser Phase kontinuierlich Familienleben erfahren. Dr. Birkenmaier fordert die Teilnehmer auf, sich in die eigene Kindheit zu versetzen, in die kindliche Gedanken- u. Gefühlswelt. Welche Erinnerungen und Empfindungen aus dieser Zeit werden dabei wach? Angeregt mit solchen Überlegungen gehen die Wallfahrer zur Grundschule für Jungen, der ‚Ecole Ste Madeleine’ am Magdalenenplatz. Diesen Schulweg hat das Kind Josef mindestens ab Ostern 1892 regelmäßig genommen. Gegenüber der Schule lag damals ein Waisenhaus...und die Kirche St. Magdalene. In dieser Kirche feiern die Pilger an diesem Tag die Heilige Messe. "Gott ruft einen Menschen" und insbesondere "Gott ruft den Menschen schon vom Mutterschoße an", führt Dr. Birkenmaier in der Predigt aus und geht auf Gottes Führung im Leben von Pater Kentenich ein.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch den ortsansässigen Pfarrer und einer kurzen Mittagspause im Gemeindehaus der Pfarrei brechen die Pilger zur nächsten Station auf. In Haguenau nehmen sie Verbindung mit der Jugendzeit des Rekruten Josef Engling auf, der seine militärische Ausbildung während des 1. Weltkrieges in Haguenau absolvieren musste. Die Zeit von Ende 1916 bis Mitte 1917 verbrachte er in verschiedenen Quartieren. Die längste Zeit war Josef Engling in der direkt neben der Garnisonskirche St. Georg gelegenen Schule untergebracht. Während einer Andacht in dieser Kirche hören die interessierten Wallfahrer Abschnitte aus den Tagebuchnotizen von Josef Engling bzw. aus dessen Briefwechsel mit Pater Kentenich. Sie erfahren mehr über die vielleicht weniger bekannten inneren Kämpfe und Schwierigkeiten. Von Josefs Entsetzen über seine erste Lüge ist die Rede, von Lustlosigkeit und von den vielen Demütigungen durch seine Kameraden, die er erdulden musste, wenn er sich z.B. zum Gebet hingekniet hatte und sie absichtlich über seine Beine stolperten. "Vergiss die Mutter nicht", dieses Wort hatte Pater Kentenich beim Abschied von Schönstatt Josef Engling ans Herz gelegt. Diesen Rat hat er offenbar in so starkem Maß beherzigt, dass er schließlich zu seinem Persönlichen Ideal fand "Allen alles werden und der Gottesmutter ganz zu eigen".

Haguenau: Josef Englings Bewährung

Von Haguenau aus unternahmen Josef Engling und einige Sodalen drei Besuche zum nahe gelegenen Wallfahrtsort Marienthal. Schönstätter Jungmänner haben eine entsprechende Gedenktafel an der Außenfassade der Basilika "Unserer Lieben Frau von Marienthal" angebracht. Seit dem 13. Jhd. (von kriegsbedingten Unterbrechungen abgesehen) werden hier die Gnadenbilder der "Freudenreichen Madonna" und der "Pieta" verehrt. Ganz im Sinne der Sendung von Josef Engling steht Marienthal heute "Im Knotenpunkt von Europa, als Ort der Einheit und der Versöhnung." Berichten zufolge wird Marienthal als "Drehscheibe" in Josefs Leben gesehen. Hier soll er auch die Bedeutung Pater Kentenichs für sein Leben erkannt haben.

Nach einer persönlichen stillen Zeit der eucharistischen Anbetung gehen die Wallfahrer weiter zur letzten Statio auf französischem Boden, zu der benachbarten Karmelkirche. Josef Engling und die anderen Sodalen haben hier 1917 bewusst ihre Weihe an die MTA erneuert. Josef habe ganz aus der Kraft des Liebesbündnisses gelebt, sogar im Bombenhagel von Cambrai, so Dr. Birkenmaier. Im Hinblick auf Josef Englings Vorbild ermutigt er die Wallfahrer, auch bei auftretenden Schwierigkeiten ihren Weg weiterzugehen, den Gott sie geführt habe und nicht aufzugeben, nicht müde zu werden. Und, falls doch, sich dort neue Kraft zu holen, wo sie geschenkt werde. Das Wallfahrtsanliegen aufgreifend formuliert er u.a.: "Bitten und beten wir um die Gnade des inneren Lebens, des Gebets, auch für unser Heiligtum, um eine neue Gotteserfahrung mitten in der Welt, um die Gnade des Neuaufbruchs, um die Seligsprechung Pater Kentenichs und Josef Englings, und darum, dass Schönstatt in neuer Form zu wachsen beginnt..."

Wohlbehalten zurückgekehrt dankt Dr. Birkenmaier insbesondere dem Vorbereitungsteam der Wallfahrt. Im Heiligtum sieht man viele bewegte Gesichter und das Wort ‚DANKE’ steht ausgesprochen und unausgesprochen im Raum.

 


 

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Last Update: 18.11.2008