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 published: 2008-09-02

Afrika am Rhein

Weihbischof Dr. Grave, Essen, weihte in Schönstatt sieben junge Männer aus Nigeria zu Diakonen

 

Diakonatsweihe von sieben Studenten der Schönstatt-Patres aus Nigeria in der Anbetungskirche

Ordenación diaconal de siete seminaristas de los Padres de Schoenstatt de Nigeria, en la Iglesia de la Adoración

Deacons’ ordination of seven seminarians of the Schoenstatt Fathers from Nigeria, in the Adoration Church

Diakonatsweihe von sieben Studenten der Schönstatt-Patres aus Nigeria in der Anbetungskirche

 

 

Einzug

 

Procesión de entrada

Entrance procession

Einzug

 

Nigerianische Schwestern gestalteten die Feier musikalisch mit

 

Coro de Hermanas nigerianas

Nigerian Sisters form the choir

Nigerianische Schwestern gestalteten die Feier musikalisch mit

 

Ich bin bereit

 

Aquí estoy...

Here I am...

Ich bin bereit

 

Die sieben neuen Diakone

 

Los siete nuevo di áconos

The seven new deacons

Die sieben neuen Diakone

 

Weihbischof Dr. Franz Grave (l), Bischof Miguel Ángel Sebastián

 

Mons. Franz Grave (izq), Mons. Miguel Ángel Sebastián

Auxiliary Bishop Fran Grave (l.), Bishop Miguel Ángel Sebasti án

Weihbischof Dr. Franz Grave (l), Bischof Miguel Ángel Sebastián

P. Pablo Pol mit Diakonen und Patres aus Nigeria

 

El P. Pablo Pol, Argentina, con Padres y diáconos de Nigeria

Fr. Pablo Pol with deacons and Schoenstatt Fathers from Nigeria

P. Pablo Pol mit Diakonen und Patres aus Nigeria

Fotos: K. Fischer © 2008

Álbum de fotos

 

 

 

 

SCHÖNSTATT, mkf. Trommeln, Klatschen, Tanzen: die Anbetungskirche auf Berg Schönstatt vibriert an diesem Nachmittag des 31. August vor afrikanischer Lebensfreude und einer Glaubensvitalität, die keine Texte und Noten braucht, um von Gottes Liebe zu singen. Weihbischof Dr. Franz Grave, Essen, ist nach Schönstatt gekommen, um die sieben Priesteramtskandidaten aus Nigeria, Mitglieder des Instituts der Schönstatt-Patres, zu Diakonen zu weihen. Eine schier endlose Prozession ist es, die zum Klang von Trommeln, Klatschen und Gesängen in Ibo in die Anbetungskirche einzieht...

Nigerianische Schwestern in weißem und türkisfarbenem Habit begleiten die Einzugsprozession mit diesen afrikanischen Klängen. Wer die Priester anschaut, die nach und nach durch den Mittelgang nach vorne zum Altarraum ziehen, denkt unwillkürlich an ein Wort Pater Kentenichs, das er 1951 bei der Einweihung des Bildstocks auf Berg Schönstatt gesagt hat von den Weißen, Braunen, Schwarzen, die eines Tages hier her ziehen werden... Es ist längst wahr geworden. Priester aus Deutschland, Osteuropa, Portugal, Südamerika, Indien und Afrika begleiten die sieben jungen Nigerianer, die eine Stunde später zu Diakonen geweiht werden und ihr Leben für die Kirche und für Schönstatt anbieten werden, das in ihrer westafrikanischen Heimat seit einigen Jahren wächst.

Weihbischof Dr. Franz Grave aus Essen, Germany ist Hauptzelebrant und nimmt die Diakonenweihe vor. Mit dabei ist Bischof Miguel Ángel Sebastián aus der Diözese Laï im Chad, Nigerias östlichem Nachbarland. In seiner Diözese sind einige Schönstatt-Bundespriester. Der 57 Jahre alte Spanier, ein Comboni-Missionar, ist seit 31 Jahren im Tschad. Im Zusammenhang seiner Reise nach Spanien wollte er auch nach Schönstatt kommen und ist nun bei der Diakonatsweihe der sieben Nigerianer dabei.

Die Liturgiesprache ist Englisch, die offizielle Landessprache Nigerias; einige Lesungen, Lieder und Erklärungen sind in Deutsch für all die aus der Gottesdienstgemeinschaft, die nicht genug Englisch verstehen. Ihre Priesterweihe empfangen die sieben jungen Männer im Dezember in ihrem Heimatland Nigeria, doch die Diakonatsweihe wollten sie in Schönstatt feiern, am Ursprungsort der weltweiten Schönstatt-Bewegung. Die Verbundenheit mit diesem Ort, mit dem Urheiligtum, mit den Orten, an denen der Gründer, Pater Kentenich gewohnt und gewirkt hat, war ihnen wichtig. Und so bringen , zusammen mit den fünf nigerianischen Schönstatt-Patres, die zur Zeit in Deutschland Erfahrungen sammeln, ein Stück Afrika an den Rhein.

Ihre Angehörigen und Freunde können an diesem Tag nicht dabei sein, und es gab sogar die Sorge, dass sie womöglich in einer leeren Kirche geweiht würden. Diese Befürchtung tritt jedoch nicht ein: Afrikaner aus allen Gegenden Deutschlands sind gekommen, ebenso viele Vertreter der Schönstattfamilie vor Ort – die große Zahl von Marienschwestern ist Anlass zu vielen freudigen Kommentaren – und auch manch einer, der eine längere Anreise auf sich genommen hat, um dabei zu sein. Eine Frau, die gut eine Stunde von Schönstatt entfernt wohnt: "Heute morgen ging es mir nicht so gut, und ich konnte nicht zur Messe gehen. Dann habe ich mittags den PC angemacht und den Hinweis auf die Diakonatsweihe gelesen. Und jetzt bin ich hier und freue mich sehr! Diese Freude, die da rüberkommt, steckt einfach an."

Ich bin bereit

Pater Heinrich Walter, Generalsuperior der Schönstatt-Patres, begrüßt die beiden Bischöfe in Englisch, Deutsch und Spanisch. Die sieben jungen Männer stehen in ihren weißen liturgischen Gewändern vor dem Altar, ganz Aufmerksamkeit, ganz Vorfreude, ganz Bereitschaft – und ganz Freude. Sie zeigen das seit langem breiteste Lächeln, das in solch feierlichem Augenblick gesehen wurde...

Jugendliche aus dem Kongo – in Deutschland geboren und aufgewachsen – begleiten den Einzug des Evangeliars mit typisch afrikanischem Lobpreis und Tanz. Sie kommen aus einer der Pfarreien in Deutschland, in denen nigerianische Schönstattpatres zur Zeit pastorale Erfahrungen sammeln.

Nach den Lesungen – in Englisch und Deutsch – stellt Pater Alfred Kistler, Rektor des Studentats in Ibadan, Nigeria, die Kandidaten vor. Der Bischof ruft sie einzeln beim Namen, sie treten vor, und mit lauter, kräftiger Stimme erklingt bei jedem das : "Ich bin bereit".

Weihbischof Dr. Grave, der die heilige Messe in englisch feiert und auch in dieser Sprache predigt, greift die von den jungen Männern gewählten Evangeliumstexte auf und ermutigt sie, in der Verbundenheit mit Jesus zu bleiben wie die Reben am Weinstock (Joh 15, 1-17), um reiche Frucht zu bringen. Er mahnt sie, mit Jesus tief verbunden zu bleiben; wenn die Verbindung von Weinstock und Reben unterbrochen wird, dann trocknen die Trauben aus und fallen zu Boden. Wenn die Verbindung der Jünger Jesu, besonders der Diakone und Priester, mit Jesus dünn oder brüchig wird, dann können sie keine Frucht bringen und die Kirche vertrocknet...

Nur Überzeugte können überzeugen, so Bischof Grave eindringlich, und er macht ihnen Mut, Freude und Optimismus zu verbreiten in der Kirche. Sie seien gerufen, die Wahrheit von der Existenz Gottes durch ihr Leben zu verkünden, und die Freude, Jesu Freunde zu sein.

Es schien, als könnten die baldigen Diakone es gar nicht mehr abwarten, damit anzufangen!

Gnadenströme

Die Riten der Diakonatsweihe gehen ihren Gang, mit den bewegenden Momenten von Hingabe und Versprechen, Übereignung und Gnade. Die Prostration, die Handauflegung, die Gebete, die Bekleidung mit Stola und Dalmatik, die Überreichung des Evangeliars – ein 2000 Jahre alter Gnadenstrom erfüllt diese heiligen Momente in der Anbetungskirche. Ein Gnadenstrom, der die Weltkirche aus allen Völkern und Rassen gebildet hat und immer neu bildet, in der Jüngerschaft Jesu, der menschliche Werkzeuge dazu erwählt, seine Sakramente zu spenden zur Heiligung des Volkes Gottes.

Beim Friedensgruß bricht dann die Freude durch in Umarmungen, Klatschen und Tanzen…

Wer merkt da noch richtig, dass in der Freude des Augenblicks die Gabenbereitung vor den Fürbitten beginnt... Die neugeweihten Diakone dienen am Altar und teilen später, zur eigenen Freude und der aller Anwesenden, die heilige Kommunion aus.

Vor dem Schluss-Segen erneuern sie ihr Liebesbündnis mit der Dreimal Wunderbaren Mutter, Königin und Siegerin von Schönstatt und stellen sich neu zur Verfügung für ihre Sendung vom Heiligtum aus.

Das Fest geht weiter – auf Berg Sion

Wer zusammen Liturgie gefeiert hat, soll auch zusammen Kaffee trinken – und so sind alle eingeladen, im Vaterhaus auf Berg Sion weiterzufeiern. Wie immer bei solchen Feiern, haben die Schönstatt-Patres ihr Haus weit geöffnet; der Innenhof wird zur Bühne für afrikanisches Tanzen und Singen – erst für die Kongolesen, dann sind immer mehr Afrikaner dabei, und schließlich eine beachtliche Zahl Südamerikaner und Deutsche, die sich unter die fröhliche Menge mischen... Drinnen im Haus ist es wie bei einem großen Familienfest mit Kaffee, Kuchen und Getränken an schön gedeckten Tischen, alle sitzen querbeet durcheinander zusammen, tauschen sich aus, reden, philosphieren, schauen aus dem Fenster – und gratulieren den neuen Diakonen.

"Bist du nur ein Kind deines engen Jahrhunderts, nur Europäer am Rhein?", lässt Rolando Cori in der 1985 verfassten Kantate "Zwischen Rhein und Anden" Jugendliche Pater Kentenich fragen. Wer an der Feier in der Anbetungskirche und dem Fest auf Berg Sion teilgenommen hat, weiß die Antwort.

Er ist längst auch Lateinamerikaner, Inder, Afrikaner geworden – ein Vater und Prophet des weiten Horizontes der Weltkirche: "Unser Herz gehört allen Völkern, allen Nationen".

Schönstatt, eine internationale Familie. Es tut gut, Internationalität und Familie hin und wieder so dicht und so intensiv zu erfahren wie an diesem 31. August.

Herzlichen Glückwunsch, Schönstatt Nigeria!

 


 

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Last Update: 02.09.2008