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 published: 2008-09-16

Durch die Stromschnellen des Lebens

Vater-Sohn-Wochenende zum Thema "Freundschaft, Liebe, Sexualität"

 

Wir haben es ja gewusst: Schönstatt ist ein Abenteuer

Lo sabemos desde siempre: Schoenstatt es una aventura

We knew it ever since: Schoenstatt is an adventure

Wir haben es ja gewusst: Schönstatt ist ein Abenteuer

 

Väter und Söhne

Padres y hijos

Fathers and sons

Väter und Söhne

 
Einander begegnen  

Encuentros

Meeting each other

Einander begegnen

Fotos: Bertrand © 2008

 
   

ÖSTERREICH, P. Elmar Busse. "Erst hatte ich ja dem Pater Busse abgesagt, als er anrief und mich einlud, aber dann habe ich es mir doch anders überlegt. Jetzt bin ich ganz froh, doch hierher gekommen zu sein. Es hat mir mehr getaugt, als ich erwartet hatte." So meinte ein 15jähriger am Ende des Treffens. "Ich hatte nur ‚rafting auf dem Inn’ auf der Einladung gesehen. Das wollte ich gerne mit meinem Vater machen. Und da ich schon früher drei Vater-Sohn-WE’s mitgemacht hatte, glaubte ich zu wissen, was inhaltlich auf uns zukommt. Aber dann hat mich das Thema ganz überrascht, zumal ich ja eine Freundin habe, und es für mich ganz aktuell ist. Dass ein Pater sich auf dem Gebiet so gut auskennt und einem ganz praktische Tipps geben kann – es hat sich gelohnt!", kommentierte ein Zivildienstleistender das Seminar.

Ein Vater fand die Zeiten für die Vater-Sohn-Gespräche zu kurz: "Demnächst – vielleicht schon auf der langen Heimfahrt – werde ich ihm erzählen, wie ich meine Frau kennen gelernt habe und wie es uns ging auf dem gemeinsamen Weg bis zur Hochzeit."

Sieben Vater-Sohn-Paare waren vom 5. bis 7. September der Einladung gefolgt, die zusammen von der Familienbewegung und der SMJ-Oberland ausgeschrieben worden waren: Rafting auf dem kalten Inn und heiße Themen.

Auf 1500m Seehöhe in der kleinen Filialgemeinde Niederthai im Ötztal trafen sich die (angehenden) Männer. Nach dem Abendessen ging’s in einer Stunde auf eine höher gelegene Almkapelle, wo alle miteinander die Messe feierten. In der benachbarten Jausenstation (für Nichtösterreicher: = "Almwirtschaft") stellten die Söhne die Väter und die Väter die Söhne vor: Neben dem üblichen "Steckbrief" sollte jeder sagen, was er am anderen schätzt.

Klimatisch brachte diese Runde viel. Mit Fackeln ging’s wieder in sternklarer Nacht bergab.

Durch die Memminger Walze

Am nächsten Morgen fanden sich alle pünktlich um 9.00 Uhr beim Rafting-Unternehmen ein. Neoprenanzüge, Schuhe, Helme, Schwimmwesten – es sah schon etwas martialisch aus, als jeder sich umgezogen hatte. Ein Bus brachte die Abenteuerlustigen 13 km stromauf. Jedes der drei Schlauchboote hatte seinen eigenen Guide, der noch einmal mit seiner Mannschaft die notwendigen Manöver-Befehle und Regeln für alle möglichen Gefahrenmomente durchging. Dann wurden die Boote ins Wasser gelassen, und los ging das Abenteuer. Ruhige Passagen, in denen man neben dem Boot schwimmen konnte, wechselten ab mit turbulenten Stromschnellen. Vom Schwierigkeitsgrad wird diese Inn-Passage durch die Imster Schlucht mit 3 auf der 6-teiligen Rafter-Skala eingestuft. Die "Memminger Walze" gegen Ende hörte sich gefährlicher an, als sie war, aber es ist schon ein irres Gefühl, so in die Wellen hinein zu fahren. Nach gut einer Stunde ging’s wieder ans Land.

Freiheit und Verzicht

Am Nachmittag referierte Pater Busse zum Thema Freundschaft, Liebe, Sexualität. Anschließend suchte sich jedes Vater-Sohn-Paar ein ungestörtes Plätzchen, um sich miteinander über das Gehörte auszutauschen. Außerdem konnte jeder Vater anhand mitgebrachter Fotos aus seiner Jugendzeit seine eigene Geschichte erzählen.

Ein Fußballspiel durfte natürlich auch nicht fehlen bei einem solchen Treffen. Da es unentschieden endete, musste keine Gruppe Trauerarbeit leisten.

Ein Video über eine Talkshow zum Thema "Kein Sex vor der Ehe – die neue Keuschheit" lieferte am Abend genügend Stoff für eine angeregte Diskussion. Für die nachtaktiven Gläubigen gab es dann noch die Möglichkeit der Mitfeier der Messe in der nahe gelegenen Kirche um 23.30 Uhr.

Die Sonntagsmesse feierte die Gruppe in der im Tal gelegenen Zentralgemeinde Umhausen. Danach war man wieder unter sich: "Was kann ich jetzt schon trainieren, um später ein guter Liebhaber zu werden?" – Ein Thema, das vor allem für die jüngeren Söhne, die noch keine feste Freundin hatten, aktuell war. Pater Busse sprach über die Fähigkeit, Gefühle auszudrücken (ein Anliegen, das Pater Kentenich schon in seinem Antrittsvortrag am 27.4.1912 formuliert hatte), Bedürfnisse wahrzunehmen, zu verzeihen, und er zeigte den Zusammenhang zwischen Freiheit und Verzicht auf. Danach gingen die Väter mit ihren Söhnen wieder ins Paargespräch, das in ein Vater-Sohn-Liebesbündnis mündete. Jeder konnte dem anderen eine Erwartung und ein Angebot benennen und per Unterschrift besiegeln. Den Inhalt kannten nur die beiden. Das Wochenende gipfelte im Segen der Söhne durch die Väter.

 


 

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Last Update: 16.09.2008