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 published: 2008-08-12

Ein neues Pfingsten für die Kirche

Ein Monat danach: Rückblick auf die Erfahrungen beim Weltjugendtag 2008

 

WJT: Schönstattjugend aus Chile

JMJ Sydney : Juventud de Schoenstatt de Chile

WYD Sydney : Schoenstatt Youth from Chile

WJT: Schönstattjugend aus Chile

 

18. Juli: Liebesbündnisfeier

18 de julio: Alianza de Amor

July 18: Covenant of Love

18. Juli: Liebesbündnisfeier

 
Pilger aus Argentinien  

Peregrinos de Argentina

Pilgrims from Argentina

Pilger aus Argentinien

 
Schönstattjugend aus Deutschland  

Juventud de Schoenstatt de Alemania

Schoenstatt Youth from Germany

Schönstattjugend aus Deutschland

 
Pfr. Lukas Wehrle (li.) mit Jugendlichen  

P. Lukas Wehrle (izq) con jóvenes

Fr. Lukas Wehrle (left) with youth

Pfr. Lukas Wehrle (li.) mit Jugendlichen

 
Jugendfestival beim Heiligtum in Mulgoa  

Festival de la Juventud en el Santuario de Schoenstatt de Mulgoa

Youth festival at the Schoenstatt Shrine in Mulgoa

Jugendfestival beim Heiligtum in Mulgoa

Fotos: Requeña u.a. © 2008

 
 

WJT, Pfr. Lukas Wehrle. Mit einer Gruppe von 5 Jugendlichen aus unserer Seelsorgeeinheit schloss ich mich einer Reise zum Weltjugendtag an, die von der Schönstattbewegung organisiert wurde. Zwei weitere Jugendliche reisten mit der Diözesanpilgergruppe. Die Tage der Begegnung vor dem Weltjugendtag verbrachten wir in der Gemeinde Sacred Heart in Thornlie, einem Ort in der Nähe der Stadt Perth, an der Westküste Australiens. Es folgten die bewegenden Tage in Sydney, wo wir zusammen mit tausenden Jugendlichen in einer bunten Vielfalt der Sprachen und Nationalitäten, der Kulturen und Ausdrucksformen die Einheit der Kirche handgreiflich erlebten. Zu dieser großen und bunten Gemeinschaft zu gehören und in ihr ein Zuhause zu haben, das ist die Erfahrung der Kirche.

Nach Abschluss des Weltjugendtages verbrachten wir noch einige Tage in Mulgoa, dem Schönstattzentrum von Sydney, das etwas außerhalb der Stadt liegt und eine wunderbare Möglichkeit war, die Erlebnisse der erfüllten Tage zuvor nachklingen zu lassen. Einige dieser Erfahrungen möchte ich festhalten:

Am Ende der Welt – zuhause

Es war eine weite Reise auf einen für uns bis dahin unbekannten Kontinenten. Über 20 Stunden Flug, eine Reise ans "Ende der Welt" . Das erste Wort aus dem Evangelium, das wir am Sonntag, dem Tag unserer Ankunft hören, heißt: "Kommt alle zu mir… bei mir werdet ihr Ruhe finden…" Der Herr ist schon da, wir finden zweimal Quartier in einer Herz- Jesu- Pfarrei - und wir erleben Menschen, die uns die Einladung des Herrn ganz menschlich erleben lassen, mit ihrer Gastfreundschaft und ihrer Herzlichkeit, mit ihrer Offenheit und Sorge um uns. So wird der ferne Kontinent ganz schnell zu einem Zuhause. Wer glaubt ist nie und nirgendwo allein, er findet eine Heimat, wo immer er lebt. Das ist das Geschenk der Kirche.

Ein Frühling im Winter

Bei der Eröffnung des Weltjugendtages sagte Kardinal Rylko, der Präsident des Laienrates den Jugendlichen: "Liebe Jugendliche, Ihr habt den Frühling in den australischen Winter gebracht und seid selbst der Frühling der Welt und der Kirche; - Euch wünsche ich von Herzen, dass Ihr hier in Sydney ein neues Pfingsten erleben könnt. Öffnet die Tore Eures Lebens weit dem Wirken des Heiligen Geistes! Lasst Euch von ihm formen! Seid seiner Stimme immer folgsam! Möge der Heilige Geist Eure Kraft und Eure Freude sein! Nochmals: Willkommen in Sydney!"

Die unbeschwerte, ausgelassene und ansteckende Fröhlichkeit der jungen Menschen auf den Straßen, in den Zügen, in den Quartieren, all das hat etwas von diesem Frühling des Heiligen Geistes erleben lassen, auch wenn die Temperaturen nachts ganz ordentlich unten waren, und vom Sommer verwöhnte Pilger etwas zittern ließ. Schon in den Tagen der Begegnung berührten mich die Gastfreundschaft und die Herzlichkeit, die Unkompliziertheit und die Weite, die die Australier prägen. Wir kamen in ein kaltes Land mit ganz vielen warmen Herzen. Das ist ein Zeichen für das Wirken des Heiligen Geistes, wenn die Kälte von innen aufgebrochen wird.

Die größte Versuchung: die Mutlosigkeit

Die Katechesen durch die Bischöfe an den Vormittagen stifteten nicht nur Gemeinschaft unter den deutschsprachigen Pilgern, sondern machten Mut, aus dem Glauben zu leben mit allen Möglichkeiten, Grenzen und Fragen, die wir mitbringen; die Bischöfe wollten Mut machen, den Glauben zu bezeugen, ihm mein Gesicht zu geben. Weihbischof Heiner Koch erzählte ein schöne Geschichte: Im Himmel haben die Engel Lotto gespielt. Und tatsächlich: sie haben den Jackpot geknackt und eine Unsumme Geld gewonnen. Die Engel aber haben ja schon alles; deswegen kamen sie auf eine glorreiche Idee. Sie wollten mit dem vielen Geld dem Teufel alle Versuchen abkaufen, durch die er die Menschen verführt. Und tatsächlich, der Teufel ließ sich –er ist ja habgierig- auf diesen Vorschlag der Engel ein und verkaufte nacheinender alle Versuchungen – bis auf die letzte, die wollte er nicht aus der Hand geben: es war die Versuchung der Mutlosigkeit. Über die Mutlosigkeit –so sagte der Teufel- hole ich mir alle verloren gegangenen Seelen wieder zurück.

Die Mutlosigkeit ist eine große Versuchung. Der Weltjugendtag, die Begegnungen mit denen, die die selben Ideale und Ziele haben, der Austausch und die Gemeinsamkeit im Beten und Feiern, das war ermutigend. Am Ende sagte der Papst den Jugendlichen: "Die Welt braucht eine neue Generation von Christen, die das Leben annehmen. Eine neue Ära, in der die Liebe nicht besitzergreifend und egoistisch ist, sondern rein, treu und aufrichtig. Sprecht mit anderen über eure Hoffnungen und Ideale, und sprecht von Gott und mit Gott."

Mein Leben hat einen doppelten Boden

In einem Glaubenszeugnis erzählte eine Jugendliche aus unserer Pilgergruppe, dass sie im Bund mit Gott erlebt hat, dass ihr leben so etwas wie einen "doppelten Boden" hat. Was uns trägt ist mehr als die eigene Planung und die eigenen Sicherheiten, es ist Gott, der uns führt und dessen liebende Vorsehung unseren Weg begleitet und bis in Kleinigkeiten hinein fügt. Dieser doppelte Boden konnte man beim Weltjugendtag erleben. Wunderbare Begegnungen, die nicht planbar und nicht machbar sind, die einfach als Geschenk Gottes erlebt werden, das wunderbare Wetter, das nicht hatte besser sein können und nicht zuletzt haben die vielen Beichten den doppelten Boden erfahrbar gemacht. Da stellt uns Gott in den Bruchstellen unseres Lebens auf den Boden seiner Barmherzigkeit und lässt uns erfahren, was wirklich trägt. Der doppelte Boden trägt aber nicht nur in Sydney, er trägt auch zuhause.

Die Mutter Jesu war dabei

An einem Nachmittag nehme ich mir ausgiebig Zeit, um vor dem Weltjugendtagskreuz und der Marienikone zu verweilen und zu beten. Mit den Zeichen, denen ich schon mal so nahe sein konnte, wieder in Berührung zu kommen, davor für alle zu beten, die man so mit sich trägt, das tut gut. Auf dem Pilgerweg am Samstag zum großen Randwick-Park, zu dem wir uns als das wandernde Gottesvolk auf den Weg machen, steht wieder das Kreuz und die Ikone Marias wie Zeichen für den Herrn und seine Mutter, die den Weg der Kirche liebevoll begleitet und mit den Jüngerinnen und Jüngern unserer Zeit zum Abendmahlsaal pilgert… Überhaupt ist Maria immer ganz selbstverständlich dabei in Gebeten und Liedern, in Ansprachen und Zeichen und ganz besonders im Heiligtum, das uns zeigt: Bei ihr sind wir zuhause. Sie bereitet das neue Pfingsten vor. Am Sonntag schloss der Papst seine Ansprache mit dem Hinweis: Durch die liebevolle Fürsprache Marias, der Mutter der Kirche, möge dieser 23. Weltjugendtag als ein neuer Abendmahlssaal erfahren werden, aus dem wir alle, entflammt vom Feuer und von der Liebe des Heiligen Geistes, hinausgehen, um den auferstandenen Herrn zu verkünden und jedes Herz zu ihm hinzuziehen! Amen.

Doors closing - please stand clear!

Es wurde zum oft wiederholten Satz, zu was die Ansage im Zug nach jeder Haltestelle gleichlautend aufrief. Die Türen haben sich geschlossen am Ende des Weltjugendtages. Eine stille Wehmut liegt in der Luft, die wunderbare Erfahrung von Gemeinschaft im Glauben war eine Pilgererfahrung, die wieder zurückgelassen werden muss. Die Tür des Weltjugendtages hat sich geschlossen, Gott aber hört nicht auf, neue Türen zu öffnen. Am Tag nach dem Abschluss begegne ich den beiden Jugendlichen, die aus unserer Gemeinde mit der Diözesangruppe gereist sind, gemeinsam besichtigen wir die Kathedrale, neue Türen öffnen sich… Der Weg Gottes mit uns geht weiter, auch wenn er manchmal ganz leise anklopft. Am Abend der Vigil zitierte der Papst vor der Zeit der stillen Anbetung ein Wort einer australischen Heiligen, die eine der zehn Weltjugendtagspatrone war: Und nun, während wir uns auf die Anbetung des Allerheiligsten Sakraments vorbereiten, möchte ich Euch in das Schweigen und in die Erwartung hinein die Worte wiederholen, welche die selige Mary MacKillop formulierte, als sie gerade 26 Jahre alt war: "Glaubt an das Flüstern, mit dem Gott zu Eurem Herzen spricht!" Glaubt an ihn! Glaubt an die Kraft des Geistes der Liebe!

Meinen Bogen setze ich in die Wolken

Es regnet in Strömen als wir zeitlich sehr knapp am letzten Tag den Flughafen erreichen. Da bricht an einer Stelle die Sonne durch und zeichnet einen wunderbaren Regenbogen an den Himmel, das Zeichen des Bundes Gottes, das Zeichen seiner Treue. Vielleicht meinten wir beim Hinflug: Australien, das ist am Ende der Welt. Dieses "Ende der Welt" war der Ort des Wirkens Gottes. Wohin ich auch komme: Gott ist immer schon da. In der Vigilfeier rief der Papst den Jugendlichen zu: Das Leben ist weit mehr als Erfolg. Wirklich leben bedeutet, von innen her verwandelt zu werden, offen zu sein für die Energie der Liebe Gottes. Wenn Ihr die Kraft des Heiligen Geistes annehmt, könnt auch Ihr Eure Familien Gemeinschaften und Nationen verwandeln. Setzt die Gaben frei! Lasst Weisheit, Stärke, Gottesfurcht und Frömmigkeit die Zeichen Eurer Größe sein!

 


 

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Last Update: 12.08.2008