Leben Pur - Pure life - Pura Vida
 published: 2008-04-16

Vera ist anders

Leben pur: Ein Erlebnis im Costa Cavalcanti-Krankenhaus in Foz de Yguazú, Brasilien. Von Gloria de Ruiz Diaz, Ciudad del Este, Paraguay

 
Und dann war klar, warum Vera anders ist als alle anderen…

Es obvio que ”ELLA” es la razón por la que Vera es diferente de las demás...

And then it became clear that SHE is the reason why Vera is different …

Und dann war klar, warum Vera anders ist als alle anderen…

 

Die “klitzekleine Kirche” in Ciudad del Este…

 

La „pequeñísima iglesia“ en Ciudad del Este...

The “tiny little church” in Ciudad del Este...

Die “klitzekleine Kirche” in Ciudad del Este…

 

Genau so wie die Londrina, die Vera so vermisst

 

„Gemela“ de la en Londrina que tanto extraña

“Twin” of that in Londrina that she is missing

Genau so wie die Londrina, die Vera so vermisst

Fotos: Cabral © 2008

 

 

"Vera ist anders, Mami", erklärt Mauricio, mein zwöfjähriger Junge. Wegen einer Autoimmunkrankheit ist er immer wieder in stationärer Behandlung im Costa-Cavalcanti-Krankenhaus auf der anderen Seite der Grenze, in Foz de Yguazú. Er hat recht, Vera ist eine Krankenschwester, die sich von den anderen unterscheidet - durch die Art, wie sie die Patienten begrüßt, wenn ihre Schicht beginnt, wie sie sich dafür interessiert, wie es den Patienten geht - gesundheitlich wie seelisch.

Weil Mauri ein Kind ist, hat sie sich bemüht, all die Spiele zu kennen, die er besonders gern hat, und wenn sie ins Zimmer kommt, spielt sie jedes Mal wenigstens ein paar Minuten das Spiel mit, das Mauri gerade spielt. Wenn sich die Tür des Krankenzimmers öffnet und Vera dieses typische Lächeln zeigt, das ihre makellosen weißen Zähne zeigt, die einen so hübschen Kontrast bilden zu ihrer dunklen Hautfarbe, dann erfasst uns ihre ansteckende Freude und zugleich eine große Ruhe, denn sie ist die einzige Krankenschwester, die schnell Mauris Vene findet, wenn der Zugang erneuert werden muss - eine schwierige und vor allem sehr schmerzhafte Prozedur für ihn, da seine Venen sehr fein und empfindlich sind.

Darum und aus vielen anderen Gründen ist "Vera anders als die anderen Krankenschwestern".

Als die Pilgernde Gottesmutter kam...

Jedes Mal, wenn ich mit Mauri ins Krankenhaus muss, nehmen wir unsere ständigen Begleiter mit: die Bilder von Jesus, der Gottesmutter und Pater Kentenich. Es sind allerdings sehr kleine Bilder, und so nehmen sie nur ein Eckchen des Nachtschränkchen ein, und bleiben so meist unbeachtet von den Ärzten und Pflegern. Doch beim letzten Krankenhausaufenthalt am Ostersonntag war gerade die Pilgermadonna zu Besuch, wir nahmen sie mit, und sie weckte viel Aufmerksamkeit. Als Vera am Montag zur üblichen Zeit die Tür öffnete und uns ihr typisches Lächeln zeigte, schaute sie auf die Pilgermadonna, kam näher, blieb einen Moment ganz still davor stehen und grüßte sie dann in ihrer Muttersprache: "Nossa Senhora, cuanta saudade", Gottesmutter, was für eine Sehnsucht! Dann erzählte sie uns: Ihre erste Stelle hatte sie in Londrina, wo die Marienschwestern ein Krankenhaus haben. Diese hatten ihr vermittelt, dass ihre Berufsarbeit nicht einfach die Erfüllung eines Jobs sei, sondern eine Sendung, die Gott ihr gegeben habe, und dass jeder Patient ein Werkzeug Gottes sei, das ihr helfe, ihre Sendung zu erfüllen. So müsse selbst die Art, wie man einen Patienten wecke, um irgend eine Behandlung an ihm durchzuführen, ganz besonders sein, vor allem mit Liebe getan.

Die "klitzekleine Kirche", in der sie sich der Gottesmutter geweiht hatte

Mit sichtlichem Heimweh erzählte sie, dass das Bild der Gottesmutter jeden Morgen dort in Prozession zu allen Stationen des Krankenhauses getragen worden war, mit dem Segen für jeden Patienten und alle Ärzte und Pfleger; sie erinnerte sich, dass jeder 18. ein Tag gewesen war, den man geistig vorbereitet und sehnlichst erwartet hatte, ja, dass das immer ein Festtag gewesen sei. Sie erzählte von einer "klitzekleinen Kirche", in der sie sich der Gottesmutter geweiht habe und wo sie oft Anbetung gehalten habe vor dem Allerheiligsten, vor allem im Marienmonat. Während sie von dieser Zeit sprach, die sie in ihrer Berufsausübung für immer geprägt habe, sagte sie, sie habe großes Heimweh nach dieser Atmosphäre, die sie nirgendwo anders so erlebt habe. Wir sagten ihr, sie brauche nur über die "Brücke der Freundschaft" gehen, auf der anderen Seite, in Paraguay, sei ein Heiligtum, unser Schönstattland, die "klitzekleine Kirche", wo die Gottesmutter sie erwarten würde, um sie weiter zu segnen. Wir wollten ihr auch noch von Pater Kentenich erzählen, dem Gründer Schönstatts, doch auch dieser war ein "lieber Bekannter".

Mami, ich weiß jetzt, warum Vera anders ist!

Als Vera ging, saß ich eine Zeit ganz still bei Mauri, bis er im Brustton der Überzeugung sagte: Mami, ich weiß jetzt, warum Vera anders ist! "Sie ist der Grund", sagte er und zeigte auf die Gottesmutter. Ja, wegen ihr ist Vera anders...

Ich weiß nicht, ob sie offiziell das Liebesbündnis geschlossen hat, das hat sie nicht erwähnt, aber sie ist ein lebendiges Zeugnis dafür. Maria, wer mich sieht, soll dich sehen.

 



 

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Last Update: 16.04.2008