Leben Pur - Pure life - Pura Vida
 published: 2008-01-11

Ihre geheimnisvollen Wege

Ein Hausheiligtum, die Pilgernde Gottesmutter, ein Buch und eine Geschichte, deren Drehbuch nur die Vorsehung schreiben kann

 

Im Hausheiligtum von Ehepaar Liñares: Gabriel, Nora, Marta, Roberto y Raúl

En el Santuario Hogar de los Liñares: Gabriel, Nora, Marta, Roberto y Raúl

In the Home Shrine of Marta and Roberto Liñares: Gabriel, Nora, Marta, Roberto y Raúl

Im Hausheiligtum von Ehepaar Liñares: Gabriel, Nora, Marta, Roberto y Raúl

 

Das Hausheiligtum
 

El Santuario Hogar

The Home Shrine

Das Hausheiligtum

  Titel des Buches über Pfr. Juan Carlos Burmana
 

Tapa del libro sobre el P. Juan Carlos Burmana

Cover of the book on Fr. Juan Carlos Burmana

Titel des Buches über Pfr. Juan Carlos Burmana

Fotos: Roberto Liñares © 2008

   

LEBEN PUR, Roberto Liñares. Ich möchte alles so erzählen, wie es passiert ist, ohne Rücksicht auf irgendwelche journalistischen, stilistischen oder literarischen Gepflogenheiten. Ich möchte, dass die Vorsehung Gottes für sich sprechen kann. Diese Zeit des Staunens begann so...

Eines Tages, bei einem Treffen unserer Familiengrzppe, erwähnte die damals für die Familienbewegung zuständige Schwester, Schwester Cristvera, dass ein Bekannter (Valentín), dessen Frau kürzlich verstorben war, sich von seinem "Hausheiligtum" - offenbar eine Art Möbelstück - trennen und es einem Ehepaar überlassen möchte.

Marta, meine Frau, und ich, sagten wie aus einem Mund und ohne zu überlegen: Ja. Danach fragten wir: Und was ist ein Hausheiligtum? Unsere einzige Bedingung, "es" aus dem Haus von Valentin zu holen, war, dass das "Heiligtum" von seinen Abmessungen her in unser Haus passen würde. Zum Glück gab es damit kein Problem. Der Tag, an dem wir nach Villa Ballester, einem Ort im Stadtgürtel von Buenos Aires, fuhren, hielt eine ergreifende Überraschung für uns bereit. Die Erinnerung daran, wie wir langsam die Treppe hinaufstiegen zu dem Raum, in dem nur dieses wunderbar schöne Hausheiligtum stand, ist noch immer überwältigend.

Es war eine perfekte, maßstabsgetreue Nachbildung des Altars in unseren Heiligtümern. Nur ein Foto kann es genau wiedergeben! Es gab kein Problem mit der Größe, und ich glaube, im Grunde wäre es auch egal gewesen, wie groß es war. Die Freude, es sich in unserem Haus vorzustellen, reichte! Wir sagten noch einmal Ja und nahmen es mit nach Hause. Seitdem ist es unser "neues" Hausheiligtum.

Viel ist in unserem Leben passiert, seit wir dieses Heiligtum haben, und es wäre unmöglich, alles zu berichten. Ich möchte in diesen Zeilen nur beschreiben, an welchem Ort das Wirken der Gottesmutter, der Dreimal Wunderbare Mutter und Königin von Schönstatt, als Königin der Einheit, beginnt.

Die Pilgernde Gottesmutter: zwei Familien und zwei Bücher

Wir sind als Ehepaar Missionare der Kampagne der Pilgernden Gottesmutter. Mit den Familien, die "unsere" Pilgermadonna erhalten, haben wir feste, gute Beziehungen geknüpft, was Grundlage einer reichen Fruchtbarkeit geworden ist. Unser Hausheiligtum ist dabei der Ort der Begegnung, des Gebetes und der Einheit.

Eine der Familien, Nora, Gabriel und ihre beiden Töchter, sind ein Beispiel dafür. So erzähle ich einfach von einem Besuch bei ihnen zu Hause.

Wir wollten Nora das Buch von Margareta Wolf über Schwester M. Emilie Engel, Mein Ja bleibt, schenken. Dabei erwähnten wir unter anderem das Datum, an dem Schwester Emilie geboren ist. Es war der Geburtstag von Nora! Uns überraschte,wie sehr sie sich darüber freute. Wir verbrachten einen wunderbaren Abend zusammen. Wir aßen gemeinsam zu Abend und sprachen lange über das Wunder der Hingabe und Selbsterziehung von Schwester Emilie. Und am Schluss luden wir die beiden ein, uns gelegentlich bei uns zu Hause zu besuchen.

Vor diesem Besuch gingen mir allerdings ganz andere Gedanken durch den Kopf, einer davon kreiste um meine Firmung. Dadurch, dass ich jahrzehntelang nicht praktiziert und mich von Glaube und Kirche entfremdet hatte, wusste ich nicht, ob ich gefirmt war. Wirklich nicht. Zwischen meinen letzten kirchlichen Erinnerungen und jetzt lagen über vierzig Jahre. Damals gehörte ich zur Pfarrei "Mutter vom Guten Rat" in Buenos Aires, wo ich im Berthier-Institut die Grundschule besucht hatte. Dort gab es keinerlei Hinweise auf meine Firmung. Ein Klassenkamerad, den ich zufällig wiedertraf, erinnerte sich auch an nichts. Niemand schien sich zu erinnern...

Aus Ehrfurcht vor dem Sakramente der Firmung entschied ich mich, auf ihren Empfang zu verzichten und mich ganz der Vorsehung Gottes zu überlassen.

Dieser Sprung in meiner Erzählung hat etwas zu tun mit dem Besuch von Nora und Gabriel bei uns zu Hause.

Klassenkameraden

Es war so weit, meine Frau erwartete uns zum Essen. Als Dank für das Buch über Schwestern Emilie überreichten die beiden uns, kaum dass sie das Haus betreten und uns begrüßt hatten, ein "besonderes Buch". Es hieß "Zeugnisse und Predigten" und ist eine Sammlung von Manuskripten der Predigten von Pfr. Juan Carlos Brumana, einem katholischen Priester, der am 17. März 1992 beim Terroranschlag auf die Botschaft Israels in Buenos Aires umkam, ein Ereignis, das damals weltweit Schlagzeilen machte und uns besonders bewegte, da Marta jüdischer Herkunft ist. Nach seinem gewaltsamen Tod in der Pfarreikirche "Wunderbare Mutter" neben der Botschaft entdeckte man in den Trümmern die Manuskripte seiner Predigten und beschloss, sie ihm zu Ehren als Buch zu veröffentlichen. Nora und Gabriel gehören zum Freundeskreis Pater Brumana, der sich um die Eröffnung des Seligsprechungsverfahrens für ihn bemüht, und standen in Verbindung mit einer seiner Schwestern.

Wir dankten ihnen herzlich, ich beschränkte mich aber darauf, das Buch von außen zu betrachten. Auf dem Cover war ein Foto des jungen Priesters bei der Feier der heiligen Messe. Sein Gesicht kam mir seltsam bekannt vor. Und auf einmal hatte ich das Gefühl, auch seinen Namen schon einmal gehört zu haben, aber nicht im Zusammenhang mit dem Terroranschlag, da dieser damals kaum in der Presse erwähnt wurde. Auf der Rückseite war eine kurze, aber detaillierte Biografie des Priesters - von seinem Geburtstag an (er war in meinem Alter, stellt ich fest) über seine Taufe und gesamte Ausbildung.

Groß war dann aber meine Überraschung, als ich las (und das möchte ich nun wörtlich zitieren), dass er "am 21. Oktober 1962 in der Pfarrei Mutter vom Guten Rat die Erstkommunion empfing und dort am 29. August 1964 gefirmt wurde...", und weiter: "Von 1961 bis 1965 besuchte er die Grundschule im Berthier-Institut."

Wie ich schon erwähnt hatte, das Institut Juan Bautista Berthier war die katholische Schule der Pfarrei "Mutter vom Guten Rat", die ich besucht hatte, und zwar genau in der Zeit, in der auch Pfr. Brumana dort war.

Schlicht und einfach: Pfr. Juan Carlos Brumana war mein Klassenkamerad! Doch die Überraschung hörte da noch nicht auf. Da dort das Datum der Firmung stand, lag es mehr als nahe, dass ich am selben Tag gefirmt worden war. Verschwommene Bilder aus meiner Kindheit tauchten auf, und ich sah vor mir das Gesicht eines ruhigen, guten und "anderen" Jungen in meiner Klassen: Juan Carlos Brumana.

Seitdem bin ich überzeugt, dass er ein Werkzeug der Vorsehung war, dass Pfr. Juan Carlos als Freund meiner Kindheit mir die Tatsache und das Datum meiner Firmung verraten hat, und dass die Gottesmutter hinter allem stand und voller Liebe diese Menschen in meinen Weg geschickt hat.

Ich war sehr sehr aufgewühlt und noch während mir die Zusammenhänge klar wurden, sagte ich es meine Frau und unseren Gästen. Der sich anschließende Abend miteinander war eine tiefe Erfahrung des Heiligen Geistes in unserer Mitte.

In Freude und Dank bekam das Buch einen Ehrenplatz in unserem Hausheiligtum, zu Füßen der Gottesmutter.

Die Gottesmutter wirkt weiter

Einige Taga danach besuchte uns Raúl, ein Nachbar, der ebenfalls die Pilgernde Gottesmutte erhält. Er war betrübt wegen des Todes seiner Mutter. Wir luden ihn ein, in unserem Hausheiligtum zu beten. Als wir anfangen wollten, fragte er erstaunt: "Was macht denn Juan Carlitos hier?", und zeigte auf das Buch mit dem Foto von Pfr. Juan Carlos Brumana auf dem Titel. Überrascht von so viel Vertrautheit mit dem Priester, fragte ich ihn, ob er ihn näher kenne. "Das ist mein Cousin, der beim Attentat auf die israelische Botschaft umgekommen ist. Er war oft bei mir im Haus nebenan." Kaum war die erste Überraschung vorbei, schon die nächste! Die Sendung der Gottesmutter eint und eint...

Verbundenheit und Fruchtbarkeit

Natürlich erzählten wir diese Geschichte Nora und Gabriel, die daraufhin logischerweise eine stärkere Verbindung mit Raul bekamen. Und schließlich wurden sie auch alle von der Gottesmutter besucht!

Und im Lauf der Zeit entschloss sich dieses Ehepaar, das Liebesbündnis mit der Gottesmutter zu schließen, ebenso eine ihrer Töchter, Nazarena, die sich der Schönstatt-Mädchenjugend anschloss.

Kurz danach erfuhren wir von Nora und Gabriel, dass die Schwester von Pfr. Juan Carlos ihnen von einem Einbruch in seinem Geburtshaus erzählt hatte. Die Einbrecher hatten viele Dinge mitgehen lassen. Die Schwester musste nachschauen gehen, was noch da war. Unter den wenigen Dingen, die noch im Haus waren, entdeckte sie ein Bild der Gottesmutter von Schönstatt, das ihren Bruder seit seiner Kindheit begleitet hatte. Es wurde immer klarer, dass die Gottesmutter schon vor Jahren Juan Carlos als Werkzeug für uns auserwählt hatte.

Doch die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Die Schwester von Pfr. Juan Carlos entschloss sich, dieses Bild Nazarena zu schenken, noch bevor sie die ganze Geschichte kannte.

Nazarena nahm das Bild und stellte es in ihrem Zimmer auf. Als sie alles erfuhr, wollte sie unbedingt die Schwester von Pfr. Juan Carlos kennen lernen. Das Treffen sollte im Haus unserer Freunde stattfinden. Es wurde ein wunderbarer Abend, ich sah die Bilder einiger Neffen von Pfr. Juan Carlos, ihm sehr ähnlich, und mir schien, dass die Gottesmutter auf dem Bild in Narazenas Zimmer besonders leuchtete und die Gottesmutter zufrieden zu lächeln schien, da sie die Aufgabe erfüllt hatte, die ihr Sohn ihr vor über 2000 Jahren anvertraut hat: mütterlich zu sorgen für die Seinen und uns in der Liebe zu ihm und zum Ewigen Vater zu verbinden.

Wenn etwas in dieser Erzählung durcheinander erscheint, dann ist es, weil es mich bis heute innerlich zutiefst ergreift. Ich habe versucht, alles so ursprünglich zu erzählen, wie es passiert es, zur Ehre unserer Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt.

 

 

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Last Update: 11.01.2008