Nachrichten - News - Noticias
 published: 2007-08-03

Merville - wo ein Held sich ganz gegeben hat

Erinnerungen, Eindrücke, Begegnungen bei der Neueinweihung des Josef-Engling-Memorials

 

Erinnerungen, Eindrücke, Begegnungen: Aleida Montalvo aus Monterrey, Mexiko, bei der Feier in Merville

Recuerdos, impresiones, encuentros: Aleida Montalvo de Monterrey, México, durante  la celebración en Merville

Memories, impressions, encounters: Aleida Montalvo from Monterrey, Mexico, during the celebration in Merville

Erinnerungen, Eindrücke, Begegnungen: Aleida Montalvo aus Monterrey, Mexiko, bei der Feier in Merville

 

Begegnung mit französischen Jugendlichen  

Encuentro con jovenes de Francia

Encounter with young people from France

Begegnung mit französischen Jugendlichen

Fotos: POS Fischer © 2007

 
Pater Kentenich mit Josef Engling

El Padre Kentenich con José Engling

Father Kentenich with Joseph Engling

Pater Kentenich mit Josef Engling

 
Memorial in Merville  

Capilla conmemorativa en Merville

Chapel in Merville

Memorial in Merville

 
Am Ufer der Alten Lys

A las orillas del rio Lys

At the shores of Lys

Am Ufer der Alten Lys

 
Herr Hannappel

Herr Hannappel

Herr Hannappel

Herr Hannappel

Fotos: Aleida Montalvo © 2007

Albúm de fotos – photo album – Fotoalbum

 
   

FRANKREICH, Aleida Montalvo. Wenn ich an die zwei Monate in Schönstatt zurückdenke, dann war eines der größten Geschenke, mitfahren zu können nach Frankreich an die beiden Orte, wo ein echter Held, Josef Enling, zu zwei ganz besonderen Zeiten gewesen ist: am Ort seiner Ganzhingabe und am Ort seines Sterbens.

Es war ein großes Geschenk, dort zu sein, wo Josef Engling am 31. Mai 1918 sein Leben und seine Sendung der Gottesmutter von Schönstatt anbot, hier, an der Biegung der Alten Lys. Dort schrieb er in sein Tagebuch:

"Lieb Mütterlein, Mater Ter Admirabilis! ... Verfüge über mich und das Meinige ganz wie es dir gefällt. Wenn es sich jedoch mit deinen Plänen vereinbaren lässt, lass mich ein Opfer werden für die Aufgaben, die du unserer Kongregation gestellt hast."

Unter den 300 Personen, die an dieser Wallfahrt teilnahmen, war ich eine der wenigen Jugendlichen und die einzige Mexikanerin. Josef Engling ist für die Schönstattjugend in meinem Land ein bedeutender Held, unser Vorbild. Pater Kentenich selbst hat ihn als gelebte Gründungsurkunde und vorausgelebte Schönstattgeschichte bezeichnet. Mit ihm verbinden sich die Jugendlichen leicht, weil auch er sehr jung war, als er im Ersten Weltkrieg kämpfte, mit dem er innerlich nicht einverstanden war. Auch in dieser schwierigen Zeit bemühte er sich, seine Geistliche Tagesordnung zu halten, mit vielen und tiefen Verpflichtungen. Von ihm können wir alle etwas lernen. Josef Engling hat sein Leben ganz der Gottesmutter übereignet und ihr immer voll und ganz vertraut. In jungen Jahren erreichte er eine Heiligkeit, die auch heute noch strahlt - auch in Mexiko!

Es war schön, so viele Menschen zu sehen, die mit dem gleichen Anliegen gekommen waren, nämlich um zu danken für seine Ganzhingabe für Schönstatt und die Gottesmutter. Es war schön, in so großer Gemeinschaft seiner zu gedenken. Das Memorial war in den letzten Jahren ziemlich heruntergekommen und musste erneuert werden. Das tat der Familienbund zusammen mit anderen Familien. Dabei merkten sie, dass diese kleine "Kapelle" in Merville sehr beliebt ist, und die Leute aus Merville und die dort vorbeifahren erfuhren mehr davon, dass hier ein wirklicher Held, ein Heiliger, vorübergegangen war, und wie der Glaube Berge versetzen kann.

"Herr Hannapel"

Herr Hannappel: Für viele spricht dieser Name für sich. Herr Hannappel, so kennt ihn die ganze mexikanische Schönstattjugend, ist ein Marienbruder, der sein Leben ganz und gar dem Leben Josef Englings und seiner Verehrung gewidmet hat. Mit manchen anderen bekannten Persönlichkeiten wie etwa Pater Alexander Menningen hat er viele Jahre lang vergeblich die sterblichen Überreste Josef Englings gesucht. Obwohl – oder weil – diesen Bemühungen kein Erfolg beschieden war, entstand durch diese Bemühungen eine Englingströmung in der Schönstattfamilie und ein lebendiges Interesse in Frankreich und Deutschland an diesem jungen Menschen, die im Bau des Heiligtums in Cambrai gipfelte.

Ich hatte schon in Mexiko von "Herrn Hannappel" gehört und auch schon Zeugnisse bei schoenstattyouth.com gelesen; als ich dann einigen Leuten vorgestellt wurde, die ich nicht kannte, und dabei auf einmal auch diesen Namen hörte, da konnte ich es echt nicht glauben. Da saß ich also beim Frühstück am selben Tisch mit ihm, einem so schlichten, dankbaren Menschen. Da wir nicht dieselbe Sprache sprachen, war es eine sehr rudimentäre Unterhaltung, aber er machte seine Witze und nahm mich auf den Arm, als er mir den Brotkorb hinhielt und wieder wegzog! Die ganze Zeit über sah man ihn glücklich und stolz über so viele Schönstätter, die gekommen waren, und dass es ihnen wichtig gewesen war, Josef Engling ein würdiges Memorial zu errichten. Ich habe selbst erleben dürfen, "Cambrai ist Herr Hannappel", wie ich es so oft gehört hatte.

Ehen werden im Himmel geschlossen

In Merville hörte ich auch einige hochinteressante "Schönstatt-Geschichten". Ich lernte Rosa Maria Wieland (aus Chile), Azucena aus Peru und Leonor aus Ecuador kennen, alle mit deutschen Schönstättern verheiratet. Und sie erzählten mir, wie sie ihre Ehemänner kennen gelernt hatten - spannend, kann ich nur sagen!

Rosa María Wieland lernte ihren Mann vor dem Heiligtum in München kennen. Sie kamen miteinander ins Gespräch... und es funkte. Die Chilenin fuhr gar nicht mehr nach Hause. Heute sind sie dreißig Jahre verheiratet und Leiter des Familienbundes in Deutschland.

Azucena war Leiterin der peruanischen Mädchenjugend und ihr heutiger Ehemann Tobais war für ein Jahr nach Peru gekommen, um mit Waisenkindern zu arbeiten. Die beiden lernten sich kennen, beschlossen zu heiraten und in Deutschland zu leben.

Die interessanteste Geschichte ist die von Leonor. Sie war als Praktikantin in der Sonnenau, eineinhalb Jahre lang. Eines Tages betete sie im Urheiligtum, als ein junger Mann sich neben sie kniete und auch betete. Er flüsterte ihr zu, dass er draußen auf sie warten würde, und dann unterhielten sie sich mit Händen und Füßen - er sprach nur Deutsch, sie nur Spanisch. Nichtsdestotrotz begleitete er sie zur Sonnenau, und als die verantwortliche Schwester sie fragte, wer denn ihr Begleiter sei, antworte sie: "Mein Freund" - meinte aber eigentlich nur, dass sie ihn gerade getroffen habe. Die Schwester aber meinte, es sei ihr fester Freund, lud die beiden ein zu einem Kaffee... und nach der Klärung des kleinen Missverständnisses redeten sie weiter... Das Ende vom Lied: sie heirateten in Schönstatt, und als Leonar nach Hause zurückfuhr, da hatte sie schon ihr erstes Kind im Arm...

Schönstatt kennen lernen

Die Gemeinde von Merville wusste nicht, dass in ihrem Ort ein Mensch gewesen war, der von der weltweiten Schönstattfamilie verehrt wird. Als sie im letzten Jahr tagelang den Bautrupp wirken sahen, begannen sie, Fragen zu stellen. Jetzt hatten sie Josef Engling zum Thema gemacht, hatten sich mit ihm beschäftigt, und diese beiden Tage der Begegnung sind nicht ohne Folgen geblieben. Eine kleine Gruppe aus Merville möchte im November nach Schönstatt kommen und kennen lernen, was dahinter steckt.

Es ist wunderbar, Zeuge sein zu dürfen von dem, was auch Josef Engling erlebt hat: Sie wird die jugendlichen Herzen an sich ziehen. Und sie tut es!

 


Zurück/Back: [Seitenanfang / Top] [letzte Seite / last page] [Homepage]

Last Update: 15.08.2007 Mail: Editor /Webmaster
© 2007 Schönstatt-Bewegung in Deutschland, PressOffice Schönstatt, hbre, All rights reserved, Impressum