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 published: 2007-06-28

"Paulus, durch Gottes Willen berufener Apostel Christi Jesu"

Paulusjahr zum 2000. Geburtstag dessen, der das Evangelium bis an die Enden der Erde brachte

 

In allen Schönstatt-Heiligtümern flankieren die Apostel Petrus und Paulus Tabernakel und MTA-Bild

Flanqueando el Tabernáculo y a María, las estatuas de San Pedro y San Pablo, en los Santuarios de Schoenstatt

Flanking the tabernacle and Mary,  in the Schoenstatt Shrines: St. Peter, and St. Paul

In allen Schönstatt-Heiligtümern flankieren die Apostel Petrus und Paulus Tabernakel und MTA-Bild

Foto: Aleida Montalvo © 2007

 

St. Paulus – der, der das Evangelium bis an die Grenzen der Erde brachte (Statue im Sionsheiligtum, Argentinien)

San Pablo – el que llevo el evangelio hasta los confines del mundo (Estatua del Santuario de Sión, Argentina)

St. Paul – the one who brought the gospel to the ende of the earth (Statue in the Sion Shrine, Argentina)

St. Paulus – der, der das Evangelium bis an die Grenzen der Erde brachte (Statue im Sionsheiligtum, Argentinien)

Foto: Crivelli © 2007

 

 

 

WELTKIRCHE, P. Alberto Eronti. Die vom Vatikanischen Informationsdienst herausgegebene Nachricht sagt nur, "am kommenden 28. Juni wird der Heilige Vater, Papst Benedikt XVI., der feierlichen Vesper zum Festtag von St. Peter und Paul in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern vorstehen". Was ist daran Besonderes? An sich nichts, denn es ist Brauch, dass die Päpste zu diesem Festtag Gesten gegenüber dem Völkerapostel machen. Doch an diesem Abend hat der Papst ein Paulusjahr ausgerufen aus Anlass des 2000 Geburtstags dessen, der das Evangelium bis an die Enden der Erde brachte.

Unter den zahlreichen Äußerungen Pater Kentenichs über den heiligen Paulus ist eine besonders erhellende: "Paulus wurde im Mutterleib berufen, der Welt das Christusgeheimnis zu künden." Wenn wir die dem heiligen Paulus zugeschriebenen Briefe des Neuen Testamentes nehmen und die ersten Zeilen lesen, merken wir, dass das Zitat den Kern dessen berührt, was der Apostel in seiner Nachfolge Christi lebte und fühlte. Alle Briefe beginnen mit einer Erwähnung des Messias, des Christus, wobei der Anfang des Römerbriefes wohl die treffendste Zusammenfassung bietet: "Paulus, Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel, auserwählt, das Evangelium Gottes zu verkündigen...".

Erwählt und zu Christus gehörend

Das Beeindruckende an Paulus ist sein Bewusstsein der Erwählung und Zugehörigkeit zu Christus. Darin spiegelt sich das Eigentliche und Wesentliche des Rufes zur Jüngerschaft gegenüber dem menschgewordenen Sohn Gottes. Es besteht kein Zweifel, dass Paulus ein leidenschaftliches Temperament hatte, Christus folgte und diente und mit absoluter Radikalität für ihn lebte. So schreibt er an die Galater: "… nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Soweit ich aber jetzt noch in dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat" (Gal.2,20). In einer heidnischen Welt war er fähig, Christus zu leben und ihn in seinem Wort und Leben zu verkünden. Um die Größe des Glaubens, den er kündete, zu verdeutlichen, wusste er eine vollkommene Kohärenz zwischen seinem Sprechen und Handeln herzustellen. Auch hier scheut er sich nicht, seine innerste und persönlichste Entscheidung gegenüber der Welt und dem, was sie bietet, kundzutun. Nicht Weltverachtung ist es, was er zeigt, sondern eine vollkommene Achtung dessen, der sein Leben verändert und erfüllt hat, weshalb er an die Philipper schreibt: "Doch was mir damals ein Gewinn war, das habe ich um Christi Willen als Verlust erkannt. Ja noch mehr: ich sehe alles als Verlust an, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles übertrifft. Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen (Phil 3,7-8) Übertrieben? Mag sein, aber es gibt Momente, in denen nur die in Liebe, Einsatz und Treue "Übertriebenen" zum Licht der Welt werden und einer Option des Lebens für viele.

Nur wer radikal seine Überzeugungen lebt, ragt aus dem Mittelmaß und der Langeweile hervor

In einer Zeit der Gleichgültigkeit ggenüber den christlichen Begegenheiten, in einer Zeit, in der ein säkularer Wandel der Kultur ein aggressives Neuheidentum hervorgebracht hat, in einer solchen werden nur die, die radikal ihre Überzeugungen leben, aus dem Mittelmaß und der Langeweile hervorragen, in die die Masse der Menschen hineingeraten ist. Jesus hat den Seinen gesagt: "Ihr seid das Licht der Welt" (Mt.5,14), und Paulus ist ein solches Licht geworden, ein Licht Christi für viele. Mit Leidenschaft spricht er von dem, der geliebt hat bis zum Tod, und dem er sein Leben geweiht hat. So viel Liebe investierte er in alles, was er für und durch Christus tat, dass der kampflustige und starke, wagemutige und risikofreudige Mann zur Mutter vieler wurde, die er für das Evangelium gewinnen wollte, so wie er es deutlich und zugleich das Wesen der Jüngerschaft auf den Punkt bringend sagt: Meine Kinder, ich leide Geburtswehen um euch, bis Christus in euch Gestalt annimt...

Mit bewundernswerter innerer Freiheit, die dem, der sich als Jünger Christi versteht, zu eigen ist, sagt er denen, denen er das Evangelium bringt, sie sollten sein wie er, ihn nachahmen. Er hat kein Problem damit, sich selbst als Modell des Jüngers des Herrn zu präsentieren: "Folgt mir nach,wie ich Christus nachfolge" (1 Kor 11,1). Ihm, dem Kenner der Welt, war klar, dass für die, die den Glauben angenommen hatten, eine Überfülle von Verlockungen der Welt wartete; so verstand er, dass Reden allein nicht ausreicht, dass das Verkündete verkörpert sein muss. Es gilt, das Verkündete so zu leben, dass kein Zweifel daran bleibt, welchem Weg man folgen soll: "Ahmt auch ihr mich nach, Brüder, und achtet auf jene, die nach dem Vorbild leben, das ihr an uns habt. (Phil 3,17)

Wenige verstanden ist, mit solche klaren Anwendbarkeit das Gebot Jesu "Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe" (Joh 13,34) zu künden, wie Paulus. In seinem Streben, dass alles verstehen sollten, dass Nachfolge Jesus die Neuheit des Erkanntwerdens an der Liebe einschließt (Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt. Joh13,35 ), gibt er schöne und konkrete Unterweisungen an die von ihm gegründeten Kirchen. Den Korinthern hinterlässt er das Hohelied der Liebe (1 Kor 13, 1-8), in dem er einen "besonderen Weg" aufzeigt, denn nur "die Liebe hört niemals auf". Den Kolossern sagt er, dass man, um Jesus zu lieben, Altes ablegen muss: "Jetzt aber sollt ihr das alles ablegen: Zorn, Wut und Bosheit; auch Lästerungen und Zoten sollen nicht mehr über eure Lippen kommen, sagt er ihnen, und sie sollen sich begleiten mit dem neuen Kleid der größeren Liebe: "Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen. Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld! rtragt euch gegenseitig und vergebt einander, wenn einer dem andern etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!" (Kol.3,8 y 12)

Erwählt, berufen, gesandt

In unseren Heiligtümern stehen an der Seite des Tabernakels und des Bildes der Gottesmutter die Statuen der beiden Apostel. Eine trägt den Schlüssel, der andere das Schwert. Die Symbole unterscheiden die beiden und betonen ihre Identität und Sendjng. Petrus wie Paulus wurden durch Jesus Christus "erwählt, berufen und gesandt". Es gilt, diese drei Worte mit den drei Wallfahrtsgnaden zu verbinden: Beheimatung, Wandlung, Sendung. Pater Kentenich definiert seine Sendung über das Leben des Völkerapostels: Wie Paulus vom Mutterschoß an berufen wurde, der Welt das Christusgeheimnis zu künden, so wurde ich vom Mutterschoß berufen, der Welt das Mariengeheimnis zu künden. Es geht nicht um zwei parallele Geheimnisse, sondern um ein einziges: Maria lebte für Jesus, ihr Geheimnis ist das seine, denn für ihn hat sie gelebt, gekämpft und sich hingegeben.

Möge das Paulusjahr uns geeint und versammelt in unsren Heiligtümern finden, damit die Liebe uns beheimate, wandle und sende, damit der Horizont der Sendung Schönstatts sich weite und mehr und mehr öffne für die großen Herausforderungen der Zeit und wir mit dem Vater der Familie beten können:

Gottesmutter, "Schönstatt bleib dein Lieblingsort, des Apostelgeistes Hort, Führer hinzum heiligen Streit, Quell der Werktagsheiligkeit; Feuerbrand, der Christus glüht, lodern helle Funken sprüht, bis die Welt als Flammenmeer brennt zu den Dreifaltigen Ehr."

 

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