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 published: 2006-12-28

Kein Wunder. Und doch ein Wunder...

Ein Leben für Schönstatt: Judy Rehn, Waukesha, USA - Ende November heimgerufen

 

Judy Rehn (center), Milwaukee, conscientemente ofreció su vida para Schoenstatt

Judy Rehn (center), Milwaukee, consciously offered her life for Schoenstatt

Judy Rehn (Mitte), Milwaukee, hat ihr Leben bewusst für Schönstatt angeboten

 

En el Santuario, poco tiempo antes de fallecer

In the Shrine, a few months before her death

Im Heiligtum, einige Monate vor ihrem Tod

 
 

Su ofrecimiento

Her offering

Ihr Angebot

 
 

Su ofrecimiento en el fuego de Jose Engling en Cambrai

Her offering in the Joseph Engling fire in Cambrai

Ihr Angebot im Englingfeuer

 

Bendición del Santuario Hogar (Judy al lado de la Hermana Winifred)

Home Shrine dedication, 1974 (Judy is the girl next to Sister Winifred)

Hausheiligtumsweihe 1974 – Judy steht neben Schwester Winfriede

Fotos: Jentz © 2006

 
   

USA, Christi Jentz/mkf. "Hier unten steht, was ich meine. Im Moment würden die Ärzte dem Text im Artikel voll und ganz zustimmen, also ist es in Ordnung. Wenn auf Erden ein Wunder geschieht, dann ist es gut, wenn man auch weiß, dass es ein Wunder war. Doch jetzt: Wie kann ich dir, meine liebe Freundin, für all deine Gebete, dein Mitteilen und deine Liebe danken? Du bist einfach ein Schatz..." Kommentar einer 44-jährigen Mutter von drei Kindern und einem medizinische gesehen unheilbaren Hirntumor. Ein Kommentar an ihre Kindergarten-Schönstatt-Freundin, die gerade von einer Wallfahrt nach Rom und Cambrai zurückgekehrt ist; einer Wallfahrt, auf die sie einen kleinen Zettel mitgenommen hatte. Darauf stand: "Liebe Gottesmutter: Ich opfere dir auf für dein Gnadenkapital jedes neue Symptom, jede Übelkeit, jeden physischen Verlust, jeden geistlichen Kampf, alle Angst vor dem, was kommt und alle Wirkungen dieser Krankheit. In Liebe, Judy Rehn."

Es war am 17. September 2005 in Cambrai, Frankreich, bei der Vigil des 40. Jahrestages der Einweihung des Heiligtums in Cambrai, eines Heiligtums, das 1965 von der ganzen Schönstattfamilie geschenkt worden war. Christi Jentz wirft zusammen mit ihrem Mann und ihrem Sohn ein kleines Stück Papier ins Englingfeuer, ein Stück Papier, das zuvor den Segen des Papstes bekommen hat. Der Artikel, der über diesen Tag geschrieben wird, endet: "Am Samstagabend hatte es zum Abschluss ein großes "Englingfeuer" gegeben am Memorial hinter dem Heiligtum. Alle, die schon mit den Bussen am Tag zuvor gekommen waren, Deutsche vor allem und einzelne Vertreter anderer Länder, waren am späten Nachmittag den Weg Josef Englings von Eswars zu seiner Todesstelle gegangen und hatten danach heilige Messe gefeiert. Dabei war auch besonders die Mannesjugend von Villa Ballester, Argentinien, vertreten, die an diesem Tag und ziemlich genau zu dieser Zeit den Englingstein beim Heiligtum errichtete. Der Abschluss des Tages war dann das Englingfeuer, in dem zu alten und neuen Englingliedern und allgemeinen Schönstattliedern die Briefe und Zettel mit Beiträgen zum Gnadenkapital verbrannt wurden. Christi Jentz gab die gesammelten Gnadenkapital-Briefe vieler Familien aus Milwaukee ins Feuer. "Und noch etwas," sagt sie leise ganz am Schluss der Jubiläumsfeier in einem Gespräch, bei dem immer wieder zum Ausdruck gekommt, wie wunderschön diese Feier gewesen sei und was sie bewegt habe. "Da war als Beitrag zum Gnadenkapital das Lebensangebot von Judy drin." Ihre Freundin seit Kindertagen, groß geworden im Heiligtum wie sie selbst, hat einen Gehirntumor, unheilbar nach Aussage der Ärzte. Am Tag bevor Christi nach Rom und Cambrai aufbrach, hat diese junge Mutter von drei Kindern als Beitrag zum Gnadenkapital zum Jubiläum des Heiligtums in Cambrai ihr Leben angeboten, ihr Ja geschenkt.

Vielleicht, meint Christi, ist da das Geheimnis dieses Tages, in den Flammen des Englingfeuers"

Judy selbst schickte diesen Artikel an viele Freunde, mit dem Kommentar: "Ich schicke euch dies weiter, weil am Ende ein Angebot erwähnt wird, das ich mit meiner Freundin Christi auf eine Wallfahrt mitgegeben habe, von der sie und ihre Familie gerade zurückgekommen sind. In dem Artikel geht es um das 40-jährige Jubiläum des Heiligtums der Einheit in Frankreich." Dann schreibt sie, dass die Zukunft dieses Heiligtums ungewiss sei, und fährt fort: "Wenn das alles dem, was mir geschieht, mehr Sinn gibt, dann ist es mir eine Ehre, dabei zu sein. Nur Gott weiß, ob es so ist. Hunderte von Menschen aus aller Welt waren bei diesem Akt dabei, und es scheint ein besonderer Gnadentag gewesen zu sein."

Wenn auf Erden ein Wunder geschieht, dann ist es gut, wenn man auch weiß, dass es ein Wunder war.

Judy Rehn wusste um die Schwere ihrer Krankheit, auch wenn sie voller Hoffnung war und bereit, den Kampf aufzunehmen. "Im Moment würden die Ärzte dem Text im Artikel voll und ganz zustimmen, also ist es in Ordnung. Wenn auf Erden ein Wunder geschieht, dann ist es gut, wenn man auch weiß, dass es ein Wunder war", so schrieb sie ihrer Freundin Christi bei deren Rückkehr aus Cambrai. Und dann: " Doch jetzt: Wie kann ich dir, meine liebe Freundin, für all deine Gebete, dein Mitteilen und deine Liebe danken? Du bist einfach ein Schatz..."

Judy Rehn wurde am 27. Februar 1961in Milwaukee, Wisconsin, geboren. Sie lernte Schönstatt schon als Kind kennen und blieb bis zum Ende ihres Lebens damit tief verbunden. Im Jahr 1974 weihten ihre Eltern ihr Hausheiligtum ein. Auf dem Foto sieht man Judy strahlend neben Schwester Winfriede stehen.

Als Mutter und Ehefrau hat sie aus ihrem Liebesbündnis gelebt. Wer ihr begegnet ist, erinnert sich an ihre strahlendes Gesicht... "Was Josef Engling und Gilbert Schimmel angeht, bin ich sicher, dass Judy in ihren Spuren gegangen ist", sagt Christi Jentz. "Auf ihre ganz originelle Art, denn sie war ein Vaterkind. Wir müssen Josef Engling danken dafür, dass er das Lebensangebot gemacht hat, was wir heute 'Engling-Weihe' nennen.

Denn das wirkt weiter fort, auch heute. Ich weiuß, sie hat ihr Angebot in Blick auf Cambrai gemacht, das kann jeder selbst nachlesen. Judy und Jim haben sehr 'öffentlich' gelitten und sie haben es geschafft. Ihre Schönstatt-Spiritualität war für viele ein Zeugnis."

Keine Sorge, Schönstatt

Judy starb am 29. November 2006 im Alter von 45 Jahren. Der Pfarrer sprach in der Beerdigungsmesse über Judys Angebot. Er hatte erst kurz zuvor davon erfahren. Jim und Judy haben ihn während der Zeit der Krankheit näher kennen gelernt. Seine Predigt hatte eine große Ähnlichkeit mit der, die Pater Kentenich am 16. Februar 1959 über Gilbert Schimmel gehalten hat. "Letzte Woche habe ich den Text herausgeholt - er steht in den Montagabendvorträgen -, wo Pater Kentenich zu den Ehepaaren über Gilbert Schimmel spricht, auch in Bezug auf Josef Engling. Gestern habe ich das dann gelesen", berichtet Christi Jentz. "Ich hatte das vorher nie richtig aufgenommen. Pfarrer Jim hätte von so vielen Aspekten aus Judys Leben beleuchten können. Und dann nimmt er genau das - dass eben kein Wunder passiert ist, und dass es doch ein Wunder war. Genau wie damals Pater Kentenich. Auch noch in anderen Punkten gab es Ähnlichkeiten. Ich glaube, durch Pfarrer Jim wollte uns Pater Kentenich sagen: Schaut genau hin. Hier ist alles, ich habe dieses Angebot auch gehört."

Die Zukunft Cambrais ist offen. Schönstatt geht auf das Jahr 2014 zu, auf 100 Jahre Liebesbündnis, auf 100 Jahre Josef Engling und 100 Jahre Sterben all der Helden der Gründungsheit. Die Zukunft des Urheiligtums ist offen.

Keine Sorge, Schönstatt. Die Zeit der Schönstatt-Helden liegt nicht in grauer Vorzeit. Sie ist jetzt.

Alianza de Amor

Covenant of Love

Liebesbündnis

 

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