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 published: 2005-08-09

Wie eine Schwester in Milwaukee blieb

Am Montagnachmittag fanden im gesamten Schönstattgelände viele verschiedenste Workshops statt

Montserrat Pérez Marrero,, 15 años, de Torreón, Mexico

Montserrat Pérez Marrero, 15 years old, from Torreón, Mexico

Montserrat Pérez Marrero, 15 Jahre, aus Torreón (Mexiko)

 
 

Despues de los tallesres, los jovenes descansan cerca del Santuario Original

After the workshops,  youth is relaxing near the Original Shrine

Zum Ausruhen und Austauschen nach den Workshops sitzen die Jugendlichen auf der Wiese vorm Urheiligtum.

 
 

La Hna M Thomasine cuenta de su encuentro con el Padre Kentenich

Sister M. Thomasine with enthusiasm shares about her encounters with Father Kentenich

Sr. M. Thomasine erzählt begeistert von ihrer Begegnung mit Pater Kentenich.

 
 

Jovenes en el taller de la Hna Thomasine

Listening attentively

Die Jugendlichen lauschen aufmerksam.

 

Julio Tomalá Delgado de Guayaquil (Ecuador), fue a cargo de un taller

Julio Tomalá Delgado aus Guayaquil (Ecuador), was in charge of a workshop

Julio Tomalá Delgado aus Guayaquil (Ecuador) leitete selbst einen Workshop.

Fotos: Kanya © 2005

 
   

WJT SCHÖNSTATT, eka. Schon einmal ein SMS von Gott bekommen? Wie kann ich Gottes Spuren in meinem Leben und im Alltag entdecken? Wie finde ich den Weg zu meinem Glück? Was ist meine Berufung? Wie kann ich mein Leben selbst in die Hand nehmen? Zu diesen und vielen anderen Themen gab es im Rahmen des Internationalen Jugendfestivals einen Nachmittag lang Workshops, Kreativecken, Gesprächsforen und mehr.

"Es waren tiefe und bewegende Themen", erzählt die 15jährige Montserrat Pérez Marrero aus Torreón (Mexiko). In Gedanken ist sie aber schon beim nächsten Erlebnis: "Heute Abend haben wir wieder ein Konzert, gemeinsam mit tausenden Jugendlichen. Es werden auch einige Leute von Schönstatt singen."

Ein Höhepunkt des Nachmittags war die Aufführung von "The Radiation of Fatherhood", durch die Theatergruppe der Universität Glasgow. Es ist das letzte Stück, das Papst Johannes Paul II. geschrieben hat, als er noch nicht Papst war. "Radiation of the Fatherhood" wird auch am Weltjugendtag in Köln gezeigt.

Chile rules

Im "Festival Sports"-Bereich fand die Schönstatt Fußballweltmeisterschaft statt. Chile trat mit drei (!) Teams an und ergatterte damit den Weltmeistertitel, mit einem knappen Sieg über das schwäbische Team.

In einer anderen Ecke basteln Jugendliche Armbänder für den Weltjugendtag. Sie dienen als Symbol für das Liebesbündnis, das die Schönstattjugend am Mittwoch für die Jugend der Welt schließt. Am Weltjugendtag werden die Armbänder an so viele Jugendliche wie möglich verteilt.

Der "Herr Pater"

Gut 50 Jugendliche lauschten den Erzählungen von Sr. M. Thomasine Treese, im Workshop "Wir haben ihn erlebt". "Er" ist Pater Josef Kentenich. Sr. M. Thomasine begegnete ihm 1964 in Milwaukee: "Wenn ich jetzt von Pater Kentenich erzähle, werde ich nur mehr vom ‚Herrn Pater’ sprechen, und wir wissen ja alle, wer gemeint ist."

"Ich bin zu diesem Workshop gekommen, weil ich mehr über Pater Kentenich erfahren will", erzählt der 25jährige David Rößler aus dem Bistum Würzburg. "Mich interessieren dabei besonders die kleinen Nebensächlichkeiten, die einen Menschen erst richtig ausmachen und über die in den meisten Biographien nicht geschrieben wird."

Sr. M. Thomasine ist seit ihrer frühesten Kindheit in der Schönstattbewegung. Pater Kentenich kannte sie damals noch nicht, obwohl sie in der Nähe von Schönstatt aufgewachsen ist – denn Pater Kenntenich war zu diesem Zeitpunkt bereits im Exil in Milwaukee (seit 1952). "Meine Eltern haben jedoch immer viel Gutes über ihn erzählt. Für mich war er einfach eine große Persönlichkeit und ein Mensch, der ganz nahe bei Gott sein musste, denn sonst hätte er Schönstatt nicht so gründen können."

Auf Anregung einer Lehrerin begann sie, regelmäßig Briefe an Pater Kentenich zu schreiben. "Ich hab mir überlegt, was ich ihm den schreiben könnte. Mir ist nichts eingefallen, also hab ich ihm einfach meine GTO geschickt. Diese Briefe gehörten einfach zu meinem Leben dazu, ich möchte nicht sagen, dass es zur Routine wurde, aber es gehörte dazu. Meine Lehrerin hat dann auch gemeint, ich sollte nach Milwaukee fahren und den Herrn Pater besuchen. Einerseits hat es mich gereizt, weil ich mich gerne selbst überzeugt hätte, ob er wirklich so ein großer Mensch ist. Aber ich war damals noch viel zu schüchtern, wollte keine große Reise machen, und Amerika fand ich sowieso schrecklich."

Auf nach Milwaukee

Sr. M. Thomasine - damals natürlich noch nicht Marienschwester, sondern gerade von der Schule - sollte trotzdem bald nach Milwaukee fahren. "Ich wollte Missionsschwester in Afrika werden. Ich habe mich beworben, wurde aber weggeschickt, da es zu dieser Zeit gerade keine zweite Missionsschwester gab. Alleine wollte man mich nicht fahren lassen." Es war sehr ungewöhnlich, dass sie weggeschickt wurde, das ist davor noch kein einziges Mal passiert. "Geh doch jetzt nach Milwaukee", sagte ihre Lehrerin wieder. Und sie ging. Auf der Suche nach einer neuen Richtung für ihr Leben.

Ihre erste Begegnung mit Pater Kentenich passierte im Heiligtum in Milwaukee: "Es war gleich nach meiner Ankunft. Ich bin ins Kapellchen gegangen und dort haben gerade zwei Ehepaare ihr Liebesbündnis geschlossen. Der Herr Pater ist in einer Ecke gesessen und hat alles beobachtet. Danach ist er zu den Ehepaaren nach vorne gegangen und hat ihnen alles Gute gewünscht, dann hat er jeden Besucher in der Kapelle begrüßt und kam immer näher zu meinem Platz. Aus irgendeinem Grund wusste er bereits, wer ich war, und hat gesagt, dass er sich freue, dass ich gekommen bin. Das war wunderbar für mich, es war ein so schönes Gefühl, von ihm erwartet zu sein."

Sr. M. Thomasine suchte das Gespräch mit Pater Kentenich. "Ich fasste schnell Vertrauen zu ihm. Ich habe ihm meine ganze Lebensgeschichte erzählt und ging dann auch zur Beichte bei ihm." Nach dieser Beichte sprach Pater Kentenich ein Gebet: "Gottesmutter, hilf mir, dass ich diese Frau verstehe, um sie so zu führen, wie Gott es haben möchte." Sr. M. Thomasine: "Ich war fast beschämt, dass ein so großer Mann in so einer Situation um Hilfe bittet."

Ein Geschenk für die Gottesmutter

Daniel Rößler beschreibt: "Wenn man Schwester Thomasine zuhört, kann man sich richtig vorstellen, welche Wärme Pater Kentenich ausgestrahlt haben muss. Wenn sie erzählt, leuchtet sie."

Pater Kentenich gab Sr. M. Thomasines Leben eine neue Richtung: Er brachte sie dazu, Englisch zu lernen und schließlich entschied sie sich sogar, in Milwaukee zu bleiben. "Es war am 18. Oktober 1964, zum 50jährigen Jubiläum von Schönstatt. Ich hab es der Gottesmutter zum Geschenk gemacht, dass ich hier in Milwaukee bleiben und Marienschwester werden würde. Ich habe diese Entscheidung nie bereut. Davor war ich fixiert darauf, Missionsschwester in Afrika zu werden, doch der Pater hat erkannt, dass Gott einen anderen Weg für mich vorgesehen hat, und er hat mich dann dort hingeführt", erzählt Sr. M. Thomasine. Sie trat dort nach einiger Zeit in die Gemeinschaft der Marienschwestern ein, und 30 Jahre blieb sie dann in den USA.

Kleines bewegt

"Was man bei dem Zeugnis von Schwester Thomasine stark gemerkt hat, ist, dass es diese kleinen Dinge sind, die einen Menschen bewegen. Beispielsweise bei der Geschichte, wo sie sich bei Pater Kentenich über eine ihrer Mitschwestern beklagt hatte, weil diese einige unausstehliche Ticks hatte. Pater Kenntenich hat dazu nur gesagt: ’Wenn Sei einmal so alt sind wie ich, dann werden Sie über diese Dinge nur mehr lachen.’ Es war dies ein kleiner Satz, aber für Schwester Thomasine ist es zu einer Lebensweisheit geworden", meint Daniel Rößler.

Florian Weininger, 28 Jahre, aus Nürnberg: "Was ich interessant gefunden hab, war dieser Aspekt der Spurensuche. Pater Kentenich hat zu ihr gesagt, sie solle sich für drei Tage ins Heiligtum setzen und alle Situationen aufschreiben, wo in der letzten Zeit Gott Spuren in ihrem Leben hinterlassen hat. So könne sie Gottes Plan erkennen."

SMS von Gott

Zur Spurensuche im eigenen Leben lud der Workshop "Sms von Gott" ein. Workshopleiter war der 21jährige Julio Tomalá Delgado aus Guayaquil (Ecuador): "Es war sehr bereichernd und auch nicht ganz einfach, da Menschen mit ganz verschiedenem Wissensstand teilnahmen. Manche hatten noch nie etwas von Spurensuche gehört. Ich hab dann aber gemerkt, dass man von allen Zeugnissen noch etwas lernen kann. Ich war nicht nur derjenige, der einen Workshop geleitet hat, sondern ich hab auch selber etwas Neues mitgenommen."

Die Spurensuche wird auch beim Weltjugendtag in Köln angeboten, im Schönstatt-Begegnungszentrum bei der Trinitatiskirche.



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Last Update: 09.08.2005 Mail: Editor /Webmaster
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