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 published: 2004-01-07

"Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen..." (Mt 2,2)

"Zehn Minuten an der Krippe" in Aulendorf, Maria Rast, Frohlinde, Essen-Kray, Paderborn und Dietershausen

Maria Rast, Euskirchen, diócesis de Colonia: llegaron los Reyes

Maria Rast, Euskirchen, diocese of Cologne: the Kings arrived

Maria Rast, Euskirchen, Diözese Köln: die drei Könige sind da

 
 

Pesebre en Maria Rast

Crèche in Maria Rast

Krippe in Maria Rast

 
 

Parte esencial de los "Diez Minutos": chicos con estrellas

Essential part of the "Ten minutes": children waving with cardboard stars

Das gehört zu den "Zehn Minuten" einfach dazu: Kinder mit Hand-Sternen

 
 

Orquestra de armónica y guitarras

"Harmonic sound orchestra", Euskirchen

Mundharmonika- und Gitarrenorchester in Maria Rast

Fotos: Havermann © 2003

 

Aulendorf: aquí, los "Diez Minutos" tuvieron lugar la primera vez

Aulendorf: here, the "Ten Minutes" were offered for the first time

Aulendorf: hier fanden erstmals die "Zehn Minuten" statt

 
 

Pastores de Belén...

Shepherds coming...

Sehet, die Hirten, wie eilig sie sind...

 

Con arpa y flauta

With harp and flute

Mit Harfe und Querflöte

 
 

Broche de oro: bendición de los chicos

Climax: individual blessing of the children

Höhepunkt: Kindersegnung

Fotos: Friedel © 2003

 

Dietershausen: mi estrella en el pesebre

Dietershausen: my star by the crèche

Dietershausen: Mein Stern an der Krippe

 
 

También en Dietershausen: chicos con estrellas

Also in Dietershausen: children with stars

Auch in Dietershausen fehlten die Hand-Sterne nicht

 
 

Oración por la paz

Praying for peace

Gebet um den Frieden

Fotos: Mierswa © 2003

 
 

Pesebre en el Santuario de Paderborn

Créche in the Shrine in Paderborn

Krippe im Heiligtum in Paderborn

Foto: Klimmek © 2003

 

 

 

DEUTSCHLAND, jmk. Sie waren wie die drei Weisen von Zuhause aufgebrochen und zur Krippe gekommen....aber nicht etwa aus dem Morgenland - nein, sie kamen von ganz Oberschwaben, vom Norden und vom Westen: Viele Schönstattzentren in Deutschland erlebten in den vergangenen zwei Wochen einen regelrechten Besuchersturm. Groß und Klein, Alt und Jung, waren gekommen, um gemeinsam "10 Minuten an der Krippe" zu verbringen. Vor sieben Jahren haben diese - inzwischen Tradition gewordenen - Krippenfeiern in der Anbetungskirche auf Berg Schönstatt ihren Anfang genommen. Inzwischen gibt es sie an vielen Schönstattzentren in Deutschland, wie zum Beispiel in Aulendorf, Maria Rast, Frohlinde, Essen-Kray, Paderborn und Dietershausen. Und die Zahl derer, die daran teilnehmen, wird immer größer. "Denn", so sagte eine Besucherin einmal, "hier kann man dem Christkind so richtig nahe sein."

Zum ersten Mal gab es das Krippensingen dieses Jahr in Aulendorf im Schwabenland. Fast 200 Besucher waren am Fest der Hl. Familie der Einladung gefolgt. "Wir sind über eine Stunde gefahren, um dabei sein zu können und ich muss sagen, es hat sich gelohnt!" sagte eine Frau, die vor kurzem noch in Aulendorf zur Kur war. Schon kurz vor dem Krippensingen gab es reges Leben im Schönstattzentrum. Überall waren erwartungsvolle und frohe Gesichter zu sehen und vom Saal klangen bereits Weihnachtslieder einladend entgegen. Die ankommenden Kinder wurden von den Verantwortlichen einfach zum spontanen Mitspielen und Mitwirken bei der Feier eingeladen. Um 15.00 Uhr war dann der große Auftakt. Während das Lied "Ihr Kinderlein kommet" erklang, folgten viele Kinder dem Sternträger als Maria und Josef, als Hirten und Kindern mit leuchtenden Handsternen zur Krippe. die Texte der Krippenfeier griffen die Nöte des Alltags und die Sorgen der Menschen auf und trugen sie vor das Kind in der Krippe. Während die Harfe ein Solostück spielte, durften alle auf einen Stern den Namen eines lieben Menschen, Sorgen, Dank und Bitten schreiben, die dann nach vorne zur Krippe gebracht wurden. Dies war die Zeit der ganz persönlichen Begegnung mit dem Jesuskind und sie wurde bei vielen Besuchern ein tiefes Erlebnis. "Alle dürfen zu dir kommen, Jesus, Kind in der Krippe..." dies war nicht nur ein gesprochenes Gebet in der Feier, sondern erlebte Wirklichkeit.

Eine schöne Besonderheit hatte Aulendorf an diesem Sonntag noch zu bieten: Mit Freude und Stolz durften die Eltern ihre Kinder am Ende der Andacht zum Kindersegen nach vorne bringen. Dabei durfte jedes Kind (soweit es das konnte) seinen Namen nennen und erhielt dann ganz persönlich den Segen.

Im Anschluss an die Feier waren alle eingeladen zu Plätzchen und Punsch. Aus vielen Mündern war zu hören: "Wir kommen wieder!" und eine Frau sagte ganz spontan zu den Schwestern: "Nächstes Jahr können Sie bei uns in der Reinigung auch ein Plakat aufhängen!"

"Schwester, darf ich mal eben die Tür aushängen?"

So fragte ein Mann, als er sah, dass die Hauskapelle zu klein wurde. Der Andrang zum diesjährigen Krippensingen in Maria Rast bei Euskirchen war gewaltig. Über 175 Leute aus der näheren und weiteren Umgebung waren am 28. Dezember nach Maria Rast gekommen. So wurde die Seitentüre der Hauskapelle kurzerhand fachmännisch ausgehängt, damit noch 20 weitere Personen Blickkontakt zu den Kindern hatten, die im Altarraum mit Glockenspiel, Flöten, Keyboard und Schlaginstrumenten die Weihnachtslieder musikalisch begleiteten. Pater Neuhoff, SJ, der ebenfalls nur noch einen Klappstuhl vor der Kirchentüre bekommen hatte, meinte: "Die gute Atmosphäre spürte man auch vor der Türe, die geht durch die Wände!" Eine Frau sagte spontan nach dem Singen: "Ich finde es gut, dass die Kinder hier so unkompliziert mit eingebunden werden." Ein Mann aus der Nähe von Euskirchen drückte es kurz und knapp aus: "Hervorragende Sache! Wir kommen wieder!"

Hohen Besuch gab es beim zweiten Weihnachtssingen eine Woche später: "In dieses Haus ins Eifeler Land sind wir gesandt ...", so begrüßten die Heiligen Drei Könige am 4. Januar die etwa 200 Besucher in Maria Rast. Eine kleine, aber sich bereits im letzten Jahr schon bewährte vierköpfige Spielgruppe aus der näheren Umgebung traten als Sternsinger auf. Kasper (Manuel Blaeser), Baltasar (Celine Jansen), Melchior (Ermina Havermann) und die Sternträgerin (Vera Markard) nahmen am Schluss ihres Auftritts die ca 150 Marienbilder in Empfang, die am 1. Advent zur Herbergsuche in viele Häuser und Familie ausgesandt worden waren. Musikalisch wurde das Weihnachtssingen unterstützt durch die Gruppe ‚Harmonica Sound’ aus Euskirchen mit 20 Mundharmonikas, 2 Gitarren, 4 Blockflöten, 2 Akkordeon und einer Ziehharmonika. "Das war für mich fast wie Stubenmusik, wie ein Familienorchester, wo sich jeder mit seinen Fähigkeiten einbringen konnte!" äußerte eine Frau aus Kreuzweingarten. "Und dabei ist es auch nicht so schlimm, wenn man mal den falschen Ton auf der Flöte greift."

Ökumene beginnt an der Krippe

Am 28. Dezember luden die Schönstattmütter und die Marienschwestern in Frohlinde (Castrop Rauxel) zum Krippensingen in die beim Schönstattzentrum gelegene Pfarrkirche ein. Unerwartet rasch füllte sich die Kirche mit kleinen und großen Gästen. Zu den Besuchern gehörte auch die neue evangelische Pastorin mit ihrer Familie. Sie hatte am Tag zuvor die Ankündigung in der Zeitung gelesen und zu ihrem Mann gesagt: "Da gehen wir hin!" Schließlich hatten Maria und Josef die drei Weisen aus dem Morgenland auch nicht nach ihrer Konfession gefragt. Ökumene beginnt, wo Menschen gemeinsam die Knie beugen vor dem Kind in der Krippe.

Eine Jugendliche aus der Gemeinde spielte Saxophon und auch die Gitarre fehlte nicht zur Begleitung der Weihnachtslieder. Es war eine schöne Atmosphäre, aus jung und alt aus Leibeskräften sangen: "Alle Jahre wieder" und "O Tannenbaum". Manch einer fühlte sich zurückversetzt in die eigene Kindheit und eine tiefe Weihnachtsfreude breitete sich im Herzen aus.

Auch in Frohlinde fehlten Tee und Weihnachtsplätzchen am Ende der Krippenfeier nicht. Beim gemütlichen Ausklang trugen einige Kinder Weihnachtslieder und -gedichte vor. Der kleine mutige Patrick sang sogar ein neunstrophiges! Weihnachtslied vor und Julia erfreute die Gäste mit einem Weihnachtsgedicht, das mit dem schönen Gedanken endete: "Die Liebe ist Mensch geworden!"

Ein Ständchen fürs Christkind, ein Ständchen für Johannes...

Dem Christkind ein Ständchen zu bringen – das ist schon eine gute Tradition in Essen-Kray geworden. Auch in diesem Jahr fanden sich wieder viele Besucher zum Krippensingen beim Schönstattzentrum ein. Dass das Christkind aber keineswegs eifersüchtig ist, wenn auch andere Kinder besungen werden, bewies es an diesem 27. Dezember : Beim fröhlichen Ausklang im weihnachtlich geschmückten Saal bekam auch der kleine Johannes (16 Monate) ein Ständchen, da er an diesem Tag seinen Namenstag feierte. Sein etwas älterer Namensvetter spielte das Keyboard und außer "O du fröhliche..." hatte er noch viele andere Lieder in seinem Repertoire.

Begonnen hatte man im Heiligtum, weil dieses aber nicht alle Gäste fassen konnte, zog man mit Christkind und Sternträger in die Hauskapelle. Wichtig war auch hier den Besuchern das Ausfüllen der Sterne – sie taten es mit sichtlicher Freude. Auch die Kinder waren mit ganzem Ernst bei der Sache und brachten ihre Sterne anschließend nach vorne. Dann zogen alle gemeinsam durch die Halle, wo Krippe und Christkind ihren Platz fanden unter dem geschmückten Weihnachtsbaum.

Außer dem Namenstagsständchen gab es im Saal auch noch Weihnachtswunschkonzert für Groß und Klein und außerdem auch Kaffee, Tee, Kakao und Plätzchen zur körperlichen Stärkung für den Heimweg. Und natürlich fehlte auch eine entsprechende Weihnachtsgeschichte nicht.

Das "europäische Christkind"

2004 ist ein wichtiges Jahr für Europa: Da sind z.B. der Europatag der neuen geistlichen Gemeinschaften in Stuttgart und der europäische Familienkongress in Schönstatt zu nennen.

Aber nur wenige wissen, dass das "europäische Christkind" im Heiligtum in Paderborn-Benhausen liegt, denn es ist das "Heiligtum des Liebesbundes für Europa". Und auch hier finden seit vier Jahren in der Zeit zwischen Weihnachten und der Taufe des Herrn die "10 Minuten an der Krippe" statt. Weihnachten 1999 stand das Kapellchen gerade mal im Rohbau, als bereits über 80 Besucher am Sonntag nach dem Dreikönigsfest zum Weihnachtssingen kamen. Damals wie heute war es draußen lausig kalt und man rückte drinnen enger zusammen, damit wenigstens alle einen Stehplatz im Heiligtum bekamen. Das Wort Pater Kentenichs, welches er im Konzentrationslager Dachau formuliert hatte: "Dein Heiligtum ist unser Bethlehem" war und ist auch heute noch erfahrbare Wirklichkeit.

Die Gestaltung der "Zehn Minuten an der Krippe" täglich um 15.00 Uhr übernahmen Freiwillige aus der Schönstattbewegung. Mit sehr viel Einsatzbereitschaft und Freude wurde so jeder Tag individuell gestaltet. Ein kleines Team hatte Textvorschläge erarbeitet mit Liedern, Gebeten und Geschichten. Aber jeder Tag war anders. Für einen jungen Mann aus Benhausen ist es nun schon das vierte Jahr ein Ehrendienst, wenn er nachmittags arbeitsfrei hat, das Singen mit virtuosen Flötenspiel zu begleiten.

Die Besucher kamen mit Kinderwagen und Schlitten, zu Fuß oder mit dem Auto, aus der nächsten Nachbarschaft oder auch von weit her, bis zu 70 km entfernt, wie man an den Autokennzeichen erkennen konnte.

Die Kinder saßen auf den Altarstufen vor der Krippe (die bereits über 100 Jahre alt ist) und begleiteten mit Schellen und Rasseln den Weihnachtsgesang. Kinder, die öfter kamen, brachten auch ihre eigenen Musikinstrumente mit. Aber auch die Erwachsenen wurden in die Gestaltung mit einbezogen. So freuten sich vor allem die älteren Leute, wenn sie sich am Schluss mit "ihren" Weihnachtsliedern am Wunschkonzert beteiligen konnten.

"Durchgehend geöffnet"

"Durchgehend geöffnet" waren die verschiedenen Krippen der Künstlerin Sybille Gärtner im Schönstattzentrum auf der Marienhöhe in Dietershausen. Im Kapellchen, dem der Gründer Schönstatts bei seinem Besuch 1967 den Namen "Liebesheiligtum" gab, erwartete die Besucher in diesem Jahr erstmals ein Textheft zum Mitnehmen zur privaten stillen Besinnung.

An der großen Krippe im Provinzhaus der Marienschwestern war täglich um 16.00 Uhr ein 10minütiges Friedensgebet. mit anschließendem Weihnachtwunschliedersingen und gemütlichem Ausklang bei Wintertee und Plätzchen. Es war sogar möglich, das Friedenslicht aus Bethlehem in einem bereitgestellten Windlicht mit nach Hause zu nehmen. Und die etwa 50 Schwestern auf der Marienhöhe versprachen, in diesen Tagen besonders in den Anliegen der Menschen zu beten, die ihre "Sternen-Zettel" an die Krippe gebracht hatten.

Aufbrechen lohnt sich!

"Dem Christkind so richtig nahe sein" – diese Erfahrung durften auch in diesem Jahr wieder die vielen Besucher während der 10 Minuten an der Krippe an den verschiedenen Schönstattzentren machen. Dafür hatte es sich gelohnt aufzubrechen und dem "Stern" zu folgen!

Beiträge: Maria Westerbarkei, Paderborn; Sr. Regina-Maria Domberger, Maria Rast; Sr. M. Elismatha Poß, Essen; Sr. M. Sophia Brüning, Essen; Sr. Susanna-Maria, Aulendorf



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