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 published: 2003-10-16

Ein Heiligtum für die Kirche - Das Matri-Ecclesiae-Heiligtum in Rom als Herausforderung für die internationale Schönstattfamilie

Oktoberwoche 2003: Vortrag von Subdirektor Michael Gerber - Unterschrift unter die Grundstein-Urkunde

P. Michael Gerber, Instituto de Sacerdotes Diocesanos

Fr. Michael Gerber, Institute of Diocesan Priests

Subdirektor Michael Gerber, Schönstatt-Institut Diözesanpriester

 

El Santuario de Roma - una posibilidad para la generación joven para construir el Santuario con el  Padre

The Rome Shrine -  a chance for the young generation to build Schoenstatt, to build the Shrine together with  the Father

Das Romheiligtum, eine Chance für die junge Generation, "mit dem Vater" sein Heiligtum zu bauen

 

Durante la charla

During the talk

Während des Vortrags

 

Mons. Peter Wolf con el Documento para la Piedra fundamental

Mons. Peter Wolf with the document for the corner stone

Mons. Dr. Peter Wolf mit der Urkunde für den Grundstein

 

Documento

Document

Urkunde

 

Firmando: el P. Matthias Rummel

Signing: Fr. Matthias Rummel

Unterschrift: P. Matthias Rummel

 

Firma: el matrimonio Gausling

Signature: the Gausling family

Unterschrift: Ehepaar Gausling

 

Schoenstatt - una misión para la Iglesia

Schoenstatt  - a mission for the church

Schönstatt - eine Sendung für die Kirche

 

Fotos: POS, Brehm © 2003

 

SCHOENSTATT, mkf. Es gibt nur ein ganz kurzes Zögern, dann sind die ersten auf der Bühne und unterschreiben, und innerhalb weniger Minuten steht da eine Menschenschlange. Schlangestehen mitten in der deutschen Oktoberwoche? Ja. Einer nach dem anderen setzt seinen Namen unter die Grundsteinurkunde für das Internationale Zentrum und Heiligtum in Rom. Gerade hat Monsignore Dr. Peter Wolf die Grundsteinurkunde verlesen - nach einem Vortrag von Michael Gerber, der Begeisterung für dieses Heiligtum der gesamten Schönstattfamilie noch einmal ganz neu geweckt hat. "Terra promessa" - Gelobtes Land, das ist nicht nur der Name der Pizzeria beim Gelände in Belmonte, und "Crescere insieme!", wachsen wir zusammen, mehr als der Text eines Werbeplakats am Eingang...

Geschicktes "product placement" und dazu noch ein hoffnungslos verlorener Schmetterling, der während des Vortrags verwirrt durch die Aula flattert, aber immer wieder landet auf der Baumwolltasche mit dem Signet des Romheiligtums, die da so günstig auf der Bühne liegt, bewirkt, dass auch die als "Baustein" fürs Romheiligtum angebotenen Taschen regen Absatz finden. Auf nach Rom! In weniger als zwei Monaten ist Grundsteinlegung, und die Familie macht sich auf den Weg.

Die SMS der Gottesmutter

Vor zwei Monaten, so Michael Gerber, hat der japanischer Elektronikkonzern LG Electronics ein neues Mobiltelefon vorgestellt. Es handelt sich um ein Mobiltelefon speziell für muslimische Kunden. Deshalb verfügt es deshalb über eine besondere Funktion. In das Handy eingebaut ist ein GPS – unterstütztes Programm, welches von jedem beliebigen Ort der Erde die Richtung nach Mekka bestimmen kann.. Eine Kompassnadel auf dem Display weist dem Benutzer den Weg. Wenn dieser Elektronikkonzern nun auf Weihnachten ein Handy für die Schönstattbewegung entwickeln würde - wohin müsste dann die Kompassnadel zeigen? Zum Urheiligtum oder gar zum jeweils nächsten Filialheiligtum, damit man auf Reisen immer den Weg ins Heiligtum findet? Oder vielleicht zum Benutzer selbst, weil dort das allernächste Heiligtum ist, unser Herzensheiligtum? Wohin würde diese Kompassnadel heute zeigen, am 16. Oktober 2003? In diesen Stunden richtet sich unser Blick nach Rom. Wir feiern das in der Kirchengeschichte äußerst seltene Silberjubiläum unseres Heiligen Vaters. Aber – es ist mehr als nur die ungewöhnlich lange Zeitspanne von 25 Jahren für dieses Amt. Dankbar dürfen wir sagen, dass unser Heiliger Vater in den letzten 25 Jahren selbst zu einer Kompassnadel Gottes geworden ist, für seine Kirche und für viele Menschen darüber hinaus, denen er wegweisende Orientierung gibt.

Wir dürfen glauben, dass die SMS der Gottesmutter und unseres Vaters für den heutigen Tag lautet: Auf nach Rom!"

Charisma in die Kirche bringen

Wenn das Charisma für den Menschen wirken soll, dann braucht es auch einen Ort, an dem es ausstrahlen kann, und zwar da, wo das Herz der Kirche schlägt: in Rom.

Am Beispiel von Franziskus und Ignatius, so wie an Pater Kentenich zeigt Michael Gerber auf, dass der "Weg nach Rom" ein Weg ist,

  • das eigene Charisma für die gesamte Kirche fruchtbar zu machen,
  • die eigene Sendung tiefer zu verstehen,
  • der zu einer Erneuerung und Verlebendigung der Kirche führt.

"Wenn wir als internationale Schönstattfamilie mit dem Bau des Matri-Ecclesiae-Heiligtums neu aufbrechen nach Rom, dann ist das unsere Chance: Dass wir unser Charisma einbringen in den Lebensstrom der Kirche. Und: dass wir unsere eigene Sendung, dass wir die Vision unseres Vaters tiefer verstehen lernen und vor allem tiefer zu leben lernen."

Vierzig Jahre Bauverzögerung oder: Eine neue Wallfahrtsgnade

Für unsere Generation stellt sich immer wieder die Frage: Wie gelingt uns, die wir unseren Vater und Gründer nie bei Lebzeiten erleben konnten, die Ausprägung einer lebendigen, tiefen persönlichen Beziehung zu ihm und zu seiner Sendung?

Neben vielen anderen Wegen, so zeigt der Referent auf, und er macht es richtig spannend dabei, ist es die Chance, "zu bauen, wo er gebaut hat. " Wir bauen sein Heiligtum weiter, auch wenn es eine fast vierzigjährige Bauverzögerung gegeben hat. Aber – vielleicht dürfen wir ja rückblickend ganz biblisch diese vierzig Jahre auch als eine Gnadenzeit betrachten. Nämlich dass unserem Heiligtum neben den bekannten Wallfahrtsgnaden noch eine ganz besondere Gnade geschenkt wird: Die Gnade der späten Geburt. Dass nämlich durch die späte Geburt dieses Heiligtums uns, den Nachgeborenen, hier und heute eine einmalige Chance geschenkt wird. Wir dürfen uns als seine Bauleute begreifen, die sein Werk auf seinem Grundstein, seinem Fundament heute in und für die Zukunft bauen. Das, was unser Vater ganz konkret geplant und geschaut hat, darf nun durch uns Gestalt annehmen."

"Terra Promessa" – Verheißenes Land oder: "Selig, die geglaubt haben…!

Auf der Leinwand erscheint nach einer Reihe "schönstättischer" Fotos das Bild einer Pizzeria. Was soll das denn? "Terra promessa" – verheißenes Land, so nennt sich eine Pizzeria genau gegenüber dem Eingang zu unserem künftigen Zentrum, erklärt Michael Gerber. "Wenn der Pizzabäcker allmorgendlich die Gartenstühle aufstellt, dann hat er zwangsläufig den Blick auf unser Landstück. Ob er vielleicht ein anonymer Schönstätter ist?" An dieser Stelle ist Dank angesagt für alle, die in diesen vierzig Jahren am "gelobten Land" festgehalten haben - den Marienschwestern durch ihre Präsenz in Rom, Sr Erika besonders, Pfarrer Georg Egle...

Crescere insieme! Zusammen wachsen und Zusammenwachsen

Dann ist da noch dieses Werbeplakat. Zusammen wachsen - Eine Gemeinschaft von Diözesanpriestern allein kann niemals ein Zentrum in Rom beleben, so habe ein Mitbruder neulich überlegt, und das muss Pater Kentenich gewusst haben, als er die Sendung diesem Institut übergab. Vielleicht war genau dies die prophetische Absicht unseres Vaters: Dass wir in Rom – und natürlich auch anderswo – neu erfahren: Wir brauchen einander. Oder – wie die großflächige Werbung unmittelbar vor dem Eingang zu unserem Grundstück auffordert: "Crescere insieme!" – das heißt übersetzt soviel wie: "Wachsen wir zusammen!" Als ob unser Vater uns zuruft: Wachsen wir als Gliederungen noch mehr zusammen, finden wir neu und tiefer zueinander! Und wachsen wir zusammen in die Breite und Tiefe, hinein in unsere Sendung für die Kirche. Am Ort des Romzentrums soll dies ganz konkret erfahrbar sein. Die geplanten Bauten werden mehrere Apartments enthalten, in denen Schönstätter verschiedener Gliederungen aus unterschiedlichen Nationen für längere Zeit wohnen können. Denn wie – so können wir uns kritisch fragen – sollen die Menschen in Rom, die sich für unsere Bewegung interessieren, denn Schönstatt erfahren? Immer wieder hat unser Vater darauf aufmerksam gemacht, nicht nur Bücher, sondern vor allem das Leben zu studieren. Und so braucht unser künftiges Romzentrum sicherlich eine gutsortierte und möglichst mehrsprachige Bibliothek. Aber – unser Heiligtum braucht vor allem eine Bibliothek des Lebens. Es braucht Menschen, an deren Leben und vor allem an deren Miteinander-Leben sich unser Charisma ablesen, erschließen lässt."

Vielleicht seien wir Zeugen einer Wende, so der Referent, vom Wachsen der einzelnen Gliederungen in sich und zu sich zum Zusammenwachsen, neu, als Schönstattfamilie.

Die Vision unseres Heiligtums: Wo Seelen ineinander wachsen

Als die Kandidaten des Priesterverbandes im Sommer auf dem Grundstück den Bildstock renovierten, wurde ihnen während der Mittagspause das Heilig-Geist-Symbol, welches am Bildstock angebracht war, gestohlen. Die jungen Priester und Seminaristen versuchten diesen Vorfall vorsehungsgläubig zu deuten und dokumentierten den Vorgang im Internet (http://www.schoenstatt.de/news2003/08august/3t0853de_rom_priester.htm). Interessant dazu – per Mail – der Kommentar einer Verantwortlichen unserer Mädchenjugend. Sie vergleicht das gestohlene Heilig-Geist-Symbol mit der verschwundenen RTA-Krone aus der Sonnenau. Damals, im Jahr 2000 war das bei der Mädchenjugend die tiefe Erfahrung - die Gottesmutter ruft uns zu: "Ihr seid meine lebendige Krone" – ein Ruf, der bis heute sein Echo findet. Und so folgert die junge Frau im Blick auf das Romheiligtum: "Es könnte ja auch sein, dass der Hl. Geist von dieser Stelle aus besonders wirken möchte – ist es möglich, ihn mit in die Sendung des Heiligtums aufzunehmen?"

Michael Gerber greift in seinem Vortrag diese Anregung auf; die "Mutter der Kirche" hat in der Zeit zwischen Karfreitag und Pfingsten die Jünger tiefer zum Auferstanden und zueinander finden lassen; so spricht unser Vater von der Kirche der Zukunft, dass es ihre Aufgabe ist, zu sorgen für "eine gemeinsame Brüderlichkeit, die die Seelen ineinander wachsen lässt."

Der Bau des Romheiligtums – ein neues Pfingsten für unsere Schönstattfamilie? Unsere Vision, dass die Menschen in Zukunft von uns sagen: "Schönstatt, das ist vor allem eine Bewegung, die die Seelen ineinander wachsen lässt!"

Wo die Glieder der Familie aufeinander hören und miteinander sprechen, von Herz zu Herz, da wirkt die Mutter und weht der Heilige Geist. Wo wir uns so begegnen, kann das möglich werden, was damals an Pfingsten geschehen ist: Dass sich Menschen hinein nehmen lassen in unsere Weggemeinschaft, in unseren Lebensstrom.

Wo die Gottesmutter schon längst ihren Thron aufgeschlagen hat

Der Referent versteht es, weitere Details tiefer zu deuten: dass die Feier in italienisch sein wird, ist nicht nur Inkulturation, sondern auch Anruf, eine neue Sprache zu finden, um Schönstatt zu künden.

Dass das Heiligtum "and er Peripherie" Roms gebaut wird, lässt sich übertragen auf das Leben der Geistlichen Gemeinschaften, die eine Schnittstelle von Kirche und Welt bilden -Leben an der Peripherie. Schönstatt baut dorthin das Heiligtum.

Auch ein Bild für ein neues Miteinander, eine neue Sicht des Menschen, bietet das Gelände:

Wo vordergründig nur Müll, Steppe und Gestrüpp sichtbar ist, da ist tiefgründig der Thron der Gottesmuttergegenwärtig. Sie hat dort ihren Thron aufgeschlagen, spätestens seit jener symbolischen Grundsteinlegung am 8. Dezember 1965.

Ob darin nicht ein entscheidender Hinweis steckt für unser Apostolat, für unsere Begegnung mit den Menschen an der Peripherie unseres Alltages? "Ein Charisma für den Menschen" – so haben wir diese Oktoberwoche überschrieben. Das Charisma unseres Vaters war es - so dürfen wir dankbar sagen, das Charisma im ganz konkreten Menschen zu entdecken, und mit dem Menschen zu erforschen: "Unser Vater glaubte an die Geschichte des Heiligtums. Ganz zu Beginn stand der Glaube dass in jener unansehnlichen Kapelle im Tal von Schönstatt die Gottesmutter ihren Thron aufschlägt und ihre Herrlichkeiten offenbart. Aus diesem Glauben kann für uns ein Stoßgebet erwachsen in scheinbar fruchtlosen Begegnungen: Liebe Gottesmutter, du hast schon deinen Thron aufgeschlagen, in mir und in meinem Gegenüber. Nun zeig dich auch und verherrliche Dich!"

Im Schatten des Heiligtums

Auf drei Zeichen in diesem Jahr im Blick auf das Romheiligtum, im Blick auf den damit verbundenen Aufruf unseres Vaters zum "Hinein in die Kirche", wies der Referent abschließend hin: die Wahl von Kardinal Errazuriz zum Vorsitzenden des Rates der Lateinamerikanischen Bischofskonferenzen im Schatten des Heiligtums von Tuparenda, auf die Ernennung von Robert Zollitsch zum Erzbischof von Freiburg und das erste Treffen der italienischen Schönstattfamilie auf Landesebene.

Abschließend sagte Michael Gerber: "Wenn wir auf die großen und die viele andere kleine Spuren blicken, die jeder von uns neu entdeckt, dann dürfen wir vertrauensvoll sagen: Unser Vater hat wie einst, bei seinem letzten Mittagsmahl selbst neu den Bauplan in die Hand genommen. Er und die Gottesmutter, sie rufen uns zu: Terra promessa – Verheißenes Land. Der Kompass ist ausgerichtet. Deshalb: Bleibt nicht stehen bei der bloßen Verheißung, sondern brecht auf. Auf nach Rom und auf - hinein in die Kirche. Und seid gewiss: Wir gehen mit!"



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