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 published: 2003-05-23

Die Gottesmutter im Gefängnis

Ein Bild der Gottesmutter von Schönstatt im Gefängnis vonBahoia Blanca, und 500 von einem Häftling gefertigte Bilder mit dem Segen des Papstes

Grupo de misioneros en el cárcel de Bahía Blanca

Group of missionaries in the Bahia Blanca jail.

Gruppe von Missionaren im Gefängnis von Bahia Blanca.

 
 

Ermita de la Mater en el el cárcel

Picture of the Blessed Mother in the jail

Die Gottesmutter im Gefängnis, die Mutter der Gefangenen und der Wärter

Fotos: Otero © 2003

 

 

 

ARGENTINIEN, Diana Zunini. Am Vortag von Pfingsten, am ersten Samstag im Juni, wird zum ersten Mal beim Bildstock der Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt im Gefängnis von Bahia Blanca (im Süden der Provinz Buenos Aires, Argentinien) der Rosenkranz gebetet. Am Tag vor Ostern, am Karsamstag, 19. april, hatte der Gefängnisseelsorger, Pfarrer Juan D`Amico, den Bildstock gesegnet. In diesem Gefängnis hat 1987 ein Häftling 500 Bilder der Pilgernden Gottesmutter gefertigt, die vom Heiligen Vater bei seinem Besuch in Argentinien im selben Jahr gesegnet wurden und heute in der Erzdiözese Bahia Blanca unterwegs sind.

Die Dreimal Wunderbare Mutter von Schönstatt hat schon eine Geschichte in diesem Gefängnis in Bahia Blanca. Im Zusammenhang mit dem Besuch von Papst Johannes Paul II. in Bahia Blanca während seines Argentinienbesuchs im Jahr 1987 hat ein Häftling, von Beruf Schreiner, 500 Bilder der Pilgernden Gottesmutter angefertigt, die dann vom Heiligen Vater gesegnet wurden. Die Kampagne der Pilgernden Gottesmutter hatte erst drei Jahre zuvor in Argentinien begonnen.

Die damaligen Verantwortlichen der Kampagne in Bahia Blanca, Babi y Erico Schönoff, sprachen mit dem Gefängnisdirektor über die Möglichkeit, dass dort die 500 Bilder angefertigt werden könnten. Er sagte zu und übergab die Arbeit einem der Häftlinge, Juan Carlos Panezzi. Er nahm, zusammen mit einigen anderen Häftlingen, diese Arbeit an, zunächst erledigten sie sie jedoch rein routinemäßig. Doch nach einiger Zeit ließen sie niemand anders mehr an diese Arbeit, und machten die letzten Handgriffe mit großer innerer Anteilnahme. Der Heilige Vater segnete die 500 Bilder, und Juan Carlos gehört heute zur Schönstattfamilie.

Zweimal im Jahr besucht die Auxiliar der Kampagne das Gefängnis, begleitet von Missionaren, die ihre Sendung in der Gefängnispastarol sehen. Jedes Jahr Weihnachten ist die Auxiliar längere Zeit bei den Gefangenen und besucht sie. Die Zeugnisse im Begleitbuch sprechen für sich. Die Häftlinge schenken ihre Opfer und bitten vor allem für ihre Familien, die sie allein lassen mussten.

Etwas Frieden bringen in die harte Gefängniswelt

Vor vier Jahren bat die "Licht-Gruppe" der Missionarinnen der Kampagne den Künstler Domingo Cerella, das Bild der Gottesmutter von Schönstatt in Keramik zu schaffen. Sie berichten:

"Das Bild sollte, so stellten wir uns vor, im Innenhof des Gefängnisses angebracht werden, wo die Gefangenen sich jeden Tag kurz entspannen können.

Das schöne Keramikbild war auch im Gefängnis, fristete jedoch ein trauriges Dasein in einer Schachtel. Jedes Mal, wenn der Gefängnisdirektor am Jahresende wechselte, sind wir zum neuen Direktor gegangen und haben ihm vom Bildstock erzählt und wie wir uns ihn vorstellen. So vergingen die Besuche bei zwei neuen Direktoren, beide ergebnislos.

Als wir dann den dritten neuen Direktor besuchten, entdeckten wir, dass jemand das Bild der Gottesmutter im bewachten Besucher-Raum angebracht hatte!! Der neue Direktor und seine Frau, die auch im Gefängnis arbeitet, hatten das Bild in der Schachtel entdeckt und gleich am ersten Arbeitstag dort aufgestellt.

Es war nicht der Ort, den wir vorgesehen hatten, aber die Vorsehung Gottes hat ihre eigenen Geheimnisse. Es ist sehr schwer, in den Innenhof des Gefängnisses Einlass zu bekommen und mit den Gefangenen zu reden; das bedeutet, wäre das Bild in diesem Hof aufgestellt worden, hätten nur sehr wenige dorthin gehen und dort bei der Gottesmutter beten können. Und es ist doch das Gebet, das ihrer Gegenwart Kraft und Wirkmacht gibt. Da, wo der Bildstock jetzt ist, kann man problemlos hingehen. Das gesamte Gefängnispersonal geht ständig dort ein und aus, und auch sie brauchen gerade in dieser Aufgabe die Beheimatung, Wandlung und Sendungsgnade. Dorthin kommen auch die Angehörigen der Häftlinge. Der offizielle Besuchstag ist der Samstag; an jedem ersten Samstag im Monat werden wir dort den Rosenkranz beten. Wir beginnen am ersten Samstag im Juni damit.

Wir sehen das alles als Werk Gottes an, der uns durch Maria als Werkzeug benutzt hat, um etwas Frieden in diese harte Gefängniswelt zu bringen.



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