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 published: 2003-03-18

Was mit 75 Rosenkränzen aus Argentinien passiert ist...

In einem Jahr mehr als 1000 Rosenkränze verschenkt - Ein konkreter Beitrag zum Rosenkranzjahr

Más que 1.000 de estos rosarios fueron regalados a personas en Alemania.

More than 1,000 of these rosaries were given to persons in Germany.

Mehr als 1.000 solcher Rosenkränze wurden in Deutschland schon verschenkt.

 

Elke Lehnen (centro) con un grupo de Profesionales en diciembre... nació la idea de regalarle 75 rosarios

Elke Lehnen (m) talking with a group of Professional Women last december - the idea was born to give her 75 rosaries

Elke Lehnen (m) im Gespräch mit Berufstätigen Frauen im Dezember - hier entstand die Idee, ihr 75 Rosenkränze zu schenken

 

Alexa Clemens (izq.), protagonista del apostolado con los rosarios, con María Mercedes Pertino, de La Plata, Argentina, amiga de los Antonioli

Alexa Clemens (left), the central figure of the rosary apostolate, with María Mercedes Pertino, La Plata, friend of Hector and Raquel Antonioli

Alexa Clemens (l), Initiatorin des Rosenkranz-Apostolates, mit Maria Mercedes Pertino, La Plata, die mit den Antoniolis gut bekannt ist.

 

Un bestseller en Alemania: rosario "argentino"

A bestseller in Germany: macramé rosary from Argentina

In Deutschland einfach alternativ: "argentinischer" Makramé-Rosenkranz

 

Oración por la paz en el Santuario Original, 18 de febrero: el último de los 75 rosario fue regalado...

Peace prayer in the Original Shrine, February 18: giving away the last of 75 rosaries...

Friedensgebet im Urheiligtum, 18. Februar: der letzte von 75 Rosenkränzen wird verschenkt...

 

En el 22 de febrero, Elke (centor), selló su Alianza de Amor

On February 22, Elke (m) made her Covenant of Love

22. Februar: Liebesbündnis von Elke Lehnen(m).

 

Un obra de arte...

A piece of art

Ein kleines Kunstwerk

 

Fotos: POS, Fischer / Brehm © 2003

 

DEUTSCHLAND, Alexa Clemens, mkf. Die dringend erwartete neue Lieferung von Rosenkränzen aus Argentinien kam am 10. März - 120 handgeknüpfte Rosenkränze in Makramé-Technik, gefertigt und gebetet von Raquel und Héctor Antonioli aus La Plata, Argentinien. Achtzig davon wurden gleich aus Kleve angefordert, zum Verschenken beim Lichterrosenkranz, der dort am 16. März stattgefunden hat. Aber nicht nur in der Pfarrkirche wurden Rosenkränze verschenkt, sondern auch in einer Anlaufstelle für Obdachlose. Rosenkränze als Geschenk für Obdachlose? In Deutschland? Ein kühner Gedanke, fast zu kühn für die Öffentlichkeit... Oder doch nicht?

Ziemlich genau ein Jahr nachdem der erste "argentinische Rosenkranz" bei den Exerzitien der Berufstätigen Frauen den Besitzer gewechselt hatte, ist am 16. März in Kleve beim Lichter-Rosenkranz der 1000. Rosenkranz verschenkt worden. Seit einem Jahr arbeiten Raquel und Héctor Antonioli, inzwischen auch ihre Töchter, für das Rosenkranzapostolat der Berufstätigen Frauen aus dem Nordkreis; Raquel macht die Rosenkränze, Héctor die Kreuze, alles aus einem Faden, ohne Holz oder Metallverstärkung. Jahrelang schon haben die beiden, die lange verantwortlich waren für die Kampagne der Pilgernden Gottesmutter in La Plata, solche Rosenkränze geknüpft und in Krankenhäusern und Gefängnissen verschenkt. Genau als wegen der Wirtschaftskrise in Argentinien die finanziellen Möglichkeiten nicht mehr reichten, um damit weiterzumachen, kam die Anfrage aus Deutschland. Pfarrer, Kommunionkinder, Katecheten, Patienten im Krankenhaus, Jugendliche aus der Schweiz und Schönstattpatres sind damit beschenkt worden - und Obdachlose auch.

"Und dann bekam ich 75 Rosenkränze von Alexa..."

Beim Adventtreffen der Berufstätigen Frauen bot Alexa Clemens einer Sozialpädagogin, die mit Obdachlosen arbeitet, "einige" Rosenkränze an. Da "natürlich" keine vorrätig waren, mussten beide auf die nächste Lieferung aus Argentinien warten; und dann kamen "eines Tages" 75 Rosenkränze bei Elke L. an. Oder eben nicht "eines Tages", sondern an einem ganz bestimmten Tag.

Elke: "An dem Tag nämlich, an dem ich mich mit einer Lehrerin verabredet hatte, sie zu besuchen. Sie hatte seit einiger Zeit große Probleme mit einem Nachbarn, der ein Gerichtsverfahren begonnen hatte. Und weil sie wirklich sehr verzweifelt waren und eigentlich nichts lieber wollten, als dass sie dort in Frieden weiter leben können, fragte mich ihr Mann eines Tages am Telefon, ob ich ihm nicht das "Vater unser" mal aufschreiben und zukommen lassen könne. Das tat ich. Und nicht nur das. Ich besuchte mit einer gute Freundin das Ehepaar und brachte Rosenkranzgebetszettel und zwei Rosenkränze aus Kevelaer mit. Sie fingen an zu beten. Sie erzählten, dass das Beten ihnen hilft, diesen Streit mit dem Nachbarn zu ertragen. Sie lernten sich zu wehren, weil sie sich nicht von dem Land verjagen lassen wollten, auf denen sie Tiere und Pflanzen hegten und pflegten. Das war ca. ein halbes Jahr, bevor ich die Rosenkränze aus Argentinien bekam. Das Ehepaar betete weiter am Abend den Rosenkranz..."

Rosenkränze für die Schulklasse

"Dann kam die Frau zu einem Fest auf meine Arbeitsstelle und erzählte, dass sie in ihrer Schulklasse in Religion die Schüler über die großen Weltreligionen unterrichtete. Sie hatte sich überlegt, dass sie ihnen gerne den Rosenkranz nahe bringen möchte und fragte nach weiteren Gebetszetteln und wo man die bekommt. Wir fuhren zusammen nach Kevelaer, und ich gab ihr, was ich noch an Gebetszetteln Zuhause hatte, damit es für die ganze Schulklasse reichte. Und dann kam das besagte Paket mit 75 Rosenkränzen aus Argentinien über Alexa. Ich wollte das Paket eigentlich nicht gleich öffnen weil ich es eilig hatte, aber eine Freundin, die mich abholte, war neugieriger als ich und drängte mich, nachzuschauen was drin ist in dem Umschlag. Im Stillen hatte ich immer gehofft, ich könnte der Lehrerin doch wenigstens zwei Rosenkränze schenken – und für ihre Schulklasse – das wäre ein Traum – ! Ich dachte nicht, dass so viele Rosenkränze so schnell geknüpft werden könnten und die Schönstätter hatten ja auch noch andere Gruppen von Menschen, denen sie diese Rosenkränze zukommen lassen wollten. – Ich hatte nicht davon zu reden gewagt, bis dieses Paket ankam. Jetzt rief ich die Lehrerin an. Pünktlich zu dem Tag, an dem sie sie brauchen würde und wir auch einen Besuch ausgemacht hatten, kamen sie an!!! Nicht einen Tag eher… (Ich Kleingläubige!)"

"Und da hingen die Rosenkränze in meinem Büro..."

"Ja, und dann kam ich mit einem Bündel von 25 Rosenkränzen zur Arbeit. Ich hängte sie im "Büro" an das Regal, wo sie nicht direkt von den Besuchern der "Klosterpforte" - einer Anlaufstelle für Obdachlose - gesehen werden. Das Thema Glauben und Beten ist für manche Obdachlosen und Drogen- und Alkoholabhängige ein schwieriges Thema. Da muss man vorsichtig mit umgehen. Also hingen die Rosenkränze im Büro. Als erstes sahen die Kollegen die Rosenkränze. Ich erzählte und verschenkte einen nach dem anderen. Einige sind gläubige katholische Christen und konnten sofort etwas damit anfangen. Die meisten aber tun sich schwer mit dem Beten. Aber als ich mit so viel Freude und Wertschätzung von der Entstehung der Rosenkränze erzählte und von dem, was Schönstatt mir bedeutet, fühlten sie sich doch reich beschenkt, als ich ihnen nach und nach einen Rosenkranz anbot. Es kam auch viel Kummer über große Hoffnungslosigkeit zu Tage, die sie schon lange mit sich herum trugen, weil die Not von Krankheiten und familiäre Sorgen auf ihnen lastete."

"Dann ist er also für mich gemacht, und wenn ich ihn nicht mehr brauche, kann ihn ein anderer bekommen"

"Und dann kenne ich eine Gruppe, die ins Gefängnis unserer Stadt geht und dort Bibelabende anbietet. Immer wieder "landet" der eine oder andere Besucher unserer Tagesstätte dort und meldet sich dann gerne zur Emmaus-Runde –so heißt diese Bibelgruppe – an.

Ja, und dann bete ich Sonntagabends in einer Gebetsgruppe von Familien den Rosenkranz. Jeden Sonntag um 18.00 h. Im Wechsel gehen wir von Haus zu Haus. Jeden Sonntag bei einer anderen Familie. Gretel, die älteste Teilnehmerin dieser Rosenkranzgruppe, wurde in dieser Woche beerdigt. Ich hatte sie gern. Sie wunderte sich immer über unseren guten Draht zueinander. – Es war die Art unserer persönlichen Gebete, die uns miteinander verband. Ich besuchte sie noch einige Male. Als sie noch recht gut dabei war, hatte sie bei einer Untersuchung erfahren, dass sie Leukämie hat. Ich besuchte sie im Krankenhaus, erzählte an ihrem Bett, und sie sprach vom Sterben. Meinen Rosenkranz aus Schönstatt, mit einer Muttergottesmedaille hielt ich in der Hand. Dann erzählte ich ihr von Argentinien. Und von diesen Rosenkränzen. Sie nahm ihn mit dem Satz: "Dann ist er also für mich jetzt gemacht und wenn ich ihn dann nicht mehr brauche – kann ihn ein anderer bekommen." Sie deutete auf das Bett hinter sich. Die letzten Male, als sich die Familien an ihrem Krankenbett zum Rosenkranzbeten bei ihr versammelten (sie konnte zu Hause weiter gepflegt werden), betete sie mit diesem Rosenkranz. Heute vor einer Woche starb sie um 8.00 h morgens, als ihre Familie das letzte Gesätz des glorreichen Rosenkranzes begonnen hatte. Nach einer Nacht voller Schmerzen schlief sie ein und hatte Frieden auf dem Gesicht.

Ja, ich glaube wirklich an die Wirkung der Gebete der Familie in Argentinien, die diese Rosenkränze knüpft. Ich glaube, dass Gott dieser Frau und Mutter und Großmutter die Gnade geschenkt hat, im Kreise ihrer Familie zu sterben, weil für sie gebetet worden ist. Die Familie hatte so Zeit, ihre Mutter, Frau und Großmutter zu verabschieden und zu versöhnen, was noch unversöhnt war. Ich glaube daran, dass die Gebete in den heiligen Messen dieser Familie große Gnaden geschenkt haben. Gott ist barmherzig. Er will auch, dass wir sehen, dass die Gebete nicht ungehört bleiben. Er erhört jedes Gebet. JEDES! Daran glaube ich fest. Gott segne die Familie in Argentinien, die diese Rosenkränze knüpft und schenke ihnen und all ihren Familienangehörigen, Gnaden über Gnaden, von Generation zu Generation.

Nachsatz: Den allerletzten Rosenkranz schenkte ich nach dem Gebet für den Frieden im Urheiligtum einem Priester, der unsere Auxiliar sah und uns für eine spanische Gruppe hielt. Er hätte uns angeboten, auch ein spanisches Lied zum Frieden miteinander zu singen..."

Makramé-Rosenkränze aus Argentinien: Alexa Clemens, alexaclemens@tiscali.de


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Last Update: 18.03.2003 Mail: Editor /Webmaster
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