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Sendungsfeier der Akademie für Ehe und Familie

Kardinal Lehmann überreichte neun Ehepaaren die Zertifikate

The participants of the first course of the Family Training Academy in Weiskirchen, in front of the Schoenstatt Shrine in Weiskirchen
Die Ausbildungsgruppe vor dem Heiligtum in Weiskirchen
In gratitude, a couple gives a jar to Cardinal Lehmann, president of the German Episcopal Conference
Als Dank überreichte ein Paar dem Kardinal einen Krug
Cardinal Karl Lehmann gave the certificates to the participants 
Überreichung der Zertifikate durch Kardinal Lehmann
Also the children liked the "graduation" ceremony
Bei der Überreichung der Zertifikate fühlten sich auch die Kinder angesprochen
Mission celebration in the Schoenstatt Center in Weiskirchen
Sendungsfeier im Schönstattzentrum Weiskirchen (bei Frankfurt), Bistum Mainz
Fotos: Brantzen © 2002

Im November ging der erste Kurs der Akademie für Ehe und Familie im Bistum Mainz zu Ende. Neun Ehepaare aus der Diözese Mainz und darüber hinaus beendeten damit den zweijährigen Ausbildungsgang. Die Paare werden künftig andere Ehepaare und Familien begleiten, in ihren Gemeinden, etwa in der Ehevorbereitung, in der Familienpastoral, in der Schönstattbewegung mitarbeiten und in Beruf und Öffentlichkeit für Ehe und Familie einstehen. Während eines feierlichen Sendungsgottesdienstes im Schönstattzentrum Rodgau-Weiskirchen (bei Frankfurt) am 17. November 2002 überreichte Karl Kardinal Lehmann den Paaren die Zertifikate über den Abschluss als "Ehe- und Familientrainer".

Im Folgenden ein Bericht von Jürgen Strickstrock, wie er in den Mainzer Bistumsnachrichten (Nr. 40, 20.11.2002, Seite 9-11) veröffentlicht wurde.

Rodgau-Weiskirchen/Mainz. Den ersten Absolventen der Mainzer "Akademie für Ehe und Familie" hat der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, am Sonntag, 17. November, in Rodgau die Zertifikate als Ehe- und Familientrainer überreicht. Neun Ehepaare haben in dem zweijährigen Pilotkurs die Qualifikation erworben, jeweils als Zweier- Team Ehepaare und Familien zu begleiten. Darüber hinaus sollen sie in Vorträgen und Seminaren dazu betragen, die Position von Ehe und Familie zu stärken und für ihre Förderung einzutreten.

Kardinal Lehmann betonte, in der aktuellen Situation und in der nächsten Zukunft sei es besonders wichtig, den Zusammenhang von Ehe und Familie in der Öffentlichkeit herauszustellen. Die verbreitete Auffassung "Familie ist, wo Kinder sind" greife zu kurz. Ihr müsse darum nachdrücklich widersprochen werden, unterstrich er und stellte fest, dass die Familienpolitik der Regierungskoalition in diesem Punkt eine deutliche Korrektur nötig habe.

Der Mainzer Bischof überreichte die Zertifikate neun Ehepaaren, die vorwiegend aus dem Bistum Mainz, doch auch aus den (Erz- )Bistümern Freiburg, Rottenburg-Stuttgart, Trier und Köln stammen, im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes im Schönstatt-Zentrum in Rodgau-Weiskirchen. Die meisten der neun Ehepaare, die den Ausbildungskurs absolviert haben, sind in verschiedenen Berufen in verantwortlicher Position tätig, z.B. als Chemiker, Arzt oder Lehrer. Einige von ihnen können ihr Engagement für Ehe und Familie sehr gut mit ihrer beruflichen Arbeit verknüpfen.

Struktur der Akademie

Die Akademie wurde vor zwei Jahren unter der Schirmherrschaft von Lehmann gegründet. Sie wird getragen von der Schönstatt-Familienbewegung im Bistum Mainz und hat ihren Sitz in Mainz. Es ist eine Initiative von Familien für Familien. Leiter sind Maria- Theresia und Prof. Dr. Hubertus Brantzen, Mainz.

Das Leitungsteam der Akademie setzt sich interdisziplinär aus Pädagogen, Psychologen, Theologen, Natur- und Wirtschaftswissenschaftlern zusammen. Im Ausbildungskurs werden auf der Grundlage des christlichen Ehe- und Familienverständnisses wissenschaftliche Theorie und Lebenspraxis reflektiert und miteinander verknüpft. Der nächste Ausbildungskurs beginnt im Januar 2003.. Er umfasst wiederum zehn Wochenendseminare und zwei Studienwochen. Zur Abschlussprüfung gehören eine schriftliche Hausarbeit, eine praktische Prüfung und ein Kolloquium. Zur Qualitätssicherung wird jeder Ausbildungskurs wissenschaftlich ausgewertet.

Präsentation und Gespräch mit Kardinal Lehmann

Vor dem Gottesdienst trafen die Absolventen des Pilotausbildungskurses, Mitglieder des Leitungsteams und weitere Gäste mit Kardinal Lehmann zu einem Meinungsaustausch zusammen. Professor Hubertus Brantzen, Pastoraltheologe in Mainz, und seine Gattin Maria- Theresia Brantzen verwiesen bei der Begrüßung auf die im Rahmen des Beratungsprozesses mit der Unternehmensberatung McKinsey formulierte " Vision für das Bistum Mainz". Aus dieser Vision wurden fünf Schwerpunkte des kirchlichen Dienstes formuliert, von denen einer das "konsequente Eintreten für Ehe und Familie" ist. "Wir sind dafür sehr dankbar und verstehen unsere Akademie als Beitrag dazu", betonten sie.

Ein junges Ehepaar zeigte in einer kompakten Präsentation die Ziele der Akademie für Ehe und Familie auf und erläuterte die Methode und die einzelnen Schritte des Ausbildungskurses für Ehe- und Familientrainer. Ziele der Akademie sind die Stärkung von Ehe und Familie in Kirche und Gesellschaft und die Förderung von Ehepaaren, die sich dafür einsetzen wollen. Voraussetzungen dafür sei unter anderem die Reflexion und Optimierung der eigenen Ehe und Familie. Wichtig seien der Austausch mit anderen Ehepaaren und das Vorleben gelingenden Lebens. Eine zentrale Bedeutung habe die Stabilisierung von sog. "Ritualen", z.B. feste Gespräch und Gebetszeiten. Als religiöses Ritual bewährte sich im Pilotkurs die Suche nach "Gottes Spuren" in Ehe und Familie. Der Glaube müsse in den Alltag integriert werden und gebe einer Ehe Sinn. Besonders stärkend und motivierend sei die gemeinsame Überzeugung von Eheleuten: "Gott hat uns füreinander geschaffen". Der Partner sei in dieser Perspektive "die wichtigste Spur Gottes", denn Eheleute seien füreinander der Weg zu Gott, und die Geschichte einer Ehe könne als Weg des Glaubens verstanden werden. Viele Impulse kommen aus der Spiritualität der Schönstatt-Familienbewegung.

Akademie mit wissenschaftlichem Anspruch

Die Präsentation zeigte auf, dass im Kurs professionelle Methoden und moderne Medien der Gruppenarbeit eine Selbstverständlichkeit sind. Der wissenschaftliche Anspruch werde in einem Qualitätsmanagement ständig überprüft und weiter entwickelt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ausbildungskurses leisten dazu einen Beitrag, indem sie sich insbesondere an vier Befragungen zu Beginn, bei Halbzeit und am Ende des Kurses beteiligen sowie an einer Befragung ein Jahr danach.

In einem Rundgespräch berichteten einzelne Teilnehmer/innen des Kurses, was ihnen im persönlichen Erleben besonders wichtig war. Einer von ihnen, vom Studium her Diplom- Theologe und Soziologe, teilte mit, dass er eine Doktorarbeit verfasst habe zum Thema " Was lässt Ehen heute noch gelingen?". Kardinal Lehmann merkte dazu an, dass es für die Wissenschaft leichter sei zu zeigen, woran sie scheitern. Er würdigte diesen positiven Ansatz, der das Gespräch wie ein roter Faden durchzog, und dankte sehr herzlich für die Arbeit der Akademie und das Mitwirken der Einzelnen. Für ihn stelle sich nun die Frage: " Wie kann man das, was Sie gelernt haben, fruchtbar machen, ohne Sie zu überfordern?".

Praxisfelder der Absolventen

Dazu nannten die Teilnehmer/innen einige Beispiele wie Beteiligung an Ehevorbereitungskursen, die Gründung von Familienkreisen, das Zeugnis in der Arbeitswelt. Dazu erklärte Kardinal Lehmann: "Sie tun vieles dort, wo der amtliche Arm der Kirche nicht hinreicht. Sie geben Zeugnis in Ihren Lebenswelten." Dies sei in früherer Zeit in der gesamten Pastoralstrategie eher unterbewertet worden, räumte Lehmann ein. Hubertus Brantzen ergänzte dies durch die Feststellung, dass die Laien die Ermutigung durch das Amt brauchten. Deshalb sei die Sendungsfeier dieses Tages für die künftigen Ehe- und Familientrainer als Rückhalt der Kirche besonders wichtig. Diözesan-Familienreferent Klaus Heizmann verwies dazu auf die verschiedenen Angebote und Programme des Seelsorgeamtes, um Ehe- und Familieninitiativen in den Gemeinden ins Leben zu rufen und zu begleiten.

Gottesdienst: Auftrag und Sendung

In seiner Predigt im Gottesdienst betonte Kardinal Lehmann, dass Ehe und Familie zu den "Gaben des Geistes" gehörten. Dies sei heute nicht selbstverständlich, weil so viele Ehen zerbrechen und viele junge Menschen deswegen diesen Schritt nicht mehr wagten. Die Sendung in diesem Gottesdienst erinnere daran, dass zum Christsein Berufung und Sendung gehört. Jedes Lebenszeugnis sei Ausdruck dieser Sendung. Diese Bemühungen seien zugleich ein Zeichen der Solidarität mit denen, die in einer unglücklichen Beziehung leben oder sogar gescheitert sind, erklärte Lehmann und fügte hinzu, es gelte, ihnen "Mut zu machen, das Leben neu anzupacken".

Bei der Gabenbereitung überbrachten die Absolventen des Kurses zum Beispiel eine Uhr und einen Terminkalender zum Zeichen dafür, "dass wir Zeit für Gespräche miteinander haben", einen Zettelkasten, damit jedes Familienmitglied seine Sorgen und Anliegen aufschreiben kann, einen Krug, um diese Zettel zu sammeln und vor Gott zu tragen, "damit er das Wasser unseres Lebens in Wein verwandelt", wie eine der Teilnehmerinnen betonte. Weitere Gaben waren ein Leuchter mit zwei Kerzen und eine Rose. Durch sie wollen die Familientrainer symbolisch anderen helfen, ihre eigenen Talente zu entdecken, damit ihre Ehe und Familie wie eine Rose "zum Blühen kommt".

Als Konzelebranten wirkten in dem Gottesdienst neben Kardinal Lehmann mit der Diözesanpräses der Schönstattfamilie, Berufsschulpfarrer Balthasar Blumers, Darmstadt, und Pater Günter Niehüser, Novizenmeister der Schönstattpatres in Vallendar, leitendes Mitglied im Institut der Orden (IMS) und Mitglied des Leitungsteams der Akademie.

Hinweis:

Akademie für Ehe und Familie e. V. Mainz.
Bischöfliches Ordinariat,
Postfach 1560
55005 Mainz,
E-Mail: info@akademie-ehe-familie.de
Internet: www.akademie-ehe-familie.de

Ansprechpartner:
Der Vorsitzende des e.V., Prof. Dr. Hubertus Brantzen,
Südring 303 in 55128 Mainz,
Telefon 06131 /363504,
Fax: 06131 /336955,
Stellv. Vorsitzende Helga van Eck,
Alter Gravenbrucher Weg 6 in 63150 Heusenstamm,
Telefon 06104/67792.



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Last Update: 11.01.2017 16:09 Mail: Editor /Webmaster
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