Schönstatt - Begegnungen

"Pastoralkongress 2002: Spurensuche"

Maria Theresia und Dr. Hubertus Brantzen: Statement Oktoberwoche 2001

Ehepaar Prof. Dr. Hubertus und Theresia Brantzen, Mainz
Foto: Brehm, POS © 2001
Einladungsprospekt
DOKUMENTATION

In der Woche nach Pfingsten 2002 findet in Schönstatt ein zweiter Pastoralkongress statt. Angestoßen von den Priestergemeinschaften, getragen von vielen, die in der Seelsorge tätig sind, geht es darum: Wir wollen in die Kirche hineintragen, was in Schönstatt lebt.

Der große Zusammenhang

Chile 1949: Pater Kentenich möchte das, was in Schönstatt als göttliche Initiative entstanden ist, der Kirche anbieten. Wichtigster Punkt: Gott und Welt gehören zusammen, Erst- und Zweitursache, Natur und Gnade sind miteinander verbunden. "Nichts ohne dich, nichts ohne uns." Das mechanistisch-trennende Denken und Leben muss überwunden werden durch ein organisches Denken, Leben und Lieben. Durchsichtigmachen der Welt auf Gott hin. "Durchsichtigmachen alles Geschöpflichen und alles Geschlechtlichen."

Pater Kentenich sagt: Der marianisch geprägte praktische Vorsehungsglaube ist "unsere Weltanschauung". Diese Botschaft hat er sich etwas kosten lassen. Er scheute nicht die Auseinandersetzung.

Seit dieser Zeit gab es in der Schönstattbewegung immer wieder die Frage: Wie können wir das Gespräch mit der Kirche neu suchen? Wie können wir mit den Bischöfen ins Gespräch kommen? Wie können wir das wirksam in die Kirche einbringen, was in Schönstatt lebt?

1999 feierten wir in Chile das Jubiläum von 1949. Die Bilder stehen uns noch vor Augen. Die Freude über unsere Geschichte darf aber nicht verdecken, dass in unserem Land von vielen noch nicht erkannt ist, was Schönstatt an Hilfe und Wegweisung für die Kirche der Zukunft bedeutet. Der Auftrag von 1949 bleibt also.

Unter diesem Auftrag fand auch im August 1999 auf Berg Moriah ein Gespräch mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann, statt. Unsere Frage in diesem Gespräch war: "Was erwarten Sie von Schönstatt für die deutsche Kirche?"

Unter anderem wurden drei Themen besprochen: Der praktische Vorsehungsglaube, Maria und die Option für Ehe und Familie in der Seelsorge.

Die Aufforderung von Kardinal Lehmann: "Geben Sie Ihre Zurückhaltung auf! Bringen Sie das, was in Schönstatt lebt, in die Kirche ein! In Schönstatt gibt es so viele wichtige Elemente. Nehmen sie 2 oder 3 Elemente, von denen Sie glauben, dass sie für die Kirche wichtig sind und wofür die Menschen heute ein Ohr haben. Bereiten Sie diese Elemente gut auf und bringen Sie diese in die Kirche ein.

Der Pastoralkongress 2000 wurde zu einer wichtigen Selbstvergewisserung: Was ist unser Proprium? Was ist das, was wir in die Kirche hineintragen sollen? Wichtige Themen wurden: Den Gott des Lebens entdecken Gotteserfahrung - Wenn wir wie Maria sind, sind wir offen für die Erfahrung Gottes im Alltag.

Die alles überragende Erfahrung dieses Kongresses: Das, was wir der Kirche aus der Kraft des Liebesbündnisses und im Auftrag Pater Kentenichs bringen wollen, ist der marianisch geprägte praktische Vorsehungsglaube unsere Weltanschauung die Art und Weise, wie wir die Welt anschauen.

In der Vorbereitungsgruppe zum Kongress Pfingsten 2002 überlegten wir: Wir können nicht einfach in die Kirche hineinrufen: Der praktische Vorsehungsglaube ist wichtig. Wir benötigen eine Form, einen handhabbaren Ritus, ein Ritual, eine Methode: "So könnt ihr es machen, wenn ihr über die Erfahrungen Gottes im Alltag sprecht."

Es entstand unter der Überschrift "Spurensuche" eine Form, eine Methode, in 4 Schritten dem Gott des Lebens auf die Spur zu kommen. Eine Einzelne kann z.B. fragen: "Wie begegnet mir Gott?" Oder eine Gruppe fragt sich: "Wie haben wir Gott erfahren?" Oder ein Ehepaar setzt sich zusammen, um zu fragen: "Wo sind wir heute Gott begegnet?"

Bei der "Spurensuche" gibt es folgende Schritte:

1. Schritt: Erinnern

Der Einzelne fragt sich: Was hat mich in den vergangenen Tagen oder an diesem Tag besonders umgetrieben, beeindruckt, angerührt?

Z. B: "Mir fällt wieder gleich der Anschlag auf New York ein. Was dort geschehen ist mit allen Folgen bedrückt mich. Ich habe heute wieder mit einer Gruppe darüber gesprochen."

Ich lasse in Stille diese Erfahrungen noch einmal in meinem Inneren lebendig werden.

 

2. Schritt: Erzählen

Was möchte ich den anderen erzählen?

Ich teile mit, was mir wichtig ist

Z. B. "Ich erzähle, dass mich das Ereignis vom 11. September innerlich verfolgt, ebenso die Bilder des Krieges in Afghanistan."

Wach höre ich auf das, was die anderen einbringen.

Einer spricht vom lachenden Gesicht eines Kindes, das ihm heute begegnet ist.
Eine Frau berichtet von einem Erlebnis aus dem Büro.
Ein Mann zeigt ein Bild aus seinem Urlaub, aus dem er gerade zurück gekommen ist.

3. Schritt: Entdecken

Was fällt mir bei diesen Erinnerungen besonders auf?

Wo kann ich in dem Gehörten Gottes Spuren erahnen und entdecken, seine Nähe, seine Schönheit, seine Führung, seine Wünsche, seine Zumutungen, seine Unbegreiflichkeit....?

Darüber kommen wir miteinander ins Gespräch.

Z. B.: "Ich spreche von meiner Angst und der Angst der anderen. Wenn ich daran denke, dass jederzeit etwas mitten unter uns passieren kann, wird die Zukunft unsicher.

Wie kann ich da Gottes Spur entdecken? Bei guten Erfahrungen fällt das leichter. Schwere oder gar böse Erlebnisse sind schwierige Spuren. Mir kommt nach einigem Überlegen der Gedanke: Wir können uns in unserem Leben nicht absichern. Letztlich muss ich mich in seine Hand fallen lassen und ihm vertrauen."

4. Schritt: Antworten

Wozu fühle ich mich gedrängt, zum Danken, Fragen, Klagen, Bitten, Schenken, mich oder etwas zu verändern?

Ich überlege still für mich, was ich tun möchte.

Z.B.: "Ich stelle Fragen und klage: Gott, warum muss das so sein? Was ist mit den vielen, die unschuldig leiden? Es ist so schwer, in so schrecklichen Ereignissen deine Spur zu finden. - Und ich bitte: Hilf mir, immer mehr auf dich zu vertrauen, damit die Angst nicht übermächtig wird. Ich schenke dir meine Unsicherheit. Lass die Betroffen nicht am Leben und an dir verzweifeln!"

Ich höre auf die Antworten, die die anderen formulieren. Vielleicht gibt es etwas, was wir gemeinsam tun können.

Am Ende beten wir das Magnifikat: Wir werden nur in der Haltung der Gottesmutter wirklich Gott entdecken können.

In vielen Gruppen und Kreisen haben wir inzwischen mit dieser Spurensuche gearbeitet. Alle sagten: "Ja, da geht es um unseren praktischen Vorsehungsglauben, um den wir uns schon immer mühen. Die Form kann helfen, gut miteinander ins Gespräch zu kommen."

Wir möchten diese "Spurensuche" als unsere Weltanschauung der Kirche übergeben. Wir möchten sie geben in unsere Gemeinden. Wir möchten sie geben in unsere Bistümer. Wir möchten sie geben in die ganze Kirche hinein.

Wir möchten alle einladen, sich an dieser Spurensuche zu beteiligen. Wir möchten alle einladen, für den Pastoralkongress zu beten. Es wird nämlich neu ernst mit dem, was wir so oft betonen: "Schönstatt für die Kirche".

DOWNLOAD: Spurensuche als PDF-Datei


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Last Update: 21.10.2001 23:36 Mail: Editor /Webmaster
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