Schönstatt - Begegnungen

Eine Kirche aus lebendigen Steinen für Burundi

Grundsteinlegung für die Wallfahrtskirche beim Heiligtum in Mont Sion Gikungu

Procession from the Shrine to the Pilgrims' tent, Gikungu, Bujumbura
Prozession vom Heiligtum zum Pilgerzelt, Gikungu, Bujumbura
Bei der Opferung: Bischof Ngoyagoge Evariste verbrennt die Zettel mit den spirituellen Opfern
During offertory: Bishop Ngoyagoge Evariste puts the sheets of papers with the spiritual gifts into the fire
Tänzer bringen die Opfergaben zum Altar
Dancers bringing the gifts to the altar

Kinder schreiben ihre Opfer und ihre Anliegen der Gottesmutter auf einen Zettel, der bei der Opferung verbrannt wird.
Children writing thier gifts and petitions to the Blessed Mother on a sheet of paper to be burnt during offertory.
Fotos: Schönstatt, Burundi © 2001

(Sr. M. Lisette, Burundi) Etwa 3.000 bis 4.000 Pilger kamen zum Wallfahrtstag am 29. April zum Heiligtum nach Gikungu, Bujumbura, in Burundi. An diesem Tag wurde der Marienmonat Mai eröffnet und der Grundstein gelegt für die Wallfahrtskirche. Eine Kirche aus lebendigen Steinen soll sie sein für Burundi, ein Zeichen für Frieden und Einheit in der Vielfalt.

Der grosse Wallfahrtstag zu Maibeginn, am 29.4.2001 wurde sorgfältig vorbereitet. Nicht nur in allen Kirchen und manchen Schulen, sondern auch an Bussen, die in der Stadt zirkulieren hingen die Einladungen und das Programm für den Wallfahrtstag. Auch am Radio wurde der Wallfahrtstag angekündet. Eine Woche vor dem Wallfahrtstag wurde das Gelände eingeebnet und der Platz für die Wallfahrtskirche vorbereitet.

Zuerst ein Besuch im Heiligtum

Am Sonntag Morgen, 29.4. kamen die Wallfahrer in Gruppen oder einzeln aus allen Richtungen nach Mont Sion, Gikungu. Am Eingang des Geländes erhielten sie ein Wallfahrtsbild mit einem neuen Gebet, das für diesen Tag gemacht wurde. Schätzungsweise kamen 3000 bis 4000 Wallfahrer. Die meisten machten erst einen privaten Besuch im Heiligtum bevor sie eine Platz im grossen Wallfahrtszelt suchten. Dort herrschte eine richtige Gebetsatmosphäre. Kleine Meditationen wechselten sich ab mit Liedern und Gebeten, vor allem wurde der Rosenkranz gebetet. Die Wallfahrer waren auch dankbar, dass 5 Priester zur Verfügung standen für Beichtgelegenheit.

Spirituelle Gaben für die neue Kirche

Um 9.30 Uhr zog der Bischof von Bujumbura mit sechs Priestern und drei Diakonen, begleitet vom Chor, vom Haus zum Heiligtum und von dort zum Wallfahrtszelt. Die Heilige Messe war von drei Chören von verschiedenen Stadtteilen gestaltet. Diese Chöre brachten auch eine Mädchen- und eine Jungentanzgruppe mit, die sich in den liturgische Tänzen abwechselten. In seiner Ansprache bezog sich der Bischof auf die Erfahrung Davids, der Gott einen Tempel bauen wollte und er forderte die Gläubigen auf, hier an diesem Ort Gott einen Tempel zu bauen und dies nicht nur mit toten Steinen, sondern selbst lebendige Steine zu sein für die Kirche. Die Fürbitten wurden von Vertretern verschiedener Stadtteile vorgetragen. Bei der Opferung brachten die Leute nicht nur ihre materiellen, sondern auch ihre spirituellen Gaben, die sie auf Papierzetteln notiert hatten. Diese spirituellen Gaben wurden feierlich zum Feuerbecken vor dem Heiligtum getragen und dort vom Bischof angezündet. Nur Gott weiß, welche Opfer und Anliegen die vielen Kinder und Erwachsenen ihm auf diese Weise angeboten haben.

Alle wollen Steine dieser Kirche sein

Bei der Danksagung brach die ganze Freude und der österliche Jubel durch. Fast alle Leute erhoben sich und tanzten spontan. Danach erklärte ein Mitglied des Komitee der Pilgerkirche das Anliegen eine Wallfahrtskirche zu bauen und die Etappen in denen das Projekt durchgeführt werden soll. Wir bauen die Kirche gemeinsam durch unsere spirituellen und materiellen Gaben. Viele Mitglieder der lokale Schoenstattfamilie haben schon "ihren Backstein" (mindestens 30 Burundifranken) für die Kirche bezahlt. Alle Namen werden in Listen gesammelt, die später ins Fundament der Kirche gelegt werden. Darunter sind auch schon 91 Kinder, und selbst Gefangene des Zentralgefängnisses von Bujumbura die ihren Beitrag gemacht haben. Es soll eine Wallfahrtskirche von lebendigen Steinen sein ! Ein Symbol der Einheit in der Vielfalt.

Einheit der heiligen Orte: Mugera – Mutumba – Gikungu

Anschliessend ging der Bischof und die Priester zum Bauplatz wo die drei ersten Steine schon aufgebaut waren : ein Steil von Mugera, vom ersten Wallfahrtsort, vom "heiligen Berg" in Burundi, ein Stein von Mutumba wo das erste Schoenstattheiligtum in Burundi steht und ein Stein von Gikungu. Der Bischof, Pater Zingg und ein Vertreter des Komitee der Pilgerkirche fügten nun ihren Stein in die kleine Mauer, die als Zeichen der grossen Kirche dort die drei ersten Steine verbindet. Als wir gerade bei dieser feierlichen Handlung waren, kam der Nuntius, Pater Michel noch dazu. Er ließ es sich nicht nehmen bei diesem wichtigen Ereignis präsent zu sein.

Nach dieser feierlichen Grundsteinlegung gingen die Priester wieder ins Zelt zurück wo ein Seminarist der Patres in dichterischer Form die Grosstaten der Gottesmutter von ihrem Heiligtum aus pries. Der Chor sang noch ein extra für diesen Anlass gemachtes, neues Lied das dann auch einen begeisterten Applaus erhielt. Danach zogen alle in Prozession zum Heiligtum. Vor dem Heiligtum wurde ein gemeinsames Gebet gesprochen und der Bischof gab seinen Segen. Die grossen Trommeln, die vor dem Heiligtum aufgestellt waren, ertönten nun und eine Männertanzgruppe tanzte dazu. Viele Menschen drängten noch einmal ins Heiligtum, bevor sie langsam sich von diesem heiligen Ort verabschiedeten. Am Abend wurde dieses Ereignis in den Nachrichten im Fernsehen übertragen, und damit kam die Botschaft dieses Tages ins ganze Land. Es war wieder ein gesegneter, Tag, ein guter Einstieg in den Monat Mai.



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Last Update: 13.05.2001 1:45 Mail: Editor /Webmaster
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