Schönstatt - Begegnungen

Mehr Miteinander zwischen Schönstatt und der Stadt Vallendar

Grußwort von Pater Heinrich Walter, Vorsitzender des deutschen Landespräsidiums beim Empfang für Kardinal Errázuriz im Rathaus zu Vallendar

Pater Heinrich Walter, Vorsitzender des Landespräsidiums der Schönstatt-Bewegung in Deutschland

Empfang der Stadt und der Verbandsgemeinde Vallendar im großen Sitzungssaal im Rathaus Vallendar
Foto: POS, Brehm © 2001

Lieber Pater Kardinal,
sehr geehrte Bürgermeister,
verehrte Verantwortungsträger der Stadt Vallendar,

sehr gerne sind wir heute morgen Ihrer Einladung gefolgt und mit unserem Kardinal in die Stadt herein gekommen. Gestern sind Sie bei uns zu Gast gewesen, und es begann ein Tauziehen, wem er nun eigentlich gehöre und wer "unser Kardinal" sagen darf. Heute dürfen wir bei Ihnen zu Gast sein und ich schlage vor, wir nennen ihn "unser aller Kardinal".

Zuerst einen herzlichen Dank für diese Einladung. Es ist eine Einladung zu einer Begegnung zwischen Schönstatt und der Stadt Vallendar. Somit ist diese Begegnung ein Ausdruck davon, dass Vallendar und Schönstatt zusammengehören. Schönstatt ist nicht denkbar ohne Vallendar.

Beziehung zu Ort und Zeit

Ereignisse sind immer an Ort und Zeit gebunden. So ist das auch im Falle der Ernennung von Kardinal Errázuriz. Seine Ernennung hat sicher mehr mit Rom und Santiago de Chile zu tun, aber die Vorbereitung auf diese Ernennung hängt wesentlich mit Vallendar zusammen. Die Beziehung zu Ort und Zeit hat für uns Schönstätter einen besonderen Hintergrund. Für die Menschen ist es sehr bedeutsam, zu welchen Orten sie eine Beziehung haben. Durch Erlebnisse an diesen Orten entstehen Bindungen, die eine wesentliche Voraussetzung für die Heimaterfahrung des Menschen sind. Es gehört von Beginn an zur "Lebensschule Schönstatt", dass die Beziehungen zu Orten gepflegt werden. Die Gnadenkapelle und ihre Umgebung bedeutet Heimat. Deshalb ist Vallendar auch von Bedeutung für unseren Pater Kardinal. Er hat 20 Jahre hier gelebt und sich in dieser schönen, kleinen Stadt am Rhein verwurzelt. Er ist aber auch ein Symbol für Tausende von allen Kontinenten, denen Vallendar sehr wichtig ist. Es gibt viele, die die Sehnsucht haben, wenigstens einmal im Leben hierher nach Vallendar Schönstatt zu kommen. Die Stadt ist international bedeutsam, weil weit mehr Menschen hier ihre Heimat haben, als die Stadt Einwohner zählt.

Zum Faktor Zeit können wir fragen, was sich Gott dabei gedacht hat, damals, als 1914 hier durch Pater Kentenich etwas Neues begonnen hat. Wir sind der Überzeugung, dass es keinen Zufall gibt, dass Gott ganz bewusst diesen schönen Flecken, diese "schöne statt", wie man schon vor Jahrhunderten sagte, in Vallendar ausgesucht hat. Schon früh war von dem Wort die Rede, dass im Schatten dieser Gnadenkapelle Wesentliches für die Kirche mit entschieden wird. Es war eine ereignisreiche Entwicklung bis zum heutigen Tag. Es gab Phasen des Aufbaues, Phasen der Stagnation, auch Phasen des Rückzuges. 20 Jahre davon konnte Kardinal Errázuriz als Generaloberer unsere Gemeinschaft mitgestalten. Höhepunkt dieser Entwicklung war sicher das Jahr 1985, als wir den 100. Geburtstag von Pater Kentenich gefeiert haben. Tausende kamen aus aller Welt, um eine Woche lang hier miteinander zu leben, sich zu erinnern, zu feiern und Kraft zu tanken und natürlich auch, um dieses wunderschöne Vallendar am Rhein zu erleben.

Mehr Miteinander zwischen Schönstatt und der Stadt Vallendar

Es ist ihr großes Verdienst, dass diese Entwicklungen in Schönstatt möglich wurden, dass die Verantwortlichen der Stadt einen weiten Horizont hatten und sich den Ideen und Zielen Schönstatts nicht verschlossen haben. Natürlich ging das nicht ohne Auseinandersetzungen. Das ist normal, das ist gesund so. Durch die Spannungen kann ja auch ganz neues Leben und Kreativität entstehen, wenn sie in fairer Weise ausgetragen werden. Das ist sicher auch im Blick auf augenblickliche Fragen der Grund, auf den wir uns immer wieder stellen müssen, die Fairness im Ringen um Lösungen.

Die heutige Einladung ist ein guter Schritt zu noch mehr Miteinander zwischen Schönstatt und der Stadt Vallendar. Nur durch konkrete Begegnungen, durch Kennenlernen, durch den Austausch über Anliegen und Motivationen kann aus dem Nebeneinander noch mehr Miteinander werden. Im Blick auf die Zukunft möchte ich sagen: Könnte es nicht so werden, dass die Stadt für uns Schönstätter zu "unserem Vallendar" wird und Schönstatt für Sie in der Stadt, zu "unserem Schönstatt"? In den Schritten auf dieses Ziel zu hat das Fest der letzten beiden Tage Hoffnung geweckt, aber wir sollten nicht warten bis zum nächsten Kardinal, denn das könnte länger dauern, einen Bischof allerdings könnte der Papst ja mal wieder ernennen. Bis dahin können wir die nächsten, größeren Ereignisse in der Stadt und in Schönstatt zu weiteren Begegnungen und zu guter Zusammenarbeit nutzen.

Herzlichen Dank.



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Last Update: 28.04.2001 0:25 Mail: Editor /Webmaster
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