Schönstatt - Begegnungen

Beten mitten im Chaos – SMS an Maria

Berufstätige Frauen suchen einen Gebetsstil für mittendrin

Good memories and inspirations for every day after the Covenant Renewal
Nach der Erneuerung des Liebesbündnisses: gute Erinnerungen und Anregungen für den Alltag

Visiting Mount Sion
Besuch auf Berg Sion

Founder Chapel: The names of loved ones, of co-workers, Schoenstatt members from all over the world are written on rose sheets - as well as people whose needs are only known from TV news
Gründerkapelle: auf Rosenzetteln stehen die Namen von Freunden, Mitarbeitern, Schönstättern aus aller Welt und Menschen, von deren Not man in den Nachrichten gehört hat

The covenant history with highs and lows as contribution to the Capital of Grace- everything is valuable.
Bündnisgeschichte mit Höhen und Tiefen als Beitrag zum Gnadenkaüpital: alles ist wertvoll

Outing to Ruedesheim, St. Hildegard's abbey
Ausflug nach Rüdesheim: Abtei St. Hildegard

 
Fotos: POS © 2001

(mkf) Atemholen, um dann wieder mittendrin im Alltag die Verbindung mit Gott zu schaffen und dem Alltag einen Platz in der Liebe Gottes zu geben: das ist der Grund, warum 22 berufstätige Frauen vom 5.-11. März 2001 in Schönstatt Exerzitien gemacht haben. "Beten mitten im Chaos" lautete das Thema; es ging darum, einen Gebetsstil für mittendrin kennen zu lernen. Die heilige Messe als Fest der Freude, das Durchlüften der Seele, das Wahrnehmen persönlicher Liebesbündniserfahrungen, die SMS zum Heiligtum und das gemeinsame Beten waren Impulse, die weiter wirken können in den Alltag hinein.

Das Entscheidende der Exerzitien sei einfach die Stille, sagt Gabriele Sudermann: "Einfach drei Tage lang will keiner was von einem, man ist ganz intensiv mit Gott und der Gottesmutter beschäftigt und mit ihrem Wirken im eigenen Leben und dem eigenen Mitwirken mit ihnen. Und das ist das Thema der Exerzitien." Das Thema "Beten mitten im Chaos" sei für sie der Grund gewesen, an den Exerzitien teilzunehmen, sagt eine 43-jährige Erzieherin. "Ich habe wieder neu erfahren, was wesentlich ist, habe gelernt, meine Kraft nicht zu verzetteln und mich nicht nur auf mich selbst zu verlassen." Mittendrin – das war das zentrale Wort der Exerzitien. "Ich wollte meinen Alltag neu auf Gott und die Gottesmutter ausrichten," sagt Martina Rasch aus Meerbusch. Wie sie, hatten auch die meisten anderen das Gefühl mitgebracht, nie genug Zeit zum Beten zu haben und im Chaos des Alltags und des eigenen Lebens den Kontakt mit Gott zu wenig zu finden.

SMS an die Gottesmutter

"Ich glaube, dass die SMS-Nachricht an Gott und an Maria eine große Hilfe sein wird," sagt Monika Hillebrand. Das Handy als Gebetsidee: Anstatt auf die sowieso meist nicht kommende freie Zeit zum ausgiebigen Dauertelefonat mit Jesus, mit Maria zu warten, immer mal wieder mitten aus dem Chaos eine SMS schicken. Eine wichtige Erkenntnis, so Gabriele Sudermann, war auch, "dass man immer mit allen zusammen ist, wenn man im Liebesbündnis lebt und betet; dass das im Hausheiligtum so ist und auch im Alltag. Das haben wir uns ganz konkret vorgestellt – dass die anderen aus der Gemeinschaft auch mit durch unseres Alltag laufen und wir mit ihnen." Pater Mosbach brachte in seinem Vortrag und in den Einstimmungen zur heiligen Messe immer wieder Anregungen aus Himmelwärts, den Gebeten Pater Kentenichs aus dem Konzentrationslager Dachau. "Davon konnte man viel in den Alltag mitnehmen," meint Petra Ververs.

Mein Arbeitsplatz – ein Heiligtum

Schon seit längerer Zeit ist in der Gemeinschaft der Berufstätigen Frauen der Blick auf den Arbeitsplatz als den wichtigsten Ort des Apostolates gefallen. Hier soll das Liebesbündnis verändernd wirken; darum der Gedanke, durch Gebet und Beiträge zum Gnadenkapital den Arbeitsplatz zu einem Ort zu gestalten, an dem die Gottesmutter wirken kann. Das hat Konsequenzen, stellten die Frauen fest: "Ich habe eine Sendung für meinen Alltag! Die Gottesmutter möchte durch mich an dem Platz, an dem ich arbeite, Heiligtum bauen und Christus erfahrbar machen, möchte dort, an meinem Arbeitsplatz, die jugendlichen Herzen an sich ziehen!" Was sie mitnimmt aus diesen Exerzitien, ist für Martina Rasch ganz klar: "In jeder Situation meines Alltags ist die Gottesmutter genau so gegenwärtig wie im Heiligtum, mit allen Gnaden und Gaben, wenn ich sie nur bitte, sich hier niederzulassen und wenn ich mich ernsthaft bemühe, mein Liebesbündnis zu leben." Christel Hitzges aus Essen war zum ersten Mal bei Schönstatt-Exerzitien. Sie nimmt aus den Tagen den Wunsch mit, "Maria dort wohnen zu lassen, wo meine Lebensschwerpunkte liegen; das Wissen, sie ist schon da, wenn ich, in welcher Stimmung auch immer, komme!" Seit sechs Jahren gehört Mareike Hörnschemeyer zu Schönstatt, doch die Schlüsselerkenntnis dieser Exerzitien ist ganz neu: "Die Gottesmutter lässt sich auch in meinem Chaos nieder!"

Die heilige Messe – ein Fest der Freude mitten im Alltag

Barbara Herbrand, Kirchenmusikerin und Dozentin am Priesterseminar, hielt einen Vortrag über die heilige Messe als ein Fest der Freude. Petra Ververs: "Sie war selber so begeistert, dass sie uns total mitgerissen hat. Es kam ganz lebendig rüber, dass die Eucharistiefeier eine persönliche Einladung von Jesus an mich ist, und dass darin die ganze Bündnisgeschichte des Volkes Gottes und auch meine eigene Bündnisgeschichte gefeiert wird." Gabriele Sudermann: "Die heilige Messe als persönliche Liebesgeschichte zwischen Gott und mir feiern, das ist ein ganz neuer Gedanke, und der ist sehr schön!"

Der eigenen Bündnisgeschichte nachgehen

Durch die ganzen Exerzitien hat sich der Gedanke der eigenen Bündnisgeschichte gezogen. "Wir wurden angeregt, die eigene Geschichte des Liebesbündnisses und besonders auch unsere eigene Geschichte in Blick auf das Dachauheiligtum, das Ideal unserer Gemeinschaft, aufzuschreiben, " sagt Petra Ververs, Altenpflegerin aus Kleve. "Damit war man dann eigentlich die ganzen Tage voll beschäftigt." Heidi Stepanek bringt auf den Punkt, was viele bei diesem Nachgehen der eigenen Bündnisgeschichte entdeckten: "Meine persönliche Bündnisgeschichte hat schon begonnen, bevor ich Schönstatt überhaupt kannte. Die Gottesmutter hat mich so nach und nach zum Liebesbündnis gebracht!" Durch das schriftliche Festhalten der Bündnisgeschichte der letzten Jahre, so Gabriele Sudermann, "bin ich wieder gespannt und motiviert zu entdecken, wie meine Geschichte mit Gott und der Gottesmutter morgen im Alltag weitergeht." Eine konkrete Form, die Liebesbündniserfahrungen miteinander zu teilen, heißt: "Lieblingskindstunde". Was die Einzelnen jeden Tag persönlich versuchen, den Tag dankbar nachzukosten und die Geschenke Gottes darin zu sehen, geschieht da in Gemeinschaft. Gabriele Sudermann: "Besonders schön ist immer diese Lieblingskindstunde in der Gründerkapelle, bei Pater Kentenich. Wir erzählen ihm und einander, wo wir Gottes Liebe erlebt haben. Einer fängt an, dann fällt dem anderen noch was ein. Es sind Dinge, die das Leben ausmachen, es kommt die Bündnisgeschichte der Einzelnen zur Sprache. Alles zählt und ist kostbar. Und wenn die anderen reden von ihren Lieblingskinderfahrungen, dann denkt man: so was habe ich ja auch schon erlebt."

Den Alltag beten

Die tägliche heilige Messe, eine Nachtanbetung, "Rosenzettel", auf denen die Namen vom Menschen aus dem Alltag geschrieben wurden, und der gemeinsame Rosenkranz waren jeweils darauf ausgerichtet, aus dem Alltag, aus dem konkreten Leben zu beten. Petra Ververs: "Ich werde jetzt auch zu Hause öfter den Rosenkranz beten, weil es so schön war. Wir haben zu jedem Gesätz Anliegen genannt, die wir einbringen wollten: dass man in den Exerzitien nicht den Blick für die anderen verliert, dass die Menschen aus unserem Alltag aus der Perspektive des Heiligtums in unserem Gebet vorkommen, aber auch die ganze weltweite Schönstattbewegung und alle, die in irgendeiner Weise mit uns verbunden sind. Bei unserem Rosenkranz war zum Beispiel ein Gesätz für die Menschen im Senegal, zu denen in dieser Woche das erste Pilgerheiligtum ausgesandt wurde; alle, die jemals mit uns auf einer Dachaufahrt waren; alle Menschen, die Schönstatt im Internet finden, die Kollegen vom Arbeitsplatz." Gabriele Sudermann ergänzt: " Wir wollen nicht den Alltag ausklinken, sondern ihn ins Heiligtum hineinholen. Denn wir wollen die Türen des Heiligtums für alle öffnen, es geht um das offene Heiligtum, in dem alle Platz haben, in das alle hereinkommen. Meine Kollegen auf dem Arbeitsplatz, die freiwillig nie einen Schritt ins Heiligtum machen werden, sind alle schon drin, ob sie wollen oder nicht, ob sie es wissen oder nicht. Und dann sehe ich sie auch anders an."

Persönlich das Liebesbündnis erneuern

Die Exerzitien schlossen am Samstag mit der persönlichen Erneuerung des Liebesbündnisses bei der heiligen Messe im Urheiligtum; wer wollte, konnte seine aufgeschriebene Bündnisgeschichte schenken und sich das Weihezeichen neu überreichen lassen. Jede hat persönlich ihr Liebesbündnis erneuert, in dem sie mit einer Rose nach vorn ging und diese als Zeichen ihres Bündnisses geschenkt hat.

Mit einem Ausflug zur heiligen Hildegard nach Rüdesheim-Eibingen und einem gemütlichen Abend in Rüdesheim klangen die Exerzitien aus.

 



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Last Update: 28.04.2001 0:25 Mail: Editor /Webmaster
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