Schönstatt - Begegnungen


Die Schwelle überschreiten

Romfahrt 2000 der Freunde des Romheiligtums Matri Ecclesiae im Heiligen Jahr

(Bernd Biberger) Vom 4. -9. Dezember haben etwa 120 Freunde des Romheiligtums Matri Ecclesiae in Rom "die Schwelle überschritten". Die Wallfahrt war vom Schönstatt-Institut Diözesanpriester organisiert worden. Besuche auf dem Schönstattgelände an der Via di Boccea, das Durchschreiten der Heiligen Pforten und die Generalaudienz, bei der die Schönstattgruppe besonders erwähnt wurde, prägten die Tage in Rom. Zum Abschluss schalteten sich die Pilger beim Bildstöckchen auf dem Schönstattgelände ein in die Weihe des dritten Jahrtausends an die Gottesmutter, die Papst Johannes Paul II. am 8. Oktober 2000 vollzogen hatte.

In zwei Bussen machten sich etwa 120 Wallfahrer und Wallfahrerinnen am Montag, 04. Dezember, 2000 von Schönstatt und von Würzburg aus auf den Weg nach Rom. Der erste Weg führte die Wallfahrer nach ihrer Ankunft in Rom am Dienstag, 05.12., zum Petersdom. In einer Statio auf dem Petersplatz stimmte sich die Pilgergruppe ein. Im Mittelpunkt stand das Wort Jesu: "Ich bin die Tür; wer durch mich hindurchgeht, wird gerettet werden" (Joh 10,9). Anschließend durchschritt die Gruppe gemeinsam die Heilige Pforte, wo zu dieser Zeit nur wenig andere Pilger anwesend waren. Ein gemeinsames Gebet beim Petersgrab beschloss diesen ersten Besuch in St. Peter.

Nach dem Bezug der Quartiere und einer Mittagspause fuhren die Pilger mit öffentlichen Bussen zur Kirche Sta. Prassede, um miteinander einen ersten Gottesdienst zu feiern. Dort wurden sie auch von Prof. Msgr. Ignazio Sanna, dem Präfekten der päpstlichen Lateranuniversität und Mitglied des Schönstatt-Instituts Diözesanpriester, herzlich willkommen geheißen. Anschließend ging es zu Fuß nach Maria Maggiore, einer der vier Hauptkirchen Roms. Wieder stimmten sich die Pilger in einer Statio, in der sie auf Maria, die Gottesgebärerin, schauten, ein, um anschließend die Heilige Pforte zu durchschreiten. Mit öffentlichen Bussen ging es wieder zurück ins Quartier.

Generalaudienz auf dem Petersplatz

Am Mittwoch, 06.12., versammelte sich die Pilgergruppe am Vormittag auf dem Platz vor dem Petersdom zur Generalaudienz bei Papst Johannes Paul II. In seiner Ansprache, in der er neben vielen ausländischen Gruppen auch die Pilgergruppe aus der Schönstattbewegung namentlich begrüßte, bezog sich der Heilige Vater auf die Bitte des Vater unsers "Dein Reich komme" und legte diese im Kontext des Heiligen Jahres aus. Er ermutigte die Anwesenden, die Sehnsucht nach der Vollendung des Reiches Gottes in sich wachsen zu lassen und das ihrige beizutragen, um unsere Zeit im Sinne der Botschaft Jesu zu durchdringen. Im Anschluss an den offiziellen Teil der Generalaudienz durften zunächst zahlreiche Behinderte mit ihren Begleitern persönlich den Segen des Heiligen Vaters empfangen. Daran schlossen sich über 30 Brautpaare, im Brautgewand gekleidet, an. Zahlreiche Teilnehmer der Audienz verharrten während der Zeit, um an dem Geschehen, das auch auf eine Großbildwand übertragen wurde, teilzunehmen und noch weitere Eindrücke vom Papst in sich aufzunehmen. Ein Besuch im Petersdom nach der Audienz erwies sich als schwierig, da sich vor der Heiligen Pforte inzwischen eine lange Schlange von Wartenden gebildet hatte.

Für das Internationale Schönstattzentrum in Rom

Am Nachmittag besuchte die Wallfahrtsgruppe zunächst das Grundstück an der Via di Boccea, auf dem das Internationale Schönstattzentrum entstehen soll. Der Besuch dieses Grundstücks war neben dem Besuch der vier Heiligen Pforten das eigentliche Anliegen dieser Romwallfahrt. Dieses Schönstattzentrum war dem Gründer der Schönstattbewegung, Pater Joseph Kentenich, zu seinem 80. Geburtstag vom Generalpräsidium der Schönstattbewegung versprochen worden, als dieser nach seiner Verbannungszeit in Milwaukee in Rom weilte. Joseph Kentenich, der selbst dieses Grundstück mehrmals besucht hatte, verband mit diesem Schönstattzentrum das Anliegen, dass die Schönstattbewegung sich für das Kirchenbild stark macht, das das soeben zu Ende gehende Zweite Vatikanische Konzil in seiner Apostolischen Konstitution Lumen Gentium dargelegt hatte. Deshalb soll auch das Kapellchen, das künftig den Mittelpunkt des Zentrums bilden wird, den Namen "Matri Ecclesiae" "der Mutter der Kirche" tragen.

Als die Pilgergruppe abends in ihr Quartier zurückkehrte, erwartete sie bereits Monsignore Sanna mit zwei für das Entstehen des Internationalen Schönstattzentrums verantwortliche Architekten. Diese informierten die Pilger, dass das Baugesuch inzwischen alle Ämter der Stadt Rom durchlaufen hat und diese ihre Zustimmung signalisiert haben. Nun wird das Baugesuch an die Expertenkommission weitergereicht, die über die endgültige Baugenehmigung zu befinden hat. Die Architekten waren zuversichtlich, dass auch diese Kommission das Baugesuch positiv bewerten würde.

Begegnung mit Vertretern von Communione e Liberazione

Nach der Andacht auf dem Grundstück hatte die Pilgergruppe noch das direkt nebenan gelegene Anwesen der geistlichen Bewegung Communione e Liberazione besucht. Das Anwesen beherbergt eine Ausbildungsstätte für Priester dieser Bewegung. Zwei der Seminaristen stellten den Pilgern das Wesen und die Struktur von Communione e Liberazione dar. Sie schilderten, wie ihre Mitbrüder in Lebensgemeinschaften zu dritt oder mehr in verschiedenen Ländern der Erde tätig sind. Anliegen der Bewegung ist es, durch beispielhafte Lebensgemeinschaften die Menschen in der Umgebung zu einem an christlichen Grundsätzen orientierten Zusammenleben zu ermutigen. Im Anschluss an diese Vorstellung feierte die Pilgergruppe in der Hauskapelle der Bewegung den Gottesdienst zu Ehren des hl. Bischof Nikolaus von Myra.

Einschaltung in die Weihe des dritten Jahrtausends an die Gottesmutter

Am nächsten Morgen, Donnerstag, 07.12., versammelte sich die Pilgergruppe beim Cor Ecclesiae-Heiligtum der Marienschwestern zur Eucharistiefeier. Dieses Heiligtum entstand zum Dank für die Rückkehr Pater Kentenichs aus dem Exil in Milwaukee.

Am Nachmittag stand zunächst der Besuch der Kalistuskatakomben auf dem Programm, der die Pilger sichtlich beeindruckte. Anschließend ging es nach St. Paul vor den Mauern. Wieder schritten die Pilger gemeinsam nach einer besinnlichen Statio die Heilige Pforte, die von Papst Johannes Paul zusammen mit Vertretern anderer christlichen Glaubensgemeinschaften geöffnet worden war. Da zu dieser Zeit durch eine Eucharistiefeier stattfand, war das Innere der Kirche hell ausgeleuchtet, so dass die Pilger sich ausgiebig an der reichhaltigen Ausgestaltung erfreuen konnten. Außerdem gab es die Gelegenheit, bei den mitpilgernden Priestern das Bußsakrament zu empfangen, was auch gerne in Anspruch genommen wurde.

Der letzte Tag schließlich, Freitag, 08.12., stand ganz im Zeichen des Hochfestes der ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter. In einem feierlichen Gottesdienst in der Hauskapelle des Quartiers stellte Monsignore Dr. Peter Wolf, der Generalrektor des Schönstatt-Institut Diözesanpriester, den Pilgern in seiner Ansprache die Gottesmutter als Gottes unverdorbenes Konzept von den Menschen vor Augen.

Nach der Eucharistiefeier fuhr die Gruppe mit ihren Bussen zur vierten und letzten Hauptkirche Roms, St. Johannes im Lateran, um auch dort nach einer einführenden Statio miteinander die Heilige Pforte zu durchschreiten.

Die Mittagspause wollten viele Pilger nutzen, um noch einmal einen Besuch im Petersdom zu machen. Doch erwies sich dies als aussichtsloses Unterfangen. Zahlreiche Römer hatten diesen staatlichen Feiertag genutzt, um noch einmal durch die Heilige Pforte zu schreiten. So war die Hälfte des Platzes vor dem Petersdom eine einzige Warteschlange. Auf viele der Pilger hinterließ dies einen bleibenden Ausdruck.

Zum Abschluss ihrer Romfahrt versammelten sich die Pilger noch einmal auf dem Grundstück an der Via di Boccea. Mit einer besinnlichen Andacht, in der sie miteinander das Weihegebet beteten, mit dem der Heilige Vater und die Bischöfe am 08. Oktober das neue Jahrtausend der Gottesmutter anempfohlen hatten, beschlossen die Wallfahrer ihre Romfahrt und machten sich in die Nacht hinein auf den Heimweg.

 



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Last Update: 28.04.2001 0:25 Mail: Editor /Webmaster
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