Schönstatt: Begegnungen am Ursprungsort

Maria, mit dir unterwegs Pilgerheiligtumsfest in Schönstatt
Ein Zeugnis für den Lebenswert des Glaubens

Maria war präsent in einem überdimensional großen Pilgerheiligtum
Etwa 1800 Teilnehmer in der Pilgerkirche
Beim Einzug in die Pilgerkirche
Schwester Marié moderierte die Statements während der Feierstunde
Der Bürgermeister der Stadt Vallendar begrüßt alle Anwesenden Pilger
Während des ganzen Tages gab es ein eigenes Programm für Kinder
Bildergalerie

 

Maria, mit dir unterwegs Pilgerheiligtumsfest in Schönstatt

Go with us, Mary Feast of the Schoenstatt Pilgrim Shrine Campaign

Ven con nosotros María Fiesta de la Campaña de la Virgen Peregrina

Moment mal ... - Stimmen zum Pilgerheiligtums-Fest in Schönstatt

Just a Moment - Echoes from the Feast of the Schoenstatt Pilgrim Shrine Campaign

Sólo un momento - Ecos de la Fiesta de la Campaña de la Virgen Peregrina

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(mkf) In Berlin und Hildesheim, in Arnstadt und Spaichingen, in Gymnich und München, in Soest und Simmern und in über 900 anderen Orten Deutschlands beteiligen sich insgesamt etwa 32 000 Familien am Projekt 2000 Pilgerheiligtum. Etwa 1800 Personen aus ganz Deutschland kamen am 27. Mai zum Urheiligtum nach Schönstatt zum Pilgerheiligtumsfest im Heiligen Jahr.

Um drei Uhr früh losgefahren waren manche, um beim Fest in Schönstatt dabei zu sein. Von überall strömten sie gegen 9.30 Uhr zur Pilgerkirche in Schönstatt und immer wieder zu sehen: die typischen blauen Taschen mit dem Schönstattsignet, darin das Pilgerheiligtum ein Bild der Gnadenmutter von Schönstatt in einem Holzrahmen, in der angedeuteten Form des Heiligtums. In 45 Ländern aller Kontinente wandern solche Pilgerheiligtümer bei etwa 4 Millionen Familien und Einzelpersonen. Verbunden mit ihnen allen feierten die Teilnehmer in Schönstatt bei unerwartet strahlendem Sommerwetter seit Tagen war Regen gemeldet! ein Fest der Begegnung, des Glaubens und der Freude.

Vor der Pilgerkirche sammelten sich Vertreter aus allen deutschen Diözesen mit Schönstattfahnen und Schildern. Da war selbstverständlich Rottenburg-Stuttgart mit der größten Zahl von Pilgerkreisen vertreten, aber ebenso Hamburg, Hildesheim und Berlin. Mädchen aus der Diözese Speyer trugen eine Heilig-Jahr-Fahne, und während die Flaggen aller Länder, in denen es Pilgerheiligtümer gibt, bereits in der Kirche standen, wurden die Fahnen Brasiliens - des Ursprungslandes der Initiave Pilgerheiligtum - und Deutschlands beim feierlichen Einzug mitgetragen.

Einzug der Hauptpersonen - Jesus und Maria

Nach einem von Kindern und Jugendlichen aus Oberndorf mitgestaltetem musikalischem Vorprogramm und der Begrüßung erklang feierlich-verhalten meditative Musik. Kinder mit Fähnchen und Blumenkörbchen zogen ein, dahinter kamen die Fahnen, alles in andächtiger Stille. Dann ein Raunen, zaghafter, dann stärkerer Applaus für die Hauptpersonen, die festlich einzogen: Jesus und Maria in einem mit Rosen geschmückten überdimensionalen Pilgerheiligtum, getragen von vier Männern. Die Musik ging über in "Lobet den Herren", die verhaltene Stille in bewegtes Klatschen, während die Prozession mit dem großen Pilgerheiligtum sich durch die Kirche bewegte und draußen die drohenden Wolken immer mehr strahlendem Sonnenschein wichen. Das große Pilgerheiligtum wurde in die Mitte des Altarraums gestellt, eingerahmt von der brasilianischen und deutschen Fahne. Die Hauptpersonen waren angekommen!

Sr. Marié Munz begrüßte die Priester aus den Pfarreien, in denen Pilgerheiligtümer wandern, Pater Tilmann Beller, den Wallfahrts- und Bewegungsleiter der deutschen Schönstattbewegung, sowie Pater Matthias Rummel, den Rektor des Urheiligtums. "Und wie fühlt sich der Bürgermeister der Stadt, in die alle diese Menschen kommen?" Frage an Bürgermeister Helbach. "Schönstatt ist Vallendar, und so fühle ich mich auch als Bürgermeister von Vallendar," antwortete er. Vallendar sei durch Schönstatt international bekannt, fügte er an. "Mehr als Koblenz! Denn viele kennen Vallendar bei Schönstatt !" Er freue sich, dass so viele heute und das ganze Jahr über kämen, und er sei stolz, dass Vallendar auch einbezogen sei in den Kreis der großen Familie von Schönstatt. "Das Gnadenbild von Schönstatt ist im Rathaus und im städtischen Kindergarten!"

Bilder von Pater Josef Kentenich, dem Gründer der Schönstattbewegung, und von João Luiz Pozzobon, dem Initiator der Pilgerheiligtums-Kampagne in Brasilien, vervollständigten das bunte Bild rund um das große Pilgerheiligtum.

Mädchen aus der Diözese Speyer gestalteten zum Abschluss eine rhythmische Darstellung zu Text und Musik von "Groß sein lässt meine Seele den Herrn".

Ihre Wirkmacht reicht bis ans andere Ende der Welt

Einen Einblick in das Wirken von Jesus und Maria im Pilgerheiligtum gaben nach einer kurzen Pause die Erfahrungsberichte von Teilnehmern. Jeden Tag, wenn das Pilgerheiligtum kam, so eine Mutter, habe sie der Gottesmutter ihren ältesten Sohn empfohlen, der in Neuseeland ein Jahr im Schüleraustausch machte. Die starke Erfahrung der Wirkmacht der Gottesmutter habe ihr Sicherheit gegeben, als auch der mittlere Sohn ein Jahr im Schüleraustausch wollte, und auch, als der Jüngste mit einem Hirntumor in der Klinik lag. "Die Übung durch den monatlichen Besuch der Gottesmutter hat uns dann geholfen, ihr auch in der Kapelle des Klinikums jeden Tag alle Sorgen zu sagen."

Sie sei heute gekommen, um der Muttergottes zu danken, sagte eine Frau aus Unterwissendorf. Das Wissen um das Gebet der anderen aus dem Pilgerkreis habe sie getragen, als ihr Mann mit ungewisser Diagnose im künstlichen Koma gelegen habe und die tägliche Arbeit mit drei kleinen Kindern weitergehen musste Ihr Mann sei wieder gesund geworden, und er spreche nicht viel über religiöse Dinge. Aber wenn das Pilgerheiligtum komme, sage er: "Hoi, d' Muttergottes isch wieder do!"

Eigentlich sei sie überhaupt nicht begeistert gewesen von der Sache mit dem Pilgerheiligtum, meinte eine Frau, die in Dorsten-Wulfen zwei Pilgerkreise angefangen hat. Doch inzwischen habe sie konkrete Erfahrungen gemacht mit dem Besuch der Gottesmutter. Die Anregungen für die Advents- und Osterzeit wären eine echte Hilfe. Einer der Pilgerkreise löse sich jetzt auf, doch habe sie bereits neue Familien angesprochen, die weiter machen möchten.

Moritz Haller von der Jugendschola Arnstadt, die das Fest musikalisch mitgestaltete, gehört zu einem Pilgerkreis von Jugendlichen. "Ich nehme die Gottesmutter mit ins Zimmer und stelle sie dahin, wo ich sie sehe, wenn ich einschlafe und wach werde. Da kommt einem dann schon mal eher, dass man ja auch mal ein Morgen- oder Abendgebet machen kann. Meine Beziehung zu Gott ist irgendwie fester geworden, seit sie kommt."

Von einer Maifeier mit über 100 Personen in der Pfarrei berichtete Frau Scherer aus Schwalbach. Sehr viele junge Leute waren dabei; der Anstoß ging vom Pilgerheiligtum aus.

Gemeindeerneuerung von der Basis her

Familie Dambacher aus Illerberg hat die Initiative Pilgerheiligtum in 60 Orte der Umgebung gebracht. Nachdem sie in der eigenen Pfarrei 30 Kreise angefangen hatten, telefonierten sie die Pfarrer der umliegenden Pfarreien an und stellten das Projekt in Pfarrgemeinderatssitzungen - "oft herzklopfend!" vor. Da war dann der "hartnäckige Pfarrer", der fest überzeugt war, es gehe nicht, und bald danach anrief: "Wir brauchen 22 Stück!"

Eine "Gemeindeerneuerung von der Basis her", so der Kommentar eines anderen Pfarrers, sei diese Initiative und es mache einfach Freude, das Wirken der Gottesmutter in den Pfarreien zu beobachten. Das Schlusswort hatte Constanze (7. Klasse): "Sie hat mich immer angelächelt, und das ist genial!"

Wer so beschenkt wird, möchte danken und selbst auch schenken. Alle waren eingeladen, auf vorbereiteten Zetteln ein Geschenk an die Gottesmutter aufzuschreiben: Dank, Sorgen, liebe Menschen. Alle konnten nach vorne gehen und ihre Zettel mit den Geschenken in große Krüge füllen.

In einer kurzen Wegmeditation wurden alle auf den Weg zum Urheiligtum und die Begegnung mit der Gottesmutter dort eingestimmt.

Der Dank an die vielen ehrenamtlichen Helfer, die nun nach vorne gebeten wurden, schloss den festlichen Vormittag ab. Besonders bedankt wurden Herr Hartmann aus Troisdorf-Bergheim, der fast 3.000 Rahmen für Pilgerheiligtümer gefertigt hat, Frau Rosenberger, die 2135 Taschen genäht, Herr Jehle, der fast alle Pilgerheiligtümer eingerahmt, und Frau Thanner, die nicht nur den Blumenschmuck in der Pilgerkirche gerichtet, sondern in der Freizeit auch viele Schlüsselanhänger und andere Erinnerungsstücke angefertigt hat.

Begegnung und Gebet unter strahlend blauem Himmel

Beim Herausgehen aus der Kirche können es viele nicht fassen: strahlend blauer Himmel, Sonne, ein Bilderbuchwetter und das, wo Dauerregen angekündigt war. Rund ums Pilgerheim gibt es Essenstände, auf dem Weg von der Pilgerkirche her können Andenken ans Fest erworben werden. Der Renner bei jung und alt waren Lebkuchenherzen mit "Mit dir will ich gehen!"

Immer wieder Begegnungen, Begrüßen, spontane Gespräche. Während die erste Gruppe zum Urheiligtum geht, fangen die anderen schon mit dem Imbiss an, später kommen weitere Gruppen zum Urheiligtum. Für viele Teilnehmer ist es die erste Begegnung mit diesem Gnadenort.

Ein vielfältiges Alternativprogramm steht ab 14.00 Uhr auf dem Programm. Viele Erwachsene zieht es mit den Kindern zum Kasperletheater, andere fahren mit Pendelbussen nach Berg Schönstatt zum Besuch in der Gründerkapelle, im Pater Kentenich-Haus, zu einem Video über Schönstatt oder den Zeugnissen von Sr. Petra über ihre Begegnung mit Pater Kentenich. Im Tal gibt es Beichtgelegenheit, Gesprächskreise, eine Gebetszeit im Heiligtum bei der Marienau, Herr Arendes berichtet von persönlichen Begegnungen mit João Pozzobon.

Viele gehen einfach ins Urheiligtum zum Gebet, andere schauen sich um, nutzen die Zeit zum Gespräch. Eine frohe, gelockerte Atmosphäre überall.

Begegnung muss man feiern

Um 15.15 Uhr beginnt der Festgottesdienst in der Pilgerkirche. Manche Bewohner vom Ort Schönstatt und Besucher schließen sich an, unter ihnen ein Ingenieur aus Brasilia, Brasilien. "Ich wohne ganz nah bei dem neuen Heiligtum dort," meint er. Er ist bei einem Seminar in Nürnberg und muss am Sonntag zurück nach Brasilien. "Heute wollte ich unbedingt nach Schönstatt. Das hätte ich aber nicht erwartet!"

"Es war heute schwierig, ein trauriges Gesicht zu sehen," meint Pater Beller bei der Begrüßung in der Pilgerkirche. "Aber jetzt ist es geradezu unmöglich!" Konzelebranten dieses Festgottesdienstes sind Pater Rummel, Pater Strada, Pfarrer Egle (Diözesanleiter Rottenburg-Stuttgart) und mehrere Priester aus Pfarreien, in denen Pilgerheiligtümer wandern.

In seiner Predigt greift Pater Beller den Vorgang auf, der mit dem Pilgerheiligtum verbunden ist: Das Kommen und Begegnen. Wenn man jemand kenne und ihn nach einiger Zeit treffe, dann freue man sich. Da sei nichts Neues, man habe diesen Menschen doch schon vorher gesehen "doch das, was ist, wird wieder ganz neu. Der Augenblick, wo man sich wiedersieht, ist besonders schön!" Deshalb greife dieser Vorgang so tief: sie kommt, sie kommt immer wieder neu, und das Kommen sei ein Fest. "Begegnung muss man feiern!"

Wenn die Gottesmutter immer wieder komme, dann wachse eine Sympathie. "Sie bleibt beim Gehen ein bisschen." Und schließlich steigere sich die innere Verbundenheit so, dass man sich von ihr angesprochen fühle, etwas für die anderen zu tun, von ihr gebraucht zu werden und dann würden aus den Freunden der Gottesmutter von Schönstatt ihre Mitarbeiter und die Häuser, die sie besuche, Strahlungszentren der Liebe Christi.

Es entstehe eine Verbundenheit untereinander und mit dem Urheiligtum.

Pater Rummel segnete anschließend die Heilig-Jahr-Fahne für das Urheiligtum. In einer einfachen Gabenprozession wurden die Pilgerheiligtümer Nr. 1, Nr. 1000, Nr. 2000 und Nr. 3000 nach vorn gebracht, die Krüge mit den Geschenken sowie Brot und Wein.

Vor dem Schluss-Segen wurden Pilgerheiligtümer neu oder erstmals ausgesandt und Maria eingeladen, mit Jesus in die Häuser und Wohnungen zu kommen. Zum Segen bildeten alle, mit den Pilgerheiligtümern in der Hand, ein großes Netz der Verbundenheit quer durch die ganze Pilgerkirche, dann schloss das Fest mit dem Segen für alle Anwesenden, alle Häuser und Wohnungen, in denen das Gnadenbild aufgenommen wird, und alle Pfarrgemeinden und alle, die dort leben.

Vor der Pilgerkirche brannte schon ein Feuer, in dem die Zettel aus den Krügen verbrannt wurden. Die Mädchen aus Oberndorf stimmten Lieder an. Aufbruchstimmung und Freude: "Wir müssen jetzt weg, haben noch sechs Stunden Fahrt. Wenn wir noch mal kommen, bleiben wir länger!" "Wir waren zum ersten Mal hier! Es ist überwältigend!"




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Letzte Aktualisierung: 29.05.00, 00:57
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